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Meinung: Eine Überarbeitung des Qualifikationsprozesses muss her24.01.2018, 19:00

Major-System: unfair und nicht zeitgemäß

Das ELEAGUE Major: Boston 2018 ist in vollem Gange. Doch wo sind die Ninjas in Pyjamas oder OpTic Gaming und was haben Flash Gaming und Renegades eigentlich auf dem Major zu suchen? Hier läuft doch etwas verkehrt. Warum sind auf der einen Seite „mittelmäßige“ Teams dabei und auf der anderen Seite Top-Clans nicht qualifiziert?



Dieser Artikel spiegelt die Meinung des Autors und nicht die der gesamten 99Damage Redaktion wider.

Dabei wurde das Major-System gerade erst überarbeitet aber eigentlich auch nicht. Der Offline-Qualifier wurde lediglich in New Challenger Stage umbenannt und Teams, die es in diesen Qualifier geschafft haben, bekommen nun auch Sticker. Eine Chancengleichheit gibt es aber weiterhin nicht.

Beim Status Quo bleiben gute Teams auf der Strecke

Momentan hat jedes Team die Möglichkeit, sich auf das nächste Major zu spielen. Es gibt keine direkten Einladungen mehr, sondern jeder Spot muss hart erkämpft werden. Dabei gibt es nur eine Chance. Wer diese verpasst, geht leer aus. Außerdem bekommen Teams aus schwächeren Regionen mittlerweile einen Freifahrtschein auf das größte Turnier des Jahres.

Regionale Trennung bringt klare Nachteile für europäische Teams

Um sich auf ein Major zu spielen, muss ein Team, das von ganz unten anfängt, erst einmal mehrere Online-Qualifier überstehen, um sich am Ende einen Platz im regionalen Minor zu sichern. Dort muss sich ein Team ins Finale spielen, um das Major zu erreichen.

Genau das ist der Punkt: In einem Finale können bekanntlichermaßen nur zwei Teams stehen. Alle anderen müssen die Koffer packen. So erging es OpTic Gaming. Der europäisch Mix rund um Adam 'friberg' Friberg erspielte sich auf dem Minor den Gruppensieg und schlug unter anderem Major-Teilnehmer Space Soldiers. Im Playoff-Bracket lief es allerdings nicht gut für das Team aus der NA EPL. Mit 1:2 verlor man im Halbfinale, ebenfalls gegen die Space Soldiers, und schied damit aus.

Auf der anderen Seite der Erde setzten Renegades und TyLoo im Asia Minor durch und sicherten sich den Major-Spot. Im direkten Duell sollte ein OpTic Gaming die meisten Duelle gegen diese beiden Teams gewinnen. Durch die regionale Trennung auf dem Weg zum Major ist dies allerdings nicht möglich. Das ist ein Problem.



Selbst wenn man davon ausgeht, dass OpTic Gaming schwächer ist als Team EnVyUs und Space Soldiers und daher verdient im Halbfinale ausgeschieden ist, sollte eine Major-Teilnahme nicht regional begrenzt ausgespielt werden.

Ein Ausrutscher und das war's

Durch diesen begrenzten Weg zum Turnier des Jahres ist die Tagesform extrem wichtig. NiP schied bereits im Closed Qualifier zum Minor aus - ein bitterer Tag für die Schweden. In einem SWISS-Format verloren Christopher 'GeT_RiGhT' Alesund und Co. gegen, auf dem Papier, deutlich schwächere Teams und das auch noch online.

Doch klammern wir einmal die Frage aus, ob das Ausschieden verdient war oder nicht, stellt sich dennoch die Frage, ob die Partie an einem anderen Tag vielleicht nicht ganz anders ausgegangen wäre? Nur eine einzige Chance zu haben, sein Können unter Beweis zu stellen, ist zu wenig, wenn es um das größte Turnier der Saison geht.



Schwache Legenden

Ein halbes Jahr ist in CS:GO eine lange Zeit. Solange dauert eine Saison zwischen zwei Majors. Es gibt keine Garantie dafür, dass Teams, die bei einem Major stark waren, auch noch beim kommenden Major qualitativ auf höchstem Niveau mithalten können. Beim ELEAGUE Major: Boston 2018 konnte sich gerade einmal zwei Legend Teams für die Playoffs qualifizieren.

Mit dem neuen System sind die besten 16 Teams für das nächste Major gesetzt und lediglich acht können nachrücken. Das ist eindeutig zu wenig für die Schnelllebigkeit der Szene. Es spielen sich immer wieder neue Teams in den Fokus und sollten die Möglichkeit bekommen, sich gegen die "Legends" in einer Qualifikation zu behaupten. Kein Team sollte daher für das nächste Major gesetzt sein.

Das beste Beispiel hierfür ist Virtus.pro. Lediglich 16 Runden konnten die Polen beim Major für sich entscheiden. Mit 0-3 schied das Team in der Legends Stage aus. Das war keine Überraschung, denn bereits im Vorlauf zeigte VP, dass sie nicht mehr auf dem Niveau mithalten können und trotzdem stand ihnen, durch das Erreichen der Playoffs des PGL Majors der Legend Spot zu. Ein Vorteil, den sich das Team, durch Ihre zuletzt durchwachsenen Leistungen, nicht verdient hat.




StarCraft macht es vor

Auch wenn das RTS-Spiel StarCraft II vom Aussterben bedroht ist, so ergibt die Turnierlandschaft des Spiels durchaus Sinn. Einmal im Jahr findet, im Rahmen der BlizzCon, die Weltmeisterschaft des Titels statt. Die Qualifikation für das wichtigste Turnier des Jahres funktioniert über ein Punkte-System.

Nicht nur in SC2 erfolgt die Qualifikation über Punkte, auch in Dota 2 wird die Qualifikation für das "The International", dem Turnier der Szene, über Punkte geregelt. Diese Punkte gehen dabei jedoch nicht an das Team, sondern an die Spieler.

Dieses System auf CS:GO anwenden

Die Turnierlandschaft in Counter-Strike: Global Offensive ist so vielseitig, dass man gar nicht mehr weiß, welchen Wettkampf man sich anschauen soll. Um Events wieder relevanter zu machen, könnte Valve in Zusammenarbeit mit den Veranstaltern mehrere Turniere über die Saison ins System integrieren.

Die Teams würden dann für ein bestimmtes Abschließen auf den Events von DreamHack, ESL, ELEAGUE und Co. eine gewisse Punktzahl erhalten. So sammeln die Mannschaften über die Saison hinweg Punkte, die sie dann auf das Major bringen.

Die Relevanz bzw. die Wertigkeit des jeweiligen Turniers würde dann meist über die Anzahl der zu vergebenen Punkte entschieden werden. Dies würde die Turniere während der Saison wieder spannender machen, da Teams wie SK Gaming oder FaZe Gründe haben, auch an kleineren Turnieren teilzunehmen. Außerdem würden am Ende die Teams auf dem Major spielen, die sich über die Saison hinweg am besten präsentiert haben. Die Steigerung der Spielqualität wäre dabei ein positiver Nebeneffekt.

Generell sollte Valve ihren momentanen Qualifikationsweg zum Major überdenken und dabei auch die Schnelllebigkeit der Szene einbeziehen. Regionale Trennungen beim größten Turnier des Jahres sollten abgeschafft werden. Dies könnte durch eine große Zahl von Qualifikationsturnieren, verteilt über den Globus, geschehen.

Was haltet ihr vom jetzigen Major-System? Wäre ein Punkte-System die richtige Überarbeitung?


Geschrieben von DasiN

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Kommentare

 
3

#51
bronsoNNN schrieb am 25.01.2018, 13:21 CET:
McBudaTea schrieb:
bronsoNNN schrieb:
Sollten professionelle Teams nicht in der Lage sein ihre Performance abzurufen?
BO3 sind zwar interessanter (weil es länger geht), aber betrachtet doch mal die Maps.
Ob du die nun im BO3 spielst, oder im BO1 ist uninteressant - Cache bleibt Cache - Mirage bleibt Mirage etc.etc. und die Teams spielen die Maps nicht zum ersten Mal.
Wenn man beim BO1 da halt nicht seine Leistung bringt, muss man seine Chancen bei den anderen Teams nutzen. Entweder man packt es oder nicht. So ist es nun mal bei nem Sport...dort sitzen Menschen und die haben eine Tagesform, was aber keine Entschuldigung dafür sein sollte, dass ein System als unfair abgestempelt wird.


Folgendes Beispiel: Team A ist gut auf 6 von 7 Maps, während Team B 4 von 7 gut beherrscht. Team A ist damit das bessere Team, da es wesentlich schwieriger ist, ein hohes Level auf mehr Maps zu halten.
In einem BO1 kann jedes Team drei Maps bannen. Die Folge ist, dass beide Teams auf einer Map spielen, welche sie gut beherrschen. Bei einem BO3 wird dagegen von jedem Team zuerst eine Map gebannt. Die Folge ist, dass Team A garantiert eine Map wählen kann, wo sie Team B deutlich überlegen sind. Dadurch erhöht sich die Siegeschancen von Team A sehr deutlich.


Mir ist schon klar wie das System funktioniert, aber dennoch ist es auf so einem Level uninteressant :) Wie gesagt die professionellen Teams sollten vorbereitet sein und kennen jede einzelne Map und wenn sich ein Underdog gegen ein "Top-Team" auf einer Map wie Mirage, Inferno, Cache durchsetzt hat das nichts damit zu tun wie weitreichend der mappool der Teams ist. Oder hast du in anderen Sportarten mal in Gruppenphasen gehört, dass ein Spiel wiederholt wurde, weil einem Team nicht mit dem Spielfeld klar kam?

In der Pick und Ban phase kann man das halt regeln...dafür ist sie da :)

Für mich absolut keine Argumentationsgrundlage. Und wenn man drei mal gegen starke Gegner spielt dann ist das so...ob man nun in der Challengerstage gegen sie antritt, oder in den Playoffs.

In der Championsleague kann sich eine gute Fussballmannschaft auch nicht anstellen, wenn sie mit drei anderen starken Teams gelost wird und da ist das Format egal. Losglück oder Lospech ist halt eine Glückssache :)
#52
HauptstaedTLer schrieb am 25.01.2018, 16:07 CET:
Ich persönlich finde diese Regelung, wie sie bei den Majors ist, sehr gut !
Es wird von einem Team eine Leistung erbracht, die durch eine garantiert nochmalige Teilnahme gewürdigt wird. Ein Vergleich z.B. im Fußball : Der 1.FC Köln, Hertha BSC Berlin waren für die UEFA Euroleague qualifiziert- wie sie dort dann nur wenige Wochen später aufgetreten sind, hätten sie dort niemals spielen dürfen - peinlich und schlecht. Jedoch haben sie sich die Chance erarbeitet. Genauso funktioniert das LEGENDEN-System, eine Belohnung für gute Leistungen. Mehr ist es nicht, wie man sie nutzt ist jedem Team selbst überlassen.... VP und BIG sehr enttäuschend.... Faze dieses Jahr Stark und zurecht im nächsten Jahr dabei. Und ein positiver Nebeneffekt ist doch auch, dass nicht wild durchgewechselt werden kann - denn sonst verliert ein Clan/Team den Legendenstatus :-)

Auch das Swiss-System ist sehr gut ! Es garantiert, nicht zweimal gegen den selben Gegner spielen zu müssen, bei Lower-und Upper-bracket ist das leider der Fall ! Auch das BO1 ist für vermeindlich schwächere Teams besser, so sieht man im Viertelfinale nicht immer die selben Teams.

Und am Beispiel von Gambit war es doch für uns Zuschauer eine tolle Überraschung, dass mal nicht SK/FAZE/ASTRALIS im Finale erfolgreich waren (-:

Was durchaus sinnvoll wäre, die Qualifier eben nicht über Internet auszuspielen ;-) nur dazu fehlt wohl "noch" das Geld (Ohne Preisgeld fährt ja im Top30 Segment der Teams keiner mehr zur Lan )
#53
Z1RKEL schrieb am 25.01.2018, 18:24 CET:
warum sollte 3-5x bo1 unfairer sein als 2x bo1 und noch ein bo3 dazu? Das System davor war doch noch schlimmer...2x bo1 verloren und tschüss. Das Gruppensystem mit lower und upperbracket war...puh...schlimm
#54
Hippopotamus47 schrieb am 26.01.2018, 12:23 CET:
Muss sagen mir gefällt das jetztige SWISS Format besser.

3-5x BO1 in 3-4 Tagen ist meiner Meinung nach in Ordnung, denn dann braucht man 3-4 schlechte Tage, wenn man ne negative Phase hat hilft auch ein BO3 nix.
Natürlich gewinnt man in CSGO nur wenn die Teamleistung passt bzw. iwer gerade eskaliert.

Ich finde, dass im CSGO Bereich leider zuwenige konstante Leistungen gibt sondern es oft vorkommt das komplette Einbrüche oder Eskalationen bei den Spielern vorkommen, egal ob in der Pro Szene oder im Freundeskreis.

Weiters finde ich den LEGENDEN Status super, da es im Esportsbereich noch keine fixen Zeitpläne gibt, