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Interview: Neue Ziele für Traditionsteam02.04.2019, 18:38

"2019 wird ein ganz wichtiges Jahr" - neuer mousesports-CEO im Interview

mousesports steht vor einem richtungsweisenden Jahr. Das weiß auch CEO Stefan Wendt, der im Interview über die Ziele von dem Team und den Bezug zur deutschen Community spricht.





Ende 2018 wurde der Standort von mousesports nach Hamburg verschoben. Wie kam es zu dem Entschluss?

Stefan Wendt:
Im Zuge der Umstrukturierung hat es für uns einfach Sinn gemacht, mousesports komplett nach Hamburg zu verlagern. Unser Staff lebt größtenteils in Hamburg, daher war es am Ende eine sehr einfache und logische Entscheidung. Durch diesen Schritt sind wir deutlich effektiver und leistungsfähiger geworden.

Was ist für den Standort Hamburg geplant?

Stefan Wendt:
Wir planen langfristig mit dem Standort Hamburg. Wir wollen mousesports schrittweise auf allen Ebenen ausbauen, sodass wir in Zukunft das volle Spektrum anbieten können. Dazu gehört ein Headquarter für unsere Organisation und die Teams, gleichzeitig aber auch ein Treffpunkt für Fans und Gamer, die Esports erleben und anfassen wollen.



Zuletzt hat 2017 ein deutscher Spieler für das CS:GO-Lineup von mousesports gespielt. Wie wichtig ist für mousesports die Verbindung zur deutschen Community, speziell in CS:GO?

Stefan Wendt:
Diese Verbindung ist uns sehr wichtig, auch wenn viele Leute aufgrund unserer Entwicklung in CS:GO anders darüber denken im Augenblick. Wir haben nicht vergessen, wer wir sind oder wo wir herkommen. Die Leistungsdichte ist in CS:GO so hoch wie in kaum einem anderen Titel. Daher kommt man nicht drumherum, auch internationale Talente und Leistungsträger zu verpflichten, um genügend Power an den Start zu bringen. Ich glaube, wir haben mit dem neuen Team schon einen deutlichen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Wir haben Spieler in unseren Reihen, für die es sich lohnt, mitzufiebern und die es schaffen, Begeisterung auszulösen.

Im März habt Ihr das neue Lineup bekanntgegeben. Waren suNny und oskar eine Option und warum hat es schlussendlich nicht geklappt?

Stefan Wendt:
Beide Spieler waren in unserer ursprünglichen Planung berücksichtigt. Im Laufe der Gespräche und Planungen hat sich jedoch offenbart, dass wir einen noch größeren Umbruch brauchen, um nicht wieder in alte Verhaltensmuster und Probleme zu geraten, die bei uns in der Vergangenheit häufig zu Leistungseinbrüchen geführt haben. Aus diesem Grund war es notwendig, getrennte Wege zu gehen.

In einigen wenigen Organisationen haben Coaches im Esport Entscheidungsrecht. Wie werden bei mousesports personelle Änderungen in Teams entschieden?

Stefan Wendt:
Ein gewisses Entscheidungsrecht hat der Coach grundsätzlich immer, er ist schließlich derjenige, der mit dem Team tagtäglich arbeitet. In der Regel führen wir mit allen Beteiligten intensive Gespräche, um zu analysieren, wie wir vorgehen wollen. Letztendlich werden die Entscheidungen aber vom Management getroffen. Wir stehen bei unseren Partnern und Fans in der Verantwortung und nur wir können unter Berücksichtigung diverser Faktoren und Umstände die Richtung vorgeben.

Die Verpflichtung von Snax wurde insbesondere nach der Rückkehr von STYKO stark kritisiert. Welche Lehren habt Ihr aus dem Transfer gezogen?

Stefan Wendt:
Zum damaligen Zeitpunkt waren wir uns alle einig, dass wir einen neuen Impuls benötigen, eine weitere Ausbaustufe hin zu mehr Erfahrung und Toughness. Das Timing war nicht optimal, wir haben es etwas zu sehr erzwungen und haben uns selbst auch zu viel Druck gemacht mit Hinblick auf das Major. Diverse Faktoren waren es, die schließlich die Integration von Snax erschwert haben und zur Kehrtwende führten. Nichtsdestotrotz verbinden wir diese Zeit auch mit einem großen Erfolg. Unser Sieg in New York und die Art und Weise, wie er zustande kam, das war schon einzigartig.

Die Erwartungshaltung ist durch die Verpflichtung von frozen nicht niedriger geworden


frozen ist gerade einmal 16 Jahre alt und hatte bisher noch keine Möglichkeit, sich konstant auf dem höchsten Level zu beweisen. Sind dadurch die Erwartungen an das neue Lineup niedriger als an das vorherige? Wie ist allgemein die Erwartungshaltung an das neue Roster?

