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Interview: Der talentierte AWP-Spieler und Ansager der Renegades im Interview16.03.2018, 19:03

Nifty über FalleN, Ingame-Leading und die Weltspitze

Wir haben ein weiteres Interview für euch. Diesmal mit dem US-Amerikaner Noah 'Nifty97' Francis vom Team Renegades. Er sprach mit uns über seine Tätigkeit als Ingame-Leader inmitten von drei Australiern, seine Vorbilder in Sachen Ingame-Leading und Kulturunterschiede.





Wann hast du das erste Mal die Rolle des Ingame-Leader eingenommen? War es deine persönliche Entscheidung, diese Rolle zu übernehmen oder gab es einfach keine Alternativen?

Ich wollte das Team anführen. Das war etwa einen Monat, nachdem ich zum Lineup gestoßen bin und wir die IEM Sydney beendet hatten. Ich habe dann mit Coach kassad gesprochen und sagte ihm, dass ich gerne Ingame-Leader werden möchte. Auch als NAF dann zum Team stieß, habe ich die Rolle des Ansagers weiterhin übernommen.


Hast du auf der Position des Ingame-Leaders eine Art Vorbild?

Ja, FalleN. Ich mag es, wie er sein Team gestaltet und ich selbst spiele auch die AWP, während ich ansage. Das ist ein interessanter Playstyle und es gibt nicht viele IGL wie ihn. Ich schaue ihnen seit Jahren sehr gerne beim Spielen zu, auch wenn sie im Moment etwas schwächeln. Aber diese Phase werden sie überstehen, wie es sich für Champions gehört. Die Art, wie FalleN das Team führt und wie er mit seinen Spielern redet, beeindruckt mich.


Worauf hast du dich in deiner IGL-Rolle konzentriert und welche Herausforderungen gab es anfangs für dich?

Man muss von Anfang an lernen, keine Zeit zu verschwenden. Sowohl die Freezetime als auch die Rundenzeit an sich können manchmal wie im Flug vergehen. Deshalb muss man seine Calls rechtzeitig weitergeben und die Dinge klar und deutlich ansprechen, damit jeder weiß, was er zu tun hat. In Sachen Mid-Round-Calling bin ich ehrlich gesagt noch nicht so gut, wie ich es gerne sein möchte.

Aber gerade in den Matches gegen die Top-Tier-Teams lerne ich viel dazu. Anfangs lief das alles noch sehr holprig und hat eine Menge Training benötigt. Wie gesagt, habe ich mich einfach darauf fokussiert, zu lernen, keine Zeit zu verschwenden und effektiv zu sein.

Einige Dinge haben auch einfach Zeit gebraucht. Zum Beispiel, wie ich mein Team am besten einsetze, damit es die bestmögliche Leistung abrufen kann. Wir mussten und müssen uns mit einigen Problemen auseinandersetzen. Daher muss ich so viele Szenarien wie möglich beherrschen, um mein Team effizienter einsetzen zu können.




Du konntest nun bereits einige Erfahrungen diesbezüglich sammeln. Kannst du dich nun auch anderen Dingen im Spiel widmen?

Es ist ein bisschen verrückt, denn es fühlt sich so an als hätten wir seit Ende 2017 viel häufiger gegen Topteams gespielt. Als hätten wir ein ganz neues Level erreicht - ein völlig neues Universum. Darin möchte ich so tief wie möglich eintauchen, um noch mehr Dinge zu lernen und mit den besten Teams der Welt mithalten oder sie sogar auf Dauer schlagen zu können.

Natürlich möchte ich aber auch an meinem eigenen Spiel arbeiten, denn mir ist aufgefallen, dass mein Team besser performt, wenn es merkt, dass ich selbstbewusst und sicher auftrete. Aber wie ich schon sagte, es gibt noch jede Menge zu lernen.


Ist es für dich wichtig, erfahrene Spieler im Team zu haben?

Naja, viele Leute denken, dass man nach drei Jahren oder so schon jede Menge Erfahrung hat und weiß, wie der Hase läuft. Ich bin selbst seit etwa eineinhalb Jahren in dieser Phase und es ist einfach spannend, diesen Prozess zu durchleben. Auf diesem Level, das ich angesprochen habe, ist es, als würde man ein ganz neues Spiel spielen. Für uns als Team ist es jetzt an der Zeit, größer und besser zu werden, uns in den Top 10 festzusetzen und vielleicht eines Tages die Nummer eins zu sein.


Würdest du sagen, es ist hilfreich, ein emotionaler Ingame-Leader zu sein?

Es ist meiner Meinung nach immer schwer, mit Emotionen zu spielen. Es kann etwas Gutes mit sich bringen, sich aber auch negativ auswirken. Am Ende ist es vom Team abhängig. Natürlich ist es möglich, Emotionen reinzubringen, solange jeder in der Lage ist, diese im richtigen Moment beiseitezulegen und sich auf die nächste Runde zu konzentrieren.

Wenn sich dadurch jedoch Frustration im Team breitmacht, deswegen auf die Tische geschlagen wird oder die Hände vors Gesicht gehalten werden, dann bringen dir diese Emotionen rein gar nichts. Es kommt also immer darauf an, wer um dich herum ist. So wie ich mein Team bisher kennengelernt habe, benötigen es eher einen ruhigen und gelassenen Ingame-Leader - und das ist es, was ich versuche zu sein. Auch die Körpersprache ist diesbezüglich sehr wichtig.




Du spielst mit drei Australiern und einem Europäer zusammen. Gibt es da irgendwelche kulturellen Probleme? Zeus zum Beispiel spielt schon immer in CIS-Teams. Gibt es dahingehend Unterschiede für dich?

Es gibt definitiv Kulturunterschiede zwischen den Australiern und mir als Amerikaner. In Australien ist man eher relaxt und gelassen. Manchmal fühlt es sich aber auch so an, als würde ich mit NA-Spielern spielen, denn es gibt keine Sprachbarrieren. Mit jkaem ist es auch manchmal sehr interessant, da er Norweger ist und hin und wieder mal ein paar verrückte Kommunikationsschwierigkeiten entstehen. Das ist aber nichts Schwerwiegendes - wir machen uns ziemlich gut.

Es kommt grundsätzlich darauf an, zu lernen, wie dein Team agiert und wer deine Mitspieler sind. Je nachdem, welcher Lerntyp man ist, benötigt man einfach Zeit, mit den Umständen umzugehen.


Hat sich deine persönliche Perspektive auf das Spiel geändert, seitdem du selbst Ansager und damit nicht mehr auf Calls von anderen angewiesen bist?

Ja, ich denke schon. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich vorher nie unter einem bekannten oder Weltklasse-Ingame-Leader gespielt habe, aber ich habe es nie besonders gemocht, wie meine früheren Ansager das Team geführt haben. Eventuell kam dadurch auch der natürliche Anführer in mir auf, denn das liegt mir im Blut. Irgendwann habe ich mir dann einfach gesagt, dass ich das besser kann und mir auch zutraue.




Wie stellst du sicher, dass dein Team auf dich hört und genau das tut, was du sagst?

Vertrauen ist ein großer Faktor. Du kannst deinen Spielern nicht einfach sagen, dass du jetzt Ingame-Leader bist und sie auf dich zu hören haben. Das alles läuft nicht so strikt ab, wie manche sich das vorstellen. Man kommt nicht einfach ins Büro des Geschäftsführers sagt, dass jetzt alle auf mein Kommando hören.

So sollte es nicht laufen, denn Teammates sind auch Freunde. Je mehr du die Zeit mit ihnen genießt und Spaß hast, desto besser kann man miteinander arbeiten. Für mich ist das die beste Art und Weise, anzusagen - ein guter Freund zu sein und auch zuhören zu können, statt nur kontrollieren zu wollen.


Eine letzte Frage: Wir haben bereits über FalleN gesprochen. Glaubst du, es gibt eine ideale Rolle für einen Ingame-Leader, die er neben seiner Ansagertätigkeit ausüben sollte?

Naja, der Ansager hat ziemlich viel zu tun für eine einzelne Person. Ich denke, das macht den Weg frei für sehr talentierte Spieler. Bei einem Superteam wie SK Gaming ist es eigentlich das idealste Konzept, FalleN als AWP-Spieler zu haben. Ich selbst spiele die AWP nicht immer, denn es kommt immer auf die Situation an.

Nehmen wir zum Beispiel gla1ve oder karrigan. Sie sind klasse Ingame-Leader und machen einen guten Job. Ich finde, eine perfekte Rolle gibt es für den Ansager nicht, aber es hilft ungemein, wenn er neben dem Ansagen noch eine zweite Rolle einnehmen kann und damit vom traditionellen Team-Style und der Aufteilung abweicht. Das macht, wie ich schon sagte, Platz für individuell starke Rifler. Wenn dieses Konzept aufgeht, kann man schnell ein Team haben, das auf dem Toplevel mithält.


Geschrieben von Zorkaa

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Kommentare


#1
Tearjerker schrieb am 16.03.2018, 19:35 CET:
Ich wünschte er würde zu einem guten Team gehen. Meiner Meinung nach hat er Top 10 Potenzial
#2
reicH schrieb am 17.03.2018, 02:25 CET:
Jetzt oder nie!
 

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