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Interview: Der Ingame-Leader im Gespräch30.05.2019, 13:00

alexRr über Coaching-Karriere, die Zeit nach expert und ad hoc

Nach seinem Abgang bei expert eSport ist Alexander 'alexRr' Frisch nun mit seinem eigenen Lineup bei ad hoc untergekommen. Im Interview mit Marc 'Zorkaa' Marake spricht der Ingame-Leader über die jüngsten Veränderungen.



Warum hattest du Gedanken daran, nicht mehr weitermachen zu wollen, nachdem du dich von expert verabschiedet hattest?

Wir hatten bei expert eine recht erfolgreiche Zeit. Aber nach anderthalb Jahren hatte ich das Gefühl gehabt, dass ich mal wieder etwas Neues brauche, neue Blickwinkel. Und mit unserer Teamleistung war ich nicht ganz zufrieden, habe keine Verbesserung mehr gesehen. Dann hatte ich den Entschluss gefasst, mit anderen Leuten zu spielen. Wenn man immer wieder mit den gleichen Leuten spielt, hat man auch einen Trott in seinem eigenen Spiel. Böses Blut oder interne Dinge gab es nicht. Ich hatte nur das Gefühl, overplayed zu sein mit dem Lineup und brauchte etwas Neues. Deswegen habe ich den Entschluss gefasst.


Kannst du die Gründe für die mangelnde Konstanz bei expert geben?

Schwieriges Thema. Ich weiß nicht, woran es liegt. Wir hatten immer das Problem, dass wir den Wechsel zwischen nationalen und internationalen Spielen nicht hinbekommen haben. Wir haben teilweise gegen Topteams gewonnen, zum Beispiel gegen Virtus.pro einstellig auf Inferno. Eine Stunde später haben wir in der EPS auf Inferno verloren. Deswegen wurde es national auch überall immer sehr knapp. Zumindest haben wir es dann in den Playoffs der 99Damage Liga noch geradegebogen.


Hast du dir nach dem Ende bei expert direkt gesagt, dass du ein neues Team suchen willst oder wie ging es weiter?

Als ich bei expert raus war, hatte ich noch nichts anderes gehabt. Ich wollte zunächst eine Pause von CS machen. In den letzten drei Jahren haben wir Vollzeit trainiert, obwohl wir keine Vollzeitspieler waren. Ich mache jetzt auch nebenbei viel mehr Sport als früher. Einige Dinge konnte ich fixen, die ich während meiner Zeit als Spieler nicht fixen konnte. Jetzt hoffe ich, dass ich mit einem frischen Mindset weitermachen kann.


Kam zuerst der Kontakt mit der Organisation oder die Zusammenstellung des Lineups?

Ich hatte einen Twitter-Beitrag gemacht. Dort hatte ich geschrieben, dass ich gerade Angebote suche. Dann ist ad hoc auf mich zugekommen und hat mir gesagt, dass die Organisation im deutschen CS:GO-Bereich einsteigen will. Mir wurde die Aufgabe gegeben, ein Team zu stellen. Dann habe ich organisiert, Spieler gesucht und alles was dazu gehört.


War dies auch mit dem Gedanken verbunden, das auf Vollzeitbasis zu machen? Und wie kam es dazu, dass du dich für diese bestimmten Spieler entschieden hattest?

Genau auf Vollzeit. Also MALI war mir schon längere Zeit aufgefallen. Er hatte ja auch den MVP-Titel der 99Damage Liga Season 11 gewonnen. Vom Raw-Skill ist er einer der talentiertesten in Deutschland. Dann P4TriCK, den ich ja schon länger kenne, wie bei expert zum Beispiel. Er ist individuell auch einer der Besten in Deutschland, der nicht nur spielerisch, sondern auch menschlich immer eine Bereicherung ist.

Dann noch Thilo, den ich auch von expert kenne und mit dem ich die EPS gewonnen habe. Er gehört zu meinen besten Freunden im eSport. Mit ihm spiele ich schon seit Ewigkeiten zusammen und war auch immer zufrieden. Hinzu kommt dav1dk, der auch in den Playoffs überzeugt hat.


Wie schwierig war es, an diese Spieler zu kommen?

Ich habe mit vielen Leuten Test-Spiele absolviert und habe mit ihnen viel geredet. Es gab mehrere Lineup-Vorschläge, die ich hatte. Aber da war nicht alles aufgegangen. Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit unserem jetzigen Team und denke, dass wir in Deutschland sehr competitive sein können. Wir können angreifen.


ad hoc ist eine große Organisation mit Finanzkraft, die jetzt in CS:GO einsteigt. Es gibt einen Gebäudekomplex und den lokalen Bezug. Ist dort noch etwas mit euch Spielern geplant?

Wir haben uns Ziele für 2019 und 2020 gesetzt. Diese sind zunächst aber intern. Die Option ist vorhanden, offline mit den Teams beispielsweise Bootcamps zu machen. Aktuell legen wir aber vielmehr den Fokus darauf, uns in den Divisionen hochzuspielen und den Grundbaustein für das Team zu legen. Und alles Weitere wird man dann sehen.


Wie schwer war für euch die Entscheidung, euch noch einmal komplett hochzuackern?

Wir haben keine andere Wahl, wir müssen das machen und uns aus den zweiten Divisionen hochspielen.


Und wie sieht es international aus, beispielsweise mit einem ESEA-Slot?

Aus zeitlichen Gründen haben wir es nicht geschafft, uns für einen ESEA-Slot anzumelden. Dafür waren wir zu spät gestartet. Ich bin überzeugt, dass wir uns über die EPS für die MDL qualifizieren sollten. Das wäre dann wohl auch zeitsparend.


Weitere internationale Cups und Qualifier nehmt ihr dann vermutlich auch mit?

Jedes wollen wir mitnehmen. Das ist neben den Aufstiegen das Hauptziel, so viel wie möglich in Qualifiers zu spielen. Wobei das natürlich das Schwierigste ist.


Du hattest zu deinem Twitterpost, bevor dich ad hoc kontaktierte, auch geschrieben, dass du für Coaching- und Analyst-Rollen offengewesen wärst. Gab es diesbezüglich auch Kontakte?

Ich habe mit vielen Leuten gesprochen und die hatten mir abgeraten, weil das so ein kleiner Karriere-Brecher ist. Zunächst hatte ich mir alle Optionen offengelassen, weil ich auch dachte, dass ich schon seit Ewigkeiten analysiere und weiß, worauf es ankommt. Wenn eine Anfrage aus Amerika gekommen wäre, hätte ich es mir überlegt. Aber hauptsächlich wollte ich weiterspielen.


Teil 2 folgt...

Bildquelle: ESL


Geschrieben von Zorkaa

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Kommentare


#1
s1nolduzz schrieb am 30.05.2019, 13:10 CEST:
bin gespannt auf teil 2
#2
t0m5eN schrieb am 31.05.2019, 14:35 CEST:
Topteams, zum Beispiel Virtus Pro. lol
 

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