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Interview: Neuer Coach von ALTERNATE aTTaX im Gespräch02.02.2020, 14:55

ScrunK: Entwicklung zur Exklusivität ist für uns negativ

Robin 'ScrunK' Röpke leitet in der neuen Saison die Geschicke des Teams von ALTERNATE aTTaX. Wir haben mit ihm über seine neue Rolle gesprochen.



Überraschend war es schon, dass ScrunK seine Maus als Spieler Ende des vergangenen Jahres an den Nagel gehängt hat. Mit gerade einmal 24 Jahren coacht er eines der besten deutschen Teams in Counter-Strike: Global Offensive. Damit tritt er in die Fußstapfen von Niclas 'enkay J' Krumhorn, der Ende des vergangenen Jahres zu Sprout gewechselt war. Im Interview spricht ScrunK über seine neue Funktion, die Ziele und welche besonderen Momente seiner Karriere als Spieler ihm in Erinnerung bleiben werden.

99Damage: ScrunK, du bist seit Kurzem Coach von ALTERNATE aTTaX. Wie ist der aktuelle Stand der Vorbereitung?

ScrunK: Aktuell trainieren wir für die neue Saison. Wir hatten bereits ein Bootcamp in Linden. Sonst findet das Training online statt.


99Damage: Du bist mit 24 Jahren ein sehr junger Trainer. Wieso folgt der Schritt bereits jetzt?



ScrunK: Tatsächlich lohnt es sich aktuell nicht für mich als Spieler. Es hat einfach nicht mehr hingehauen. Ich wollte eine Vollzeitstelle, die hätte ich in dieser Form wie bei aTTaX schlichtweg nicht bekommen.


99Damage: Und dich juckt es nicht mehr in den Fingern, wenn du die anderen spielen siehst?

ScrunK: Ich gebe zu, dass es in der ersten Woche hart war. Natürlich steckt die Lust aufs Spielen noch in mir. Ich schließe eine Rückkehr als Spieler nicht für immer aus. Aber aktuell gilt meine ganze Konzentration meiner Aufgabe als aTTaX-Trainer.




99Damage: ALTERNATE hat in Counter-Strike eine große Tradition. Denkt man daran, wenn man dort als Coach beginnt?

ScrunK: Als ich im Bootcamp in Linden war, habe ich die ganze Reihe der Pokale gesehen. Das ist sicherlich cool und beeindruckend. Die Erfolge reichen zurück bis zu Beginn der 2000er. Für mich in der täglichen Arbeit ist das aber kein Faktor.


99Damage: Welche Ziele verfolgt ihr in der neuen Saison?

ScrunK: Wir wollen natürlich jedes Match gewinnen. Gleichwohl mussten wir mit dem Abgang von Mateusz 'mantuu' Wilczewski einen schmerzhaften Verlust hinnehmen. Ziel ist weiterhin, ein deutsches Spitzenteam zu bleiben und ein Wörtchen bei der nationalen ESL Meisterschaft und der 99Damage Liga mitzureden.




99Damage: Wie steht es um eure internationalen Ambitionen?

ScrunK: Aktuell ist das nicht das erste Ziel. Aber mittelfristig soll es dahin gehen. Vielleicht schaffen wir es in Zukunft unter die Top 30. Ich glaube auch, dass das Team das Potential dafür hat.


99Damage: Du hattest den Abgang von mantuu angesprochen. Wie macht sich Neuzugang Sabit 'mirbit' Coktasar?

ScrunK: Beide Spieler sind sicherlich unterschiedlich. mantuu hat tatächlich Starqualitäten. Er hat durch sein großartiges Aiming teilweise auch scheinbar unmögliche Runden geholt. Aufgrund dieser überdurchschnittlichen Qualitäten war er für die Organisation dann nicht mehr zu halten. mirbit ist ein anderer Spieler, der besonders durch seine Cleverness und Erfahrung zu überzeugen weiß - aber auch er hat ein klasse Aiming.


99Damage: Welche Spielphilosophie hast du als Coach?

ScrunK: Das ist ein fließender Prozess. Ich bin in der Szene bereits als Spieler dafür bekannt gewesen, dass ich die Gegner genau analysiere. Dadurch habe ich früh einen anderen Blickwinkel auf Counter-Stike gewonnen. In meinem Team will ich die Stärken meiner Spieler erkennen. Ich will unseren trainierten Spielstil stets reproduzieren können und Konstanz im Spiel aufbauen.




99Damage: Was musst du als Coach dabei berücksichtigen?

ScrunK: Die Meta des Spiels ändert sich ja stetig. Deshalb müssen die Strategie und die Taktik stets angepasst werden. Die Skilldichte ist in Counter-Strike auch höher geworden. Am Ende entscheidet nicht das reine mechanische Spiel, sondern Nuancen und das Decision-Making.

Mit Blick auf die internationale Szene wird das schnell deutlich. Jeder junge Däne schießt dich auf den Servern weg. Die Spieler sind dort gut ausgebildet worden - im Gegensatz zu Deutschland.


99Damage: Woran liegt das?

ScrunK: Es gibt einige entscheidende Faktoren, die eine Rolle spielen. Meiner Meinung nach investieren Spieler aus anderen Ländern mehr in das Spiel. Sie trainieren deutlich mehr und haben mehr Eigeninitiative.

Ein weiterer Grund ist, dass im Vergleich zu Deutschland die Strukturen in anderen Ländern besser sind. Ein Beispiel ist sicherlich Dänemark in vielerlei Hinsicht. Zum Beispiel gibt es in Dänemark viele gute Ingame-Leader (IGL), die junge Spieler auf ein Toplevel führen können. Nicolai 'HUNDEN' Petersen hat beispielsweise viele Nachwuchsspieler groß gemacht. Sowas fehlt in Deutschland.




99Damage: Der E-Sport in Counter-Strike verändert sich aktuell. Drei Konkurrenten buhlen um die großen Teams. Wie siehst du diese Entwicklung?

ScrunK: Für die Zuschauer finde ich die Unterteilung nicht so gut, weil möglicherweise nicht mehr alle Topteams immer aufeinander treffen werden. Aber es ist kein Geheimnis, dass viele Organisationen Verluste mit ihren Counter-Strike-Teams machen. Für sie bedeutet das Sicherheit und Stabilität.


99Damage: Was bedeutet das für Teams wie ALTERNATE aTTaX?

ScrunK: Die Entwicklung hin zur Exklusivität ist für unser Team negativ. Die Szene der Tier-3- und Tier-4-Teams wird vermutlich am meisten darunter leiden, weil sie unheimlich schwer in diese Sphären vorstoßen kann.


99Damage: Bevor du als Trainer durchstartest, an welche besonderen Momente als Spieler erinnerst du dich eigentlich gerne zurück?

ScrunK: Sicher war einer der größten Erfolge der Gewinn der ESL Meisterschaft - nach vier zweiten Plätzen. Dass ich als Trainer amerikanische Teams trainiert habe, war sicherlich eine weitere tolle Erfahrung.

Aber tatsächlich erinnere ich mich eher an viele kleinere Dinge. Als wir uns für ein Turnier online qualifiziert hatten und mein Mate: "Finale, oho, Finale...", durch das Mikrofon sang. Das sind so unvergessliche Momente, die große Glücksgefühle in mir ausgelöst haben.


99Damage: Was motiviert dich weiterhin an Counter-Strike?

ScrunK: Ich mag an Counter-Strike die taktische Tiefe. Das hat mich von Anfang an gefesselt. Interessiert haben mich schon immer Games mit Wettbewerbscharakter. Anfangs habe ich in "Star Wars Battlefront II" die ESL Ladder dominiert, dann habe ich Counter-Strike: Source entdeckt. Und solche Dinge, dass man eine Smoke in den Himmel wirft und die dann punktgenau auf der Map landet, die haben mich sofort fasziniert.


99Damage: Und wie kannst du deine Leidenschaft auf aTTaX übertragen?

ScrunK: Ich sehe uns in Deutschland derzeit auf Nummer drei. Aber wir müssen uns aufs Neue beweisen. Ich hatte bereits gesagt, dass ich Konstanz im Team entwickeln will. Das ist eine schwere Aufgabe, nicht zuletzt wegen der häufigen Spielerwechsel.


Foto: ALTERNATE aTTaX


Geschrieben von swayzay

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Kommentare


#1
1112Leon schrieb am 02.02.2020, 17:13 CET:
#aufgehtsaTTaX
#2
Pinselaeffchen schrieb am 02.02.2020, 17:35 CET:
#aufgehtsaTTaX
#3
No11e schrieb am 02.02.2020, 17:40 CET:
Top30?
Da glaube ich nicht dran, aber besser als keine Ziele.
Ich wünsche Ihnen das Beste!
#4
Reptice schrieb am 02.02.2020, 19:20 CET:
1112Leon schrieb:
#aufgehtsaTTaX

Pinselaeffchen schrieb:
#aufgehtsaTTaX


#aufgehtsaTTaX
#5
Aimlevel schrieb am 03.02.2020, 00:35 CET:
Noch kein Major gewonnen aber ständig Interviews geben. Das haben wir gern.
#6
pioDE schrieb am 03.02.2020, 12:52 CET:
Ich empfinde den Anspruch einen immer wieder reproduzierbaren Spielstil entwickeln zu wollen als ambitioniert, aber auch als lohnenswertes Ziel das es zu verfolgen gilt. Trotzdem im Kopf und als geamtes Team taktisch flexibel und unvorhersehbar zu bleiben, ist und bleibt eine schwierige, aber dennoch lösbare Herausforderung.

Spielszenen von außen zu berurteilen ist oft fragwürdig, weil man den tatsächlichen Plan und die situative Denkweise des IGL´s und auch der einzelnen Spieler nicht genau kennt. Da ich seit inzwischen 2 Jahren aber fast jedes Attax Spiel Live oder im VOD gesehen habe, sind ist für mich weder fehlendes Aim, der Rundenaufbau oder z.b. die Executes das Problem, sondern eher im generellen Ausspielen von Überzahlsituationen bzw. dem Verhalten in Afterplants sowohl als CT und auch auf T-Seite, hat man noch deutlich Luft nach oben. Sonst reißt man sich mit dem Hintern immer wieder das ein, was man sich eben gerade mit den Händen selbst aufgebaut hatte.

Was "Scrunk" bezüglich der zunehmenden "Exklusivität" in CS-GO gesagt hat, dem stimme ich ebenfalls vollumfänglich zu. Eine auf Leistung aufbauende gesunde Durchmischung von gestandenen und etablierten Teams mit all denen die darunter stehen, wird so sehr erschwert bis unmöglich gemacht.

Und nebenbei gesagt, wieso laut dem Ex CEO von Cloud 9, die meisten Organisationen mit Ihren CS-GO Team rote Zahlen schreiben erschlíeßt sich mir nicht. Wenn Teams wie z.B. Astralis oder Team Liquid, mit Einahmen für 2019 von bis zu 3000000 Euro NUR durch Preisgelder, nicht in der Lage sind ein CS-GO Team wirtschaftlich zu betreiben, dann scheinen hier einfach über Jahre betriebswirtschafliche Fehlentscheidungen getroffen zu werden, die sich mit den derzeitgen Realitäten und Ansprüchen an Gehälter und sonstigen Ausgaben so nicht vereinbaren lassen. Das man natürlich bei Ausgaben von 70000$ pro Monat (12 x 70000$ = 840000$ pro Jahr) für ein CS-GO Team und Einahmen von nur 70000$ durch Preisgelder einen gewaltigen Fehlbetrag generiert, bedarf wohl auch keiner weiteren Erklärung. Das der Fehlbetrag sich dann auch auf insgesant 2000000$ steigert, ergib das zusätzliche Kosten von circa 1200000$. Jeder BWL Erstsemester würde jetzt wahrscheinlich als Erstes eine Kostensenkung in Erwägung ziehen. Jedoch aber die Einahmen erhöhen zu wollen, ohne das eigentliche Produkt, nämlich Dinge im und um das Team zu verbessern, wird Cloud 9 mit einer ähnlich gezeigten Leistung wie noch in 2019, in diesem Jahr so auch nicht erfolgreicher sein.
#7
pioDE schrieb am 03.02.2020, 13:03 CET:
p.s. Ich hasse tatsächlich diese "EDIT" Funktion und natürlich #aufgehtsaTTaX ;)
 

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