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Szene: Gambit-Special: Wir zeichnen den Weg zum Major nach26.07.2017, 21:00

AdreNs langer Weg an die Spitze

Nicht SK Gaming, nicht Astralis und auch nicht Natus Vincere. Wahrscheinlich kaum einer hat mit dieser Überraschung gerechnet: Der elfte Major Champion heißt Gambit Esports, das als erstes osteuropäisches Team den Pokal mit nach Hause nimmt. Mehr als ein Grund, sich mit den Spielern näher zu beschäftigen.





In einem Land vor unserer Zeit... Ära 1.6

Dauren 'AdreN' Kystaubayev gehört zu einen der wenigen großen Starspielern aus Kasachstan, der über seine Bekanntheit hinaus auch noch seit einer Ewigkeit Teil der Counter-Strike Szene ist. Mit seinen inzwischen circa 14 Jahren Erfahrung gehört er zu den altgedientesten Spielern, die wir haben, der Major-Titel stellt damit die Krönung seiner Ausdauer und Hingabe dar.

Dadurch dass die Anfänge bereits so lange zurückliegen und sich Datenbanken und Wikis erst vor wenigen Jahren durchsetzten, lässt sich der komplette Weg von Anfang bis Ende leider nicht zeichnen. Bekannt ist aber, dass sich AdreN seit jeher im osteuropäischen Raum wohl fühlte und daher in einigen namhaften Organisationen sein Stelldichein gab.

Noch zu Zeiten von CS 1.6 spielte er über einen längeren Zeitraum bei K23, welche durch Arbalet Unterstützung fand. Wem der Name bekannt vorkommt: Murat Zhumashevich Tulemaganbetov, besser bekannt als Arbalet, kasachischer Millionär, richtete mehrere Counter-Strike Turniere aus und unterstützte Spieler und Teams Osteuropas. Bereits bei K23 lernte AdreN seine beiden kasachischen Mitspieler Rustem 'mou' Telepov und Abay 'hobbit' Khasenov kennen.


AdreN und mou auf den World Cyber Games 2009 - de_nuke gegen The Elder Gods | Video: WorldCyberGames

Während HObbit und AdreN erst Ende 2016 unter der Flagge K23s zusammenspielten, machten mou und er bereits 2009 Bekanntschaft. Kurz vor den World Cyber Games wechselte die kasachische Organisation zwei Spieler aus und holte sich Verstärkung, unter anderem in Form von mou. Leider sollte nach den WCG alles zerfallen, aus dem Lineup blieben nur AdreN und Malik 'N1ck3L' Sualirov übrig.

Mit Verstärkung aus den Reihen Virtus.pros, die damals noch ein russische Team beherbergten, wechselten der Kasache und seine Teammates zu einer anderen Organisation, UNiTED. Nur wenige Monate später verkündete AdreN jedoch seine Abkehr vom eSport, er wollte für die nächsten vier Jahre nach China gehen um dort zu studieren. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass diese Pläne so nicht umgesetzt werden sollen.

Generationenwechsel: Goldsrc zu Source Engine, 1.6 zu CS:GO

Im Jahr 2012 folgte dann der Wechsel von Counter-Strike 1.6 zum neuesten Ableger der Serie, Counter-Strike: Global Offensive. Viele Organisationen sahen das Potenzial von CS:GO und entschlossen sich, Teams aufzustellen. Mit dabei: Virtus.pro. Am 9. Oktober 2012 verkündete die traditionsreiche, osteuropäische Organisation sein erstes CS:GO-Team, mit von der Partie war, wie sollte es anders sein, AdreN.

Ein knappes dreiviertel Jahr später hieß es dort erneut Abschied nehmen. Probleme mit seinem PC verhinderten den großen Durchbruch in CS:GO, ersetzt wurde er damals durch niemand anderen als Ladislav 'GuardiaN' Kovács. Trotzdem ließ er sich davon nicht entmutigen und die hardwaretechnischen Probleme schienen in kürzester Zeit behoben zu sein, denn nur wenige Wochen später sollte er Teil eines neuen, beeindruckenden Teams sein.