Stefan Wendt:
Nein, die Erwartungshaltung ist durch die Verpflichtung von frozen nicht niedriger geworden. Wir müssen vielleicht etwas mehr Geduld aufbringen. David stand von Anfang an weit oben auf unserer Liste, einfach weil seine Fähigkeiten für sein junges Alter außergewöhnlich sind und klare Ähnlichkeiten zu ropz oder auch NiKo erkennbar sind. Es wird seine Zeit brauchen, bis wir unseren Flow gefunden haben. Aber dann wollen wir attackieren und uns zurück in die Weltspitze kämpfen.

Wie lauten die Ziele für mousesports in CS:GO bis 2020?

Stefan Wendt:
2019 wird für uns ein ganz wichtiges Jahr. Einerseits haben wir ein junges und sehr entwicklungsfähiges Team, andererseits steht gerade für CS:GO-Deutschland ein sensationeller Sommer mit der ESL One Cologne und dem Major in Berlin bevor. Eine große Herausforderung und viel Arbeit wartet bis dahin, aber wir werden alles dafür geben, um uns gut zu präsentieren. Seit inzwischen 17 Jahren gehört mousesports zu den Top-Teams in Counter-Strike und dies wollen wir fortführen.




Im Fußball sind Ablösesummen stark in der Medienwelt verwurzelt und bei den Fans häufig ein Gesprächsthema. Zum größten Teil basieren sie allerdings auf Gerüchten, da nur Vereine, die beispielsweise börsennotiert sind, diese öffentlich machen müssen. Wie siehst du die Entwicklung, dass im Esport auch zunehmend darüber diskutiert wird?

Stefan Wendt:
Ich glaube das ist ganz normal, wenn die Leute darüber diskutieren. Gerüchteküche und wilde Spekulationen gehören auch zum Esports dazu.

Der Esport ist noch immer schnelllebig. Wie haben sich Ablösesummen in den vergangenen Jahren entwickelt?

Stefan Wendt:
Die Branche wächst kontinuierlich und auch langfristige Spielerverträge werden dadurch natürlich wertvoller. Demnach ist die Entwicklung der Ablösesummen eine logische Konsequenz. Immer mehr Teams sind darüber hinaus inzwischen bereit, signifikante Summen zu bezahlen, wenn sie an das Potential der Spieler glauben.

Wenn man auch hier die Parallele zum Fußball sucht, fällt auf, dass im Esport vergleichsweise wenige Spieler verliehen werden. Was sind die Hindernisse, die Organisationen davon abhalten?

Stefan Wendt:
Mittlerweile nimmt die Anzahl an Leihgeschäften ganz klar zu, ich glaube die Spieler sind heutzutage eher dazu bereit, z.B. mal für ein halbes Jahr in die USA zu wechseln als noch vor zwei bis drei Jahren. Die Rahmenbedingungen sind einfach deutlich attraktiver geworden.

Eure Partnerschaft mit Snipes oder Astralis‘ mit Jack & Jones sind einige der wenigen Beispiele für Sponsorships mit Modemarken. Wieso gibt es in diesem Bereich vergleichsweise wenige Kooperationen?

Stefan Wendt:
Zunächst gehört für die Marke natürlich erstmal Mut dazu, sich auf unbekanntes Terrain zu wagen. Das Feedback von unseren Fans und der Community war bisher super positiv. Ich kann mir gut vorstellen, dass wenn die Zusammenarbeit weiter so gut läuft, sich mehr Brands an Esports herantrauen. Mit Intersport und SK Gaming gibt es ja auch in Deutschland ein weiteres prominentes Beispiel.

Welchen Stellenwert hat Merchandising für mousesports? Wo siehst du im Esport noch Potenzial im Merchandising?

Stefan Wendt:
Seit SNIPES definitiv einen wesentlich größeren. Es gibt da meiner Meinung nach zwei Seiten. Einmal natürlich den wirtschaftlichen Aspekt, wo Merchandising verglichen zum Fussball immer noch eine relativ kleine Rolle einnimmt. Auf der anderen Seite wollen wir uns natürlich als Marke entwickeln und unseren Fans etwas Besonderes bieten. Das macht SNIPES für uns auch so speziell, wir haben zusammen Artikel geschaffen, die die Leute auch auf der Straße tragen können und die in die aktuelle Jugendkultur passen. Also eher weg vom klassischen Trikot hin zur Streetwear. Da können wir durchaus eine Vorreiterrolle einnehmen.

Was ein DOSB von Esports hält, ist mir dabei gar nicht so wichtig


Der Esport-Markt ist aufgrund seines Wachstums eine große Herausforderung für eine Organisation. Welche sind die wichtigsten Faktoren, um als Organisation langfristig erfolgreich zu sein?

Stefan Wendt:
Man braucht ein Ziel vor Augen, eine Idee, die man verfolgt und viel Vorstellungskraft. Wir befinden uns in einem Wettbewerb und um zu bestehen, braucht man ein starkes Team, verlässliche Partner und ein gutes Netzwerk.

Welchen Einfluss haben politische Debatten oder Diskussionen des DOSB auf mousesports?

