ANZEIGE:
Interview: Der amtierende bet-at-home.com MVP im Gespräch12.01.2019, 12:30

JDC über PANTHERS' Auflösung, Motivation und sein individuelles Training

Im Interview mit Deutschlands aufstrebendsten Youngster haben wir über seinen Entdecker Robin 'ScrunK' Röpke, die Probleme bei PANTHERS Gaming und seine Ziele bis 2021 gesprochen.



DuDe gilt auf nationaler Ebene als Top-Ingame-Leader. Welche waren die wichtigsten Dinge, die du von ihm gelernt hast?

Es war eine lange Zeit, also eine Menge. Ich habe mich darin verbessert, ruhig zu bleiben, wenn es brenzlig wird. Ich kann es bis heute immer noch nicht sehr gut, aber er hat da schon viel Arbeit geleistet. Zudem hat er mein Team-Game verbessert und mir Selbstbewusstsein gegeben, indem er mir gesagt hat, dass ich ein guter Spieler bin, aber noch viel zu lernen habe. Das hat mir sehr geholfen. Insgesamt hat er einen sehr guten Job gemacht.


DuDe hört sich ja fast schon wie ein Mentaltrainer an. Wie viel Wert hat er darauf gelegt?

Die Mentalität bei Spielern ist eines der wichtigsten Dinge. Dazu zählt auch die Team-Chemie. Wenn du das als Team-Captain gut im Fokus hast, dass sich alle wohlfühlen, alle confident sind, dann wirkt sich das definitiv stark auf das Spiel aus. Ich denke schon, dass DuDe einen großen Wert darauf gelegt hat, dass wir alle gut miteinander klar kommen und die Stimmung und Confidence immer oben sind.


Auch mit mantuu, einem der besten Rifler im deutschen Raum, hast du mehrere Seaons gespielt. Konntest du dir von ihm ein paar Sachen abschauen?

Ich habe gemerkt, dass man Sachen spielen sollte, die man im Kopf hat, statt daran zu denken, was richtig ist. Man sollte auf sich vertrauen, weil man in bestimmten Situationen selber einen besseren Read hat. Das hat er sehr gut gemacht. Er hat einfach das durchgezogen, was er machen wollte, anstatt sich an eine Regel zu halten - und es hat meistens funktioniert. Das habe ich mir abschauen können.

Generell aber auch sein Movement. Das hatte ich vorher auch schon in ähnlicher Weise antrainiert, da wir vom Spielertyp in gewissen Hinsichten sehr ähnlich sind. mantuu ist ein krasser Spieler und ich konnte insbesondere diese zwei Aspekte mitnehmen.


Mit PANTHERS hast du auch deine ersten größeren LANs gespielt, den ESL Clash of Nations 2017 und die ROG Masters 2016. Wie hast du das erlebt?

Für mich war es ein super Erlebnis. Es hat mich unnormal motiviert, weiterzumachen, auch wenn es sehr kurz danach zur Trennung kam. Was schade war, war meine mangelhafte Performance auf den Events. Zu der Zeit war ich noch sehr unerfahren und neu. Das waren für mich auch meine ersten LANs.

Ich habe es aber trotzdem sehr genossen, mit den Jungs dort zu spielen. Auch einfach mal die Atmosphäre zu genießen, die Esport-Community. Es war an sich einfach ein tolles Erlebnis und hat mir einfach gezeigt, dass CS:GO das ist, was ich in der nächsten Zeit machen will und was mich wirklich glücklich macht.

Das hat mir wirklich noch mal die Augen geöffnet, dass es wirklich das ist, wofür ich meine nächste Zeit investieren und alles geben möchte. Zu der Zeit war ich auch noch sehr jung, ich war gerade 17 geworden. Deswegen habe ich mir gedacht, wenn ich schon in den jungen Jahren hier bin, kann ich mit viel Arbeit und Geduld definitiv noch mehr erreichen.


Bewegen wir uns wieder mal ein bisschen in Richtung Gegenwart: Als Außenstehender sieht man, dass ihr 28 Spiele in der Saison gewonnen habt. Bitte erkläre der Community, warum Ihr mit dem Lineup trotzdem nicht weitermachen wolltet.

Das ist natürlich eine gute Frage. Es lief zwar sehr gut, aber im Endeffekt hat es eben nicht für die Titel gereicht. Auch die Option, Fulltime zu spielen, hat für uns alle im PANTHERS-Lineup eine große Rolle gespielt.

Hinter den Kulissen war auch nicht alles so rosig. Natürlich hatten wir uns alle ganz doll lieb und wir haben uns gut verstanden, gar keine Frage. Aber spielerisch haben so ein paar Sachen einfach nicht funkioniert. Manche Rollen müssen einfach gemacht werden und wenn man dafür die Spieler nicht hat, dann läuft es nicht.

