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Meinung: Fanidentifikation und Zukunft der Spieler03.06.2017, 12:30

Spielerwechsel: Unterhaltung für die Fans, bitterer Ernst für die Spieler

Counter-Strike: Global Offensive ist nicht nur momentan einer der größten eSport-Titel, sondern auch einer der wachstumsstärksten. Konstant hohe Zuschauerzahlen spiegeln die enorme Fanbase wieder. Allerdings ist die Fanidentifikation noch wenig ausgeprägt, weshalb Spielerwechsel objektiver und weniger emotional bewertet werden.



Obwohl die Fanidentifikation heutzutage ein wachsender Aspekt im eSport ist, ist der Bezug zu seinem Lieblingsteam im Vergleich zu traditionellen Sportarten noch immer gering. Das Gemeinschaftsgefühl besteht in der Regel eher aus dem Interesse am eSport im Ganzen bzw. dem jeweiligen eSports-Titel, weniger der Identifikation mit einer speziellen Organisation.

Die herkömmlichen Orgas haben im Durchschnitt eine kurze Lebensdauer, alt eingesessene Orgas wie SK Gaming oder Team Dignitas sind Phasenweise ohne Team, im Falle von Gamers2 bzw. G2 Esports kam es zu einer Neustrukturierung der Marke und zusätzlich entstehen besonders durch neue Modelle wie die „eigene“ Strukturen von Astralis oder den Einstieg traditioneller Sportvereine im Falle von North neue Organisationen. Aus diesem Grund ist es für die Community schwerer in ein Team involviert zu sein. Deshalb verhält sich der Aufschrei bei einem Spielerwechsel moderat.

Bäumchen wechsle dich


Ein Spielerwechsel ist weiterhin die dominante Art der Anpassung der Teams und wird es auch weiterhin sein. Zwar sieht man zum einen an Wechselsummen von Adil 'ScreaM' Benrlitom und Nikola 'NiKo' Kovač, wie die Ablösesummen in die Höhe schießen, aber zum anderen ändert sich nichts an dem Fakt, dass der Löwenanteil der Spielerverträge mit durchschnittlich 6 – 12 Monaten noch immer eine sehr geringe Laufzeit vorzuweisen hat, was Spielerwechsel für die Organisationen wahrscheinlicher und günstiger macht. Die Schnelllebigkeit im eSport fördert somit die Häufigkeit der personellen Änderungen.

Die Spielerwechsel folgen nicht nur einen finanziellen Aspekt. Fast alle Organisationen geben die Entscheidung für Spielerwechsel noch immer in die Hände ihrer Akteure. Bei so jungen Profis und einem so gefühlsbetonten Alltag, kommt es oftmals zu emotionalen Entscheidungen, ohne vorher andere Mittel und Wege zu suchen. Der Spielerwechsel ist somit die einfachste, nicht aber immer die beste Lösung. Dem Virtus.pro-Ansatz wird aus dem Weg gegangen und Philosophien, wie sie BIG neuerdings vertreten möchte, sind die Seltenheit.

Die zunehmende Professionalisierung ist in der Verteilung von Verantwortung noch nicht durchgedrungen. Coaches tragen in diesem Gebiet noch kein Mitbestimmungsrecht, sondern nehmen nur eine beratende Rolle ein. Trotzdem hilft dieser erste Schritt, den Spieler dahingehend mehr Wege aufzuzeigen und trägt dazu bei, dass zukünftig personelle Entscheidungen sensibler gehandhabt werden.

Wer leidet mehr?

Da mit jedem Spielerwechsel Steine aus der Wand der Fanidentifikation einer Organisation bröckeln, wird im Gegensatz zu traditionellen Sportarten, auf Vereinstreue noch kein Hauptaugenmerk geworfen. Während Fußballfans im Extremfall das Wort „Verräter“ in ihrem Vokabular festverankert haben, ist dieser emotionale Aspekt im eSport und CS:GO vergleichsweise gering ausgeprägt. Die Hauptursache dafür liegt also in der Dynamik der Organisationen und Frequenz der Spielwechsel begründet.

Vielmehr betrifft und trifft es aber die eigenen Teammates und den Coach des wechselnden Spielers. Der Zyklus, dass ein ranghöheres Team den, für sich passenden und oftmals für das andere Team wichtigsten, Spieler verpflichtet, wiederholt sich ständig. In diesen Fällen kommt es praktisch immer zu einer Benachteiligung eines Teams. Selbst der „Tausch“ von Markus 'Kjaerbye' Kjærbye und René 'cajunb' Borg war auf dem Papier ein herber Verlust für Dignitas und bestätigt als extremer Ausnahmefall die Regel.

Hier geht es zu Teil 2


Geschrieben von Zorkaa



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Kommentare


#1
Flox1337 schrieb am 03.06.2017, 13:14 CEST:
Cooler Artikel, interessant zu lesen und gut geschrieben :)
#2
bambule- schrieb am 03.06.2017, 13:39 CEST:
Das Problem mit der Verantwortung und dem Spielerwechsel würde ich eben als sehr schwer einschätzen. In einem Fußballverein spielst du mit 10 Leuten auf dem Platz und Dutzend drumherum. Da kannst du 2-3 Spieler ignorieren und aus dem Weg gehen.
Aber wenn du mit 4 Leuten so sehr auf Kommunikation wie in fast sonst keiner Sportart angewiesen bist, dann ist das einfach sehr schwer persönliche Probleme zu überbrücken oder auszublenden.
Ein Manager kann dann mal sagen, dass man sich nicht so benehmen soll. Dabei darf man aber auch nicht vergessen, dass die viele Pros noch Kinder sind, denen das ganze nochmal ein Stück schwerer fällt sich professionell zu verhalten. Deshalb kann eine Entscheidung, ob jemand gehen muss, eigentlich zwangsläufig nur von innen kommen.
#3
hatirruck schrieb am 03.06.2017, 13:45 CEST:
die traitor ak :DDD
#4
ToX1kk schrieb am 03.06.2017, 14:43 CEST:
Sehr schöner Artikel! :)
#5
TomMAC schrieb am 03.06.2017, 14:58 CEST:
top
#6
Varraz schrieb am 03.06.2017, 15:01 CEST:
Flox1337 schrieb:
Cooler Artikel, interessant zu lesen und gut geschrieben :)


+1
#7
n3tzw3rg schrieb am 03.06.2017, 15:25 CEST:
super artikel

letzter Satz bezieht sich wohl an VP und NiP <3
#8
hypernatic schrieb am 03.06.2017, 16:13 CEST:
ToX1kk schrieb:
Sehr schöner Artikel! :)


+1
#9
Aimlevel schrieb am 03.06.2017, 16:42 CEST:
https://www.korrekturen.de/beliebte_fehler/wiederspiegeln.shtml
#10
Kyavel schrieb am 03.06.2017, 18:46 CEST:
"Fanbase wider" wieder
#11
FlinkeFlasche schrieb am 03.06.2017, 22:13 CEST:
Ja, hoffentlich bleibt big zusammen!
Wie wäre es mit Transferfenstern bei Counter-Strike?
#12
DaCicci schrieb am 04.06.2017, 14:40 CEST:
bambule- schrieb:
.....auf Kommunikation wie in fast sonst keiner Sportart angewiesen bist, dann ist das einfach sehr schwer persönliche Probleme zu überbrücken oder auszublenden...

"Sportart"`?? naja - E-Sport-Art ok, aber eine "Sportart" ist CS:GO nun wirklich nicht - quo vadis??

wobei selbst Electronic-Sports wenig mit "Sport" zu tun hat ^^
#13
XxS34NxX schrieb am 04.06.2017, 14:50 CEST:
Flox1337 schrieb:
Cooler Artikel, interessant zu lesen und gut geschrieben :)


+1
 

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