Stefan Wendt:
Gerade für uns als deutsches Unternehmen mit vielen Spielern, Partnern und Fans im Ausland ist es natürlich extrem spannend, wie sich die Gespräche in der Politik entwickeln. Was ein DOSB von Esports hält, ist mir dabei gar nicht so wichtig. Wenn der Verband glaubt, Esports passt nicht rein, dann sei es so, dann muss die Politik vorerst andere Wege finden, um den Standort Deutschland konkurrenzfähig zu machen. In zehn Jahren sind auch bei einem DOSB die relevanten Positionen von Menschen besetzt, die eine größere Affinität zum Esport haben und dann wird sich die Debatte so oder so drehen.

Vielen Dank für das Interview, die letzten Worte gehören dir.

Stefan Wendt:
Ich habe mich ebenfalls zu bedanken und freue mich, der Community in Zukunft regelmäßiger Einblicke in unsere Pläne zu gewähren.


Geschrieben von esporti

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Kommentare


#1
robeasy schrieb am 02.04.2019, 19:07 CEST:
Schönes Interview.
Gerne mehr für die Fans von mousesports
#2
MrMillar schrieb am 02.04.2019, 19:11 CEST:
karrigan....
#3
saebelschnaebler schrieb am 02.04.2019, 22:16 CEST:
Kommen noch mindestens 3 Wechsel dieses Jahr, wenn nicht sogar 4
#4
kinnaJ schrieb am 03.04.2019, 03:57 CEST:
saebelschnaebler schrieb:
Kommen noch mindestens 3 Wechsel dieses Jahr, wenn nicht sogar 4


Als der FC Bayern des deutschen eSports muss das auch so sein.
#5
Bitte ziehen sie durch schrieb am 03.04.2019, 09:30 CEST:
Wichtig ist, dass zwischen Community und Fanbasis unterschieden wird.

Community ist ein Haufen meist anonymer Leute, die zwar die Spiele schauen, aber gerne reinhaten und keine Fehler verzeien.

Wie soll Mousesports aber eine Fanbasis aufbauen, angesichts der hohen Fluktuation (ständige Wechsel des LU´s), die seit Jahren betrieben wird. Wie soll man sich mit einen Line Up identifizieren, das in einem halben Jahr eh wieder aufgelöst wird. Selbst ein ChrisJ wurde von der Orga 2x gebencht, mit STYKO holt man drei Titel und schmeißt ihn raus, mit Snax gewinnt man in New York, schgmeißt ihn raus. Das ist aus meiner Sicht amateurhaftes Management!

Ich weiß nicht, wie Mouz 2019 aus der Misere rauskommen will. Für das nächste Major muss man sich erst einmal im schwierigen Qualifier durchsetzen, im HLTV-Ranking sind sie aus den Top 30 geflogen, wodurch Invites zu Turnieren seltener werden dürfen. Dann hat man die Chance beim 500K StarSeries in China anzutreten und sagt das auch noch ab.
#6
y0fl0w schrieb am 03.04.2019, 16:32 CEST:
Bitte ziehen sie durch schrieb:
Für das nächste Major muss man sich erst einmal im schwierigen Qualifier durchsetzen, im HLTV-Ranking sind sie aus den Top 30 geflogen, wodurch Invites zu Turnieren seltener werden dürfen. Dann hat man die Chance beim 500K StarSeries in China anzutreten und sagt das auch noch ab.


Minor wird hart, klar. In den Top30 ist man aber vermutlich in 4 Wochen schon wieder drin, wenn man EPL und Sydney nicht völligst verkackt. Vermutlich sogar eher Richtung Top20. Sind ja durch ein BO3-Online-Win schon wieder auf Platz 45.
#7
Cpt.Andre schrieb am 03.04.2019, 16:40 CEST:
Bitte ziehen sie durch schrieb:
Wichtig ist, dass zwischen Community und Fanbasis unterschieden wird.

Community ist ein Haufen meist anonymer Leute, die zwar die Spiele schauen, aber gerne reinhaten und keine Fehler verzeien.

Wie soll Mousesports aber eine Fanbasis aufbauen, angesichts der hohen Fluktuation (ständige Wechsel des LU´s), die seit Jahren betrieben wird. Wie soll man sich mit einen Line Up identifizieren, das in einem halben Jahr eh wieder aufgelöst wird. Selbst ein ChrisJ wurde von der Orga 2x gebencht, mit STYKO holt man drei Titel und schmeißt ihn raus, mit Snax gewinnt man in New York, schgmeißt ihn raus. Das ist aus meiner Sicht amateurhaftes Management!

Ich weiß nicht, wie Mouz 2019 aus der Misere rauskommen will. Für das nächste Major muss man sich erst einmal im schwierigen Qualifier durchsetzen, im HLTV-Ranking sind sie aus den Top 30 geflogen, wodurch Invites zu Turnieren seltener werden dürfen. Dann hat man die Chance beim 500K StarSeries in China anzutreten und sagt das auch noch ab.


Macht aber auch wenig Sinn uneingespielt bei den größten Turnieren teilzunehmen. Finde es schon gut das man sich erstmal Zeit nimmt und nur auf die ESL Pro League konzentriert.
 

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