Ich bin eigentlich auch ein Spieler mit einem sehr großen Ego und möchte daher viel Impact haben. Und manche Leute müssen eben auch mal die Drecksarbeit machen. Auf lange Sicht hat es nicht funktioniert, dass wir mehr als eine Person dafür haben. mantuu und ich waren weniger gewillt, das zu machen. Für das Team Sterben hat am Anfang geharkt, aber mittlerweile habe ich das auch behoben.

Auf Dauer hatten wir auch das Gefühl, dass wir uns nicht weiterentwickeln mit den neuen Angeboten. Das Geld spielt natürlich eine Rolle, das kann man nicht leugnen. Das ist der Traum von einem und wenn er wahr werden kann, dann nimmt man die Chance logischerweise. Da sollte man keinem böse sein.


Du spielst seit ungefähr zwei Jahren in bekannteren Teams und auch verschiedenen Skill-Gruppen der deutschen Szene. Wie hat sich während dieser Zeit deine Herangehensweise ans individuelle Training geändert?

Als ich mit den BLUEJAYS damals angefangen habe, hatte ich zwar meine Routine und es ernst genommen, aber nicht auf diese Art und Weise. Man hat gespielt, gespielt, gespielt, aber ich hatte noch nicht das Mindset, wie ich es heute habe.

Früher habe ich mich hingesetzt und einfach gespielt. Mittlerweile setze ich mich hier hin und habe strikte Ziele, um mich zu verbessern. Die Herangehensweise ist professioneller. Ich denke mehr darüber nach und investiere mehr Zeit - die ich jetzt auch habe.

Dazu kommt auch eine stärkere Mentalität. Als junger Spieler bei den BLUEJAYS war ich im Spiel noch nicht so selbstbewusst und ich habe mich schnell unterkriegen lassen, wenn ich schlecht performt habe. Heute lasse ich mich von so etwas nicht mehr runterziehen und bin weiter voll fokussiert.

Meine Trainingszeiten sich auch gestiegen, ich mache mehr für mich und achte auch in meinem Privatleben darauf, dass es mir gut geht.


Eine Spezialität des PANTHERS Gaming-Lineups waren die Pistol-Rounds: Insbesondere du hattest in der vergangenen Saison einige Highlights. Wie viel Wert legst du im Training darauf?

Die Pistol liegt mir tatsächlich ziemlich gut. Ich mag einfach das Feeling der Pistol. Ich habe auch da eine gewisse Trainingsroutine: Ich trainiere öfter individuell eine bis eineinhalb Stunden. Aber ich versuche, alle Bereiche abzudecken. Das mache ich davon abhängig, wie es zu dem Zeitpunkt läuft. Wenn ich mich mit der Rifle sloppy fühle, addiere ich auf die Trainingszeit etwas rauf und trainiere bis zu drei bis vier Stunden. Je schlechter ich performe, desto mehr trainiere ich als Ausgleich.



Da du schon eine Vorgeschichte mit ScrunK hast: Wie ist deine Beziehung zu ihm?

Meine Beziehung zu ScrunK ist awesome. Anders kann ich es nicht beschreiben. Er ist derjenige, der mich damals in die Szene geholt hat. Ich denke, wir hatten immer ein sehr brüderliches Verhältnis. Es ist ziemlich awesome, mit ihm zu spielen und ich freue mich. Er wird mir einiges beibrigen. Ich werde positiven Wind in das Team bringen.

Ich bin damals von 0 auf 100 gegangen. Vorher habe ich in keinem Team gespielt und bin ohne Teamerfahrung direkt den BLUEJAYS beigetreten. Seine Hilfe war dafür ausschlaggebend: Er hat mich bei Steam geadded und, als ich gestreamt habe, gehosted. So haben wir uns kennengelernt. Daraufhin hat er ein paar Leuten im Team-Bereich geschrieben, dass sie mich testen sollen. Durch diese Test-Games haben sie mich dann irgendwann gepickt.


Nachdem du lange in der Schule von DuDe warst, spielst du jetzt unter dem Führungsduo ScrunK und alexRr. Was erhoffst du dir davon?

Ich habe sehr, sehr hohe Erwartungen an die Beiden und auch an mich. Ich denke sie werden mir sämtliche Kleinigkeiten, die ich noch falsch mache, aufs Maximum austreiben. Das können sie nämlich sehr gut (lacht). Sie werden mir zeigen, was meine Fehler sind, und werden mich dementsprechend zurechtstutzen. Ich gehe davon aus, dass ich unter ihrer Führung alles lernen werde, um das nächste Level zu erreichen. Dass sie mich so zurechtstutzen, dass ich noch mal zwei, drei Schippen drauflegen kann.


Du hattest in der Vergangenheit immer mal wieder mit der Second-AWP geliebäugelt. Ist das etwas, worauf du in deiner Karriere hinarbeitest?

Ich würde es sehr gerne machen und ich fühle mich sehr wohl mit der Second-AWP. Ich finde man kann damit sehr viel Impact haben. Vor allem, wenn man jemand ist, der wie ich auf viele Flashy-Moves geht und gerne mal etwas Dümmeres spielt, das mit sehr viel Aiming zu tun hat.

Ich würde es gut finden, aber wenn es nicht passt, dann passt es nicht. Und wenn es im Team nicht gebraucht wird, dann spiele ich sie nicht. Aber wenn sich die Stituation ergibt, dann sehr gerne. Vor allem wenn es mit der Rifle mal nicht so läuft, dann auf die AWP wechseln zu können, ist gut, denn sie ist in meinen Augen eine Waffe mit sehr viel Impact, insbesondere auf der CT-Seite, selbst wenn man keine Main-AWP ist.


Habt Ihr in den ersten Tagen schon über dieses Thema gesprochen?

Die Rollenverteilung ist momentan so, dass ich weniger Second-AWP spiele. Je nach Feeling darf ich sie ab und zu aber auch nehmen. Bei uns ist es auch so, dass jeder mal die AWP in die Hand nehmen kann. Es ist situationsbedingt. Wenn ich sie haben möchte und der Meinung bin, die Runde gewinnen zu können, dann gibt es da keinen Grund, nein zu sagen. Genauso würde ich jemanden die Second-AWP geben, wenn er es gerade fühlt. Aber ich denke, es wird weiterhin eher Alex machen. Alex und ScrunK und Andyy als Main-AWP.


Wenn man dich auf Twitter verfolgt, dich im Stream oder auch in diesem Interview sprechen hört, dann scheinst du sehr motiviert. Wie wirst du das in deiner Karriere aufrecht erhalten?

Wie gehe ich das am besten an: In meiner Freizeit beschäftige ich mich sehr viel damit. Ich lese auch sehr viele Bücher über Mindest und andere Themen. Generell ist die Motivation auch einfach da, weil ich es eifnach liebe, was ich hier mache. Ich liebe auch die Community. Herzblut. Ich enjoye nichts anderes gerade außer streamen, das Social-Media-Game und competitive CS. Es ist einfach das, was ich aus Leidenschaft mache und daraus ziehe ich die Motivation.

Ich denke, wenn ich irgendwann keinen Spaß mehr daran habe, dann verschwindet auch die Motivation. Aber ich bin ein Mensch, der generell die Dinge macht, die einem guttun und einem weiterhelfen. Ich halte mich ungern an Sachen auf, die einen im Leben nicht weiterbringen, bzw. dich nur daran hindern, das zu erreichen, was du erreichen willst. Deswegen ist CS momentan fast alles für mich. Natürlich habe ich auch ein Privatleben, so war das nicht gemeint. Es macht mir einfach unglaublich Spaß, mit den Leuten zu interagieren und zu streamen. Auch wenn ich da manchmal viel Scheiße laber, aber das gehört dazu (lacht).


Angenommen wir haben jetzt Ende 2021: Worauf möchtest du in deiner Karriere zurückblicken?

To be honest: Ich möchte eigentlich ganz oben stehen. Es wäre sehr angenehm, bei HLTV die Top 30 zu erreichen. Ich möchte selber irgendwann auf Tier-1-Niveau spielen. Ich werde nichts anderes tun die nächsten Jahre, sofern sich das ergibt, daraufhin zu arbeiten, um an die Spitze zu kommen. Das wird das Ziel sein.


Geschrieben von Zorkaa

Ähnliche News

Kommentare


#1
cLaun schrieb am 12.01.2019, 12:42 CET:
Jon de Motivatro
#2
BIG Tom schrieb am 12.01.2019, 12:56 CET:
In gewohnter Zorkaa Qualität. Danke!
#3
AimleveI schrieb am 12.01.2019, 13:04 CET:
"Ich habe gemerkt, dass man Sachen spielen sollte, die man im Kopf hat, statt daran zu denken, was richtig ist. Man sollte auf sich vertrauen, weil man in bestimmten Situationen selber einen besseren Read hat. Das hat er sehr gut gemacht. Er hat einfach das durchgezogen, was er machen wollte, anstatt sich an eine Regel zu halten - und es hat meistens funktioniert. Das habe ich mir abschauen können. "

Der Traum eines jeden IGL.
#4
Norik schrieb am 12.01.2019, 13:59 CET:
krasser Typ
#5
Suicidix schrieb am 12.01.2019, 14:27 CET:
Ohne den "Bart" spielt er sicher noch besser <3
gl weiterhin
#6
numineS schrieb am 12.01.2019, 14:40 CET:
AimleveI schrieb:
"Ich habe gemerkt, dass man Sachen spielen sollte, die man im Kopf hat, statt daran zu denken, was richtig ist. Man sollte auf sich vertrauen, weil man in bestimmten Situationen selber einen besseren Read hat. Das hat er sehr gut gemacht. Er hat einfach das durchgezogen, was er machen wollte, anstatt sich an eine Regel zu halten - und es hat meistens funktioniert. Das habe ich mir abschauen können. "

Der Traum eines jeden IGL.


hab ich mir auch gedacht :D +1

dazu noch das gerede davon was er für ein ego hat und dass er nicht die drecksarbeit machen will bzw ungern. Immerhin hat er inzwischen gelernt dass er "auch mal" fürs team sterben muss.
da fehlt dann nurnoch dass er auch gern mal die AWP picked obwohl man schon mind.2 Leute hat die dafür eigentlich da sind. Oh moment *check*

wirkt zwar ehrlich und ganz lustig aber junge junge junge, den will ich nicht im team haben
#7
bima schrieb am 12.01.2019, 16:28 CET:
numineS schrieb:
AimleveI schrieb:
"Ich habe gemerkt, dass man Sachen spielen sollte, die man im Kopf hat, statt daran zu denken, was richtig ist. Man sollte auf sich vertrauen, weil man in bestimmten Situationen selber einen besseren Read hat. Das hat er sehr gut gemacht. Er hat einfach das durchgezogen, was er machen wollte, anstatt sich an eine Regel zu halten - und es hat meistens funktioniert. Das habe ich mir abschauen können. "

Der Traum eines jeden IGL.


hab ich mir auch gedacht :D +1

dazu noch das gerede davon was er für ein ego hat und dass er nicht die drecksarbeit machen will bzw ungern. Immerhin hat er inzwischen gelernt dass er "auch mal" fürs team sterben muss.
da fehlt dann nurnoch dass er auch gern mal die AWP picked obwohl man schon mind.2 Leute hat die dafür eigentlich da sind. Oh moment *check*

wirkt zwar ehrlich und ganz lustig aber junge junge junge, den will ich nicht im team haben


Denke nicht das mit "Regeln" ein call vom IGL gemeint ist sondern eher was "sollte" man in der Situation spielen oder eben besser nicht (Beispiel dumm durch eine Smoke pushen oder oder oder..)
Aber freut mich, dass ihr was zum lästern gefunden habt :D
#8
iamthewall schrieb am 12.01.2019, 17:29 CET:
richtiger nices Interview me friendos!
#9
bonum schrieb am 12.01.2019, 18:10 CET:
Jon bester Mann <3
#10
FROZENkoki schrieb am 13.01.2019, 21:26 CET:
numineS schrieb:
AimleveI schrieb:
"Ich habe gemerkt, dass man Sachen spielen sollte, die man im Kopf hat, statt daran zu denken, was richtig ist. Man sollte auf sich vertrauen, weil man in bestimmten Situationen selber einen besseren Read hat. Das hat er sehr gut gemacht. Er hat einfach das durchgezogen, was er machen wollte, anstatt sich an eine Regel zu halten - und es hat meistens funktioniert. Das habe ich mir abschauen können. "

Der Traum eines jeden IGL.


hab ich mir auch gedacht :D +1

dazu noch das gerede davon was er für ein ego hat und dass er nicht die drecksarbeit machen will bzw ungern. Immerhin hat er inzwischen gelernt dass er "auch mal" fürs team sterben muss.
da fehlt dann nurnoch dass er auch gern mal die AWP picked obwohl man schon mind.2 Leute hat die dafür eigentlich da sind. Oh moment *check*

wirkt zwar ehrlich und ganz lustig aber junge junge junge, den will ich nicht im team haben


Ist doch komplett Richtig.
Wenn die T's den Spot überrennen ist es manchmal besser auf das zu hören was man machen will, anstatt auf das was laut Theorie Richtig ist.

Genauso wenn man nen Spot als T einnimmt.
Manchmal ist es einfach besser sich nicht zu 100% sondern nur zu 80% an das strikte zu halten damit alles klappt.
 

Du bist nicht eingeloggt! Um einen Kommentar abzugeben, kannst Du dich hier anmelden.
Freaks 4U Gaming © 2012-2019 by 99damage.de - All rights reserved. - Staff - Impressum - Datenschutz