Interview: Der erste Vorsitzende des Computer Club Südhessen e.V. im Interview09.04.2016, 15:30

Christoph Schellhaas: Wir haben uns kontinuierlich entwickelt

Das 99Damage Lansupport-Team ist in Reichelsheim im Odenwald vor Ort und castet für euch das 5on5 CS:GO-Turnier. Doch drumherum geschieht natürlich auch einiges und so haben wir uns den Chef der ganzen Veranstaltung, Christoph Schellhaas, für ein Interview herangezogen und ihn zur Vorbereitung, zu Problemen und zur Geschichte der BieberLAN ausgefragt.



Ich habe mir Christoph Schellhaas, den Cheforganisator, geschnappt und ihn zum Interview gebeten. Was genau ist hier deine Position und Aufgabe?

Formal bin ich der erste Vorsitzende im Verein. Andere nennen mich im Team den „Macher“, da ich die Veranstaltung und das Team damals mit aufgebaut habe, einer der letzten Gründer bin, die noch da sind und einfach schon immer dabei bin.


Wir sind jetzt bereits auf der 35. Ausgabe der BieberLAN. Wie ist die BieberLAN entstanden, wo liegen die Ursprünge?

Ich glaube, wir sind ganz klassisch entstanden. Als Jugendliche im Alter von zwölf bis fünfzehn Jahren, wo man ja heute fast schon drüber lachen muss, haben wir uns gedacht „Spielen ist unsere große Freude und wir laden mal ein paar mehr als nur vier bis fünf Leute zuhause in den Keller ein“ und haben dann über unsere Eltern Hallen und Gemeindehäuser angemietet. Unsere erste große LAN haben wir mit 45 Teilnehmern in Groß-Bieberau, einer kleinen Ortschaft in der Nähe von Darmstadt, gemacht. Man kann sich ganz gut vorstellen, wie das Ganze dann gewachsen ist. Die Halle war merkwürdigerweise schon beim ersten Mal voll, es war damals ja auch die große LAN-Zeit. Und über die Jahre sind wir immer mehr gewachsen und haben neue Freunde gefunden, die sich dem Hobby angeschlossen haben.


Ich vermute, von Groß-Bieberau kommt dann auch der Name, der im Twitchchat schon für viel Verwirrung gesorgt hat.

Genau, das ist richtig. Groß-Bieberau wird mit „ie“ geschrieben, obwohl ich glaube, dass es vor einigen hundert Jahren dort mal Biber gegeben haben soll. Aber damals haben sie es mit der Rechtschreibung ja auch noch nicht so genau genommen.


Wer seid ihr als Orga? Als Jugendliche habt ihr euch zusammengeschlossen, aber seid ihr jetzt ein eingetragener Verein?

2008, also einige Jahre später, haben wir uns gedacht, auch aus rechtlichen und versicherungstechnischen Gründen, sowie formal um gegenüber Sponsoren, Firmen und bei Hallenmiete besser da zu stehen, haben wir offiziell den Verein gegründet, den Computer Club Südhessen e.V., den es jetzt seit November 2008 gibt. Hier sind heute auch viele dabei, die damals den Verein mit gegründet haben, doch das Team hat sich in den letzten – es sind jetzt fast 16 – Jahren auch von den Mitgliedern her stark gewandelt. Alte sind in ihren Interessen „erwachsen“ geworden und haben andere Hobbies verfolgt oder eine Familie gegründet und so weiter. Heute sind wir wie damals eine Gruppe von Freunden, die sich sehr gut versteht und das Ganze dann auf die Beine stellen.


Die Standartfrage an Orgas: Wie zufrieden seid ihr bisher mit dem Ablauf und der Vorbereitung der LAN? Gab es Probleme?

Ganz glatt läuft es ja nie. Dieses Mal hatten wir allerdings relativ wenige Probleme auf der Veranstaltung. Bei den üblichen Verdächtigen Strom, Netzwerk, Internet und Turniersystem habe ich jetzt noch gar keine negativen Feedbacks bekommen. Wir hatten kleinere Cateringprobleme, was die Artikelbestellung auf der Seite angeht, aber alles in allem bin ich sehr zufrieden. Es gab zwar ein paar etwas größere technische Schwierigkeiten, aber bis zum Einlass hat alles geklappt.


Wie viele Stunden werden in die Vorbereitung und Durchführung so einer LAN gesteckt?

Das ist schwierig zu sagen. Ich kann das nur an mir messen. Auf der LAN selbst haben wir vier bis fünf Personen, die rund um die Uhr da sind, natürlich auch mit Spitzenzeiten in denen acht bis zehn Leute arbeiten, also auf der LAN selbst sind es 200 bis 300 Personalstunden mindestens. Dazu kommen noch Vorbereitung und Nachbereitung, ich schätze also 500 bis 1.000 Stunden, die da insgesamt reinfließen.


Was war die größte Entwicklung über die ganzen Jahre, welche die BieberLAN im Laufe der Zeit durchgemacht hat?

Ich glaube, wir haben uns zum größten Teil langsam entwickelt. Langsam heißt in diesem Sinne kontinuierlich, stetig. Wir haben immer eine Kleinigkeit verbessert und einen wirklich großen Umschwung gab es eigentlich nicht. Klar, einige technische Umstiege gab es: auf Gigabit, auf 10 Gigabit, aber das ist alles nicht so richtig nennenswert.


Was war dein persönliches Highlight in den ganzen Jahren?

Eigentlich, dass wir heute hier sind wie wir sind. Wir hatten natürlich auch keine 35 erfolgreichen LANs, es gab auch eine vor etlichen Jahren, die wegen Teilnehmermangel ausgefallen ist. Da kann man heute drüber streiten ob das am Datum lag oder woran auch immer. Und es gab natürlich auch LANs, bei der wir Netzwerk und Stromprobleme hatten. Heute sind wir auch durch das sehr gute Team, das sehr gut zusammenarbeitet und harmoniert, auf einem Stand auf dem jeder weiß, was der andere tut und wir die Arbeit aufteilen, wodurch wir leichter eine kontinuierliche Qualität bringen können.


Ihr habt auf eurer Homepage geschrieben, dass es dieses Jahr einige Probleme mit den Sponsoren für Preise gab. Gibt es trotzdem etwas zu gewinnen?

Wir haben auch von anderen Kollegen, zum Beispiel von der BK-Lan, die ja gute Freunde von uns sind, auch gehört, dass generell derzeit das Interesse der Sponsoren gerade bei kleineren Veranstaltungen wieder am Sinken ist. Die Bereitschaft sich da zu beteiligen war die letzten zwei bis drei Jahre relativ hoch und jetzt bieten auch unsere langjährigen Partner nur noch sehr wenig, fordern dafür aber im Verhältnis sehr viel an Formalien bis hin zu Ersatzzahlungen, wenn man die Werbung und Dokumentation nicht ordentlich durchführt. Deshalb stellen wir uns jetzt natürlich die Frage, ob das überhaupt noch den Aufwand und das Risiko wert ist. Und da unsere Gäste hauptsächlich nicht wegen den Preisen und Gewinnen hier sind, haben wir uns dazu entschieden, uns den ganzen Aufwand zumindest für diese Veranstaltung nicht mehr zu machen. Was die Zukunft bringt, wird sich zeigen. Natürlich gibt es trotzdem etwas zu gewinnen. Die Medaillen bekommt jeder der in einem der Turniere einen ersten bis dritten Platz belegt. Wir haben auch immer Kleinigkeiten für die Entertainment-Spiele wie Cateringpreise, Cocktails oder Ähnliches und wer der Metermeister auf der BieberLAN wird, darf sich natürlich den Wanderpokal mit nach Hause nehmen.


Du hast es kurz schon angesprochen, der Blick in die Zukunft sollte auch sein. Gibt es schon Pläne für die BieberLAN XXXVI?

Natürlich. In der Regel planen wir im Durchschnitt bis zu ein Jahr in die Zukunft, das heißt theoretisch dürfte es schon eine Nummer 37 geben, aber da darf ich noch nicht von reden. Die Nummer 36 findet am letzten Novemberwochenende statt, das ist der 25. - 27.


Am Ende gibt es dann in alter 99Damage-Manier noch Raum für Shout-Outs, Grüße und letzte Worte.

Ich grüße alle, die mich kennen – das sind wahrscheinlich nicht so viele, aber ich freue mich, dass ihr das hier gelesen habt -, alle anderen Leser, die langjährigen LAN-Gäste, die uns immer treu geblieben sind und uns hoffentlich auch in Zukunft treu bleiben werden und natürlich mein Team und meine Freunde.


Geschrieben von X-Ray

Kommentare


#1
eBAT schrieb am 11.04.2016, 16:00 CEST:
<333 bieberlan!!!!
 

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