Astana Dragons sollte das Superteam Osteuropas werden. Die Namen dafür machten einiges her: Mihai 'Dosia' Stolyarov, Kiril 'ANGE1' Karasiow und Dauren 'AdreN' Kystaubayev wurden durch die ehemaligen Natus Vincere Stars Yegor 'markeloff' Markelov und Ioann 'Edward' Sukhariev komplettiert. Erfolge bei einigen Cups, der StarLadder oder DreamHack waren zwar gegeben, doch der große Wurf blieb aus. Zwischenzeitlich wurde der Kasache im Team zum Captain ernannt, allerdings löste sich das Team bereits nach sechs Monaten wieder auf.



Auch die folgenden Jahre waren von großen und respektablen Organisationen geprägt. HellRaisers war mehr als einmal das Zuhause für AdreN, bis es am 8. Januar 2016 zu dem Wechsel kam, der am Ende zur Major Krone führte. Nachdem HellRaisers die Verträge von AdreN und mou auslaufen ließ, gründeten diese die Interims-Organisation HS.GG, die sie zwei Monate nutzten, um weiterhin auf sich aufmerksam zu machen. Anscheinend gut genug für Gambit Esports, die alle fünf Spieler unter Vertrag nahmen.

Von 2016 an spielte das Team in der nahezu gleichen Konstellation, lediglich zwei Wechsel musste das Lineup hinnehmen. Die Spieler Dmitry 'hooch' Bogdanov und Jan 'wayLander' Rahkonen wurden durch Abay 'hobbit' Khasenov und Danylo 'Zeus' Teslenko ersetzt. Letzterer kam vom direkten Konkurrenten Natus Vincere und sollte fortan als Teamcaptain die Zügel in der Hand halten.

Der Weg zum Major Champion

Nun konnte es losgehen. Mit einem legendären Ingame-Leader vom Kaliber eines Zeus konnte AdreN sich weiterentwickeln und richtig aufblühen. Zwar war er zu diesem Zeitpunkt bereits einer der besten osteuropäischen Spieler, ganz zu schweigen vom eigenen Lineup, doch legte er nochmal eine Schippe drauf. Laut HLTV verbesserte er sein Rating von ~1.15 auf ~1.25, Spitzenwert in der kompletten (aufgezeichneten) Karriere. Gerade auf LAN- und Majorevents überzeugte AdreN zunehmend.

Leider folgte im Jahr 2017 ein Abschwung. Er war immer noch ein sehr solider Spieler, der in den wichtigen Momenten glänzte. Alles in allem ist in Clutches oft auf ihn Verlass. So war der 27-Jährige im Gruppenmatch zum letztjährigen ESL One Cologne Major der beste Spieler gegen Astralis und führte sein Team mit 16:06 erstmals in die Playoffs eines Valve-Turniers. Im Viertelfinale hatte man mit Fnatic eine äußerst (Playoff-) erfahrene Mannschaft gegenüber, die kurzen Prozess mit den Osteuropäern machte: 16:05 und 16:03.

Dieses Major fällt aber noch in die Zeit vor Zeus, unter dem AdreN sich nochmal verbessern konnte. Für das nächste Major, erstmals ausgerichtet von der ELEAGUE, waren Gambit damit als Legenden gesetzt. In Amerika angekommen, zeigte sich AdreN ein ums andere Mal als Leistungsträger. Im Swiss System traf er mit Dosia und Co. nacheinander auf North (16:08), GODSENT (16:09), Virtus.pro (10:16) und FaZe Clan (16:14). Mit Ausnahme bei der Niederlage gegen die Polen, war AdreN ausnahmslos der beste Spieler auf dem Server. Sein Rating lag zwischen 1.47 und 1.74!



In den Playoffs standen abermals fnatic als Gegner gegenüber, die perfekte Chance zur Rache. Nach einem 07:16 auf Cache sah es erst düster aus, ein deutliches 16:03 auf Overpass machte jedoch Hoffnung. Leider konnte AdreN seine überzeugende Leistung auf Cache nicht wiederholen - selbst wenn die Map an den Gegner ging - und stagnierte auf Overpass und der alles entscheidenden dritten Map, Dust2. Er belegte beinahe sogar den letzten Platz im Ranking und Gambit schied erneut im Viertelfinale aus. Einziger Lichtblick, der aufrechterhaltene Legenden-Status.

Wenige Monate später, im Juli, sollte sich alles ändern. Mit einem 3-0 in der Swiss Phase (mousesports 16:10, G2 Esports 16:06, Virtus.pro 16:11) qualifizierte sich Gambit gar als erstes Team von allen Teilnehmern für die Playoffs des PGL Major Krakow 2017. Erneut zeichnete der Kasache sich mit einer überragenden Leistung aus, indem er in allen Matches, teilweise überdeutlich, die Statistiken anführte.

Angekommen in den Playoffs erschien es fast wie Schicksal, als man zum dritten Mal hintereinander im Viertelfinale auf die Schweden von fnatic traf. Ein schlechtes Omen? Keinesfalls! Zwar lieferten die ehemaligen Rekordmajormeister einen anschaulichen Kampf ab, doch AdreN und vor allem Dosia zeigten, dass sie in den vergangenen Monaten trainiert haben wie kaum ein anderes Team. Ein Duell jagte das nächste. Kaum lag ein Team vorne, zog das andere nach. Am Ende ging Gambit erstmals als Gewinner hervor und erreichte das Halbfinale.


Und plötzlich platzte der Knoten. Machte es vorher den Eindruck als wäre AdreN einer der Säulen des Erfolgs, wechselten sich nun alle Spieler ab. Jeder glänzte auf seine eigene Weise, dominierte eine Map, dann wieder ein anderer. Unter Zeus' Anleitung rief jeder sein Potential ab. Im Finale, auf Map Numero drei, verhelfen HObbit und AdreN (1.65 und 1.51 Rating) ihrem Team zum Sieg. Endlich ist der altgediente 1.6-Veteran am Ziel.

Dass er das nicht nur für sich, sondern auch für seine Heimat macht, sieht jeder Zuschauer auf den ersten Blick. Immer mit dabei war die Nationalflagge von Kasachstan, die er auch am Ende stolz um seine Schultern trägt, als er fleißig Interviews gibt. Und obwohl der Weg bis zum Major-Champion lang und beschwerlich war, verloren Gambit und AdreN nie an Humor und Selbstironie. Schaut man die Videos an, in denen Dosia sein X GOD Meme-Dasein auslebt oder AdreN als Taxifahrer mit Goldgrills in einem Musikvideo auftritt, muss auch der letzte Kritiker ihnen den Sieg gönnen.

Gambit gewinnt nicht nur den Major-Titel und erobert die Herzen vieler Zuschauer, AdreN schafft es auch in die Topliste der PGL Major-Spieler. Damit wird seine Rolle innerhalb des Teams als einer der Wegbereiter und entscheidenden Faktoren für den Siegeszug unterstrichen. Nachdem er bis 2015 nicht mal 15.000 US-Dollar an Preisgeld jährlich verdient hat - das durchschnittliche Jahreseinkommen (unabhängig von Gehältern) lag eher im Bereich von 5.000 US-Dollar - und das immerhin nach über 12 Jahren Counter-Strike, wird er sich wahrscheinlich zurecht über Ruhm, Ehre und den entsprechenden Geldsegen freuen. Der Gewinn des Majors ist damit eine Würdigung und Auszeichnung für seine Karriere. Nicht erst seit Krakau ist er die größte CS-Legende Kasachstans.

Im morgen erscheinenden, nächsten Teil, beschäftigen wir uns mit Rustem 'mou' Telepov und seinem Weg zum Major Champion!


Geschrieben von spawnYzn

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Kommentare


#1
Assimilator schrieb am 26.07.2017, 21:26 CEST:
Toller Artikel!
Den Major-Titel hat das gesamte Team nach einem herausragenden Turnier absolut verdient.
#2
lolleck schrieb am 26.07.2017, 22:02 CEST:
Gambit muss man einfach gern haben! <3
Ihre Promos zu den Majors sind auch einfach immer wieder geil, ist halt verdammt gutes Marketing.

Artikel super geschrieben, freue mich schon auf die der anderen Spieler.

Und das sie sich den Titel verdient haben, ist natürlich selbstverständlich!
#3
TaipaN schrieb am 26.07.2017, 22:13 CEST:
Sehr schöner Artikel!

Ein kleiner inhaltlicher Fehler ist dabei: Gab bei Gambit 2 Wechsel:
1. wayLander -> spaze
2. spaze -> H0bbit, hooch -> Zeus
#4
CHRZZZN schrieb am 26.07.2017, 23:35 CEST:
Finde den Artikel sprachlich leider etwas schwach, auch wenn sich der Autor hier sicherlich viel Mühe gegeben hat.

"Nachdem er bis 2015 nicht mal 15.000 US-Dollar Preisgeld verdient hat,..." Damit war wahrscheinlich der jeweilige Jahresverdienst gemeint oder? Kumuliert hatte er bis 2015 nämlich deutlich über 15k.
#5
Rhazzz schrieb am 27.07.2017, 00:34 CEST:
Sehr informativer Artikel bitte mehr davon! Lob an den Autor.
#6
Tailor_ schrieb am 27.07.2017, 01:15 CEST:
Sehr guter Artikel!
Den Titel hat AdreN auf jeden Fall verdient.
#7
JayBlastOne schrieb am 27.07.2017, 07:28 CEST:
Toller Artikel! Tolles Team, haben es definitiv verdient!
#8
DubDub schrieb am 27.07.2017, 08:51 CEST:
Top Artikel !
#9
spawnYzn schrieb am 27.07.2017, 08:53 CEST:
CHRZZZN schrieb:
Finde den Artikel sprachlich leider etwas schwach, auch wenn sich der Autor hier sicherlich viel Mühe gegeben hat.
"Nachdem er bis 2015 nicht mal 15.000 US-Dollar Preisgeld verdient hat,..." Damit war wahrscheinlich der jeweilige Jahresverdienst gemeint oder? Kumuliert hatte er bis 2015 nämlich deutlich über 15k.

Du hast recht, mein Fehler, hab das falsch gelesen. Werde es gleich korrigieren. Danke für den Hinweis!

/edit: ausgebessert :)

TaipaN schrieb:
Sehr schöner Artikel!
Ein kleiner inhaltlicher Fehler ist dabei: Gab bei Gambit 2 Wechsel:
1. wayLander -&gt; spaze
2. spaze -&gt; H0bbit, hooch -&gt; Zeus


Danke dass du mich darauf aufmerksam machst. Meine Formulierung war unglücklich gewählt, es waren tatsächlich zwei separate Wechsel. Hab die Stelle geändert damit das besser hervorgeht.

editiert von spawnYzn am 27.07.2017, 09:09 CEST
#10
BengaloW schrieb am 27.07.2017, 09:02 CEST:
Richtig guter Artikel! Hat Spaß gemacht zu lesen.
#11
hoLyw00d schrieb am 27.07.2017, 10:44 CEST:
Sehr geiler Artikel, gut geschriebener Artikel!

Highlight des Musikvideos definitiv Dosia, der eine Kaffeetasse samt Untersetzer auf dem Bauch balanciert. :D genial diese Gambitmarketingmaschine
 

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