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Interview: Sprout-Coach über seinen Start und die EPL-Gruppenphase26.10.2019, 15:00

enkay J: Am Ende lagen die Nerven bei allen blank

Nach einer starken, aber dennoch nicht zufriedenstellenden ESL Pro League Season #10 hat sich 99Damage mit Niclas 'enkay J' Krumhorn zusammengesetzt und über die EPL-Saison sowie die schwere Startphase bei Sprout gesprochen.



99Damage: enkay J, was waren deine Überlegungen und Möglichkeiten, bevor du jetzt bei Sprout gelandet bist?

Niclas 'enkay J' Krumhorn: Für mich war ganz klar, dass ich an internationalen Turnieren teilnehmen möchte. Als ich dann von Sprout die Anfrage bekommen hatte, war das sehr verlockend. Das Lineup hat mir von Beginn an zugesagt und die Chance, in der ESL Pro League Season #10 zu spielen, war gut. Ich wollte mit den Jungs unbedingt zusammenarbeiten und im Endeffekt war das Angebot besser, als weiterhin bei ALTERNATE aTTaX zu bleiben.


Gab es für dich andere Angebote? Stand ein Wechsel zu BIG im Raum?

enkay J: Zum damaligen Zeitpunkt war BIG keine Option für mich. Ich habe zu dem Zeitpunkt auch nicht an einen Wechsel gedacht. Als dann aber das Angebot von Sprout kam, musste ich es einfach annehmen. Nachdem wir mit ALTERNATE aTTaX aus der ESEA Mountain Dew League S31 EU abgestiegen sind, war es für mich die naheliegendste Entscheidung.


Wie waren für dich die ersten Wochen bei Sprout?

enkay J: Das war gerade in der ersten Woche schon ein wenig kompliziert. Da haben wir noch mit dem alten Lineup gespielt, in dem auch Sabit 'mirbit' Coktasar dabei war. Zu der Zeit war meine Hauptaufgabe, die Jungs bei Laune und die Motivation hoch zu halten.

Die Spieler haben das ganze Jahr ohne richtige Pause durchgezogen. Dann noch den EPL-Qualifier zu spielen, war schon hart. Daher war es für mich wichtig, immer wieder den Spielern vor Augen zu führen, warum sich das alles am Ende lohnt.

Nach der Sommerpause kam dann Denis 'denis' Howell neu ins Team und ich musste ihn so gut es geht ins Team integrieren. Zu dieser Zeit hatten wir auch ein Bootcamp in den Niederlanden abgehalten, in dem wir aber kaum trainieren konnten. Zwischendurch gab es immer wieder offizielle Matches, sodass wir nur zwei wirkliche Trainingstage hatten.

Und für mich war es natürlich auch eine Umstellung. Ich musste gucken, was die Jungs schon können und was noch nicht. Da arbeiten wir immer noch dran und gerade nachdem wir jetzt gescheitert sind, werden wir uns die Zeit nehmen, um an allen Ecken zu arbeiten. Wir werden uns auch an einen runden Tisch setzen und darüber reden, was funktioniert und was nicht.


Wie kam es dazu, dass denis zurückgeholt wurde? Sprout hatte mit mirbit bereits die Qualifikation geschafft.

enkay J: Die Verantwortlichen bei Sprout haben mit mir gesprochen und mir gesagt, dass sich mirbit nicht ganz so wohlfühlt. Es war also seine Entscheidung und daraufhin haben sich beide Parteien einvernehmlich getrennt. Ich selbst konnte da gar nicht so viel beitragen. Ich war ja auch erst zwei Wochen im Team.


Wie wird das in Zukunft mit Spielerwechseln bei Sprout laufen? Hast du als Coach ein gewisses Mitspracherecht?

enkay J: Um ehrlich zu sein, habe ich mit den Verantwortlichen bei Sprout noch gar nicht darüber geredet. Ich bin auch kein großer Freund von Spielerwechseln. Wenn es dann doch mal dazu kommt, bin ich da eher oldschool und lasse das Team entscheiden, wer oder ob gewechselt wird. Denn am Ende des Tages muss sich das Team wohlfühlen.

Es bringt nichts, wenn das Team nicht harmoniert, aber den ganzen Tag zusammen zocken muss. Trotzdem kann man nicht immer nur das Team entscheiden lassen, denn dann werden zu emotionale Entscheidungen getroffen. Im schlimmsten Fall fliegt ein Mitspieler raus, obwohl es sportlich gut läuft.


Wie kam es zu euren Problemen in der ESL Pro League, dass ihr Matches nicht eintüten konntet? Immerhin habt ihr im letzten Gruppenspiel sogar geführt.

enkay J: Es lässt sich nicht leugnen, dass am Ende auch die Nerven bei allen blank lagen. Wenn ich mir jetzt im Nachhinein alle Spiele angucke, dann hätten wir auch gegen Team Vitality gewinnen können. Da haben wir zum Beispiel auf Nuke einfach zu viele Fehler gemacht.

Gegen die Ninjas in Pyjamas hätten wir gewinnen müssen. Mit Mirage und mit Nuke hätten wir da ein lockeres 2:0 gehabt und auf Inferno wurden wird dann einfach ausgespielt.

Gegen Heroic hätten wir dann ebenfalls gewinnen müssen, auch wenn wir da wahrscheinlich 2:1 gewonnen hätten. Schlussendlich war der Druck wirklich spürbar und wir haben dadurch so viele Runden abgegeben, die wir sonst geholt hätten.

Das ist bei dem einen oder anderen auch schon vor meiner Verpflichtung ein erkennbares Problem gewesen. Da ist es für mich aber natürlich auch schwer, zu helfen. Eventuell wäre da ein Sportpsychologe hilfreich, der uns da unter die Arme greifen könnte. Mir fehlt dafür leider einfach das nötige Fachwissen.

Zusätzlich muss man auch sagen, dass wir einfach auch noch nicht so lange in diesem Lineup zusammenspielen und wir daher nicht die gleichen Möglichkeiten haben wie andere Teams.


Foto: Twitter/Sprout


Geschrieben von Zorkaa

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Kommentare


#1
BRETTDESZORNS schrieb am 26.10.2019, 19:21 CEST:
Ok.
#2
Vossii schrieb am 26.10.2019, 20:49 CEST:
Wurde zur Kenntnis genommen
#3
bamz0r schrieb am 27.10.2019, 07:24 CET:
Zusammengefasst: Empathieloser Coach, der keine Verantwortung für sein Team übernimmt und auch keine Ahnung hat, wie man seine Leute in Stresssituationen richtig betreut. Wie soll das funktionieren?
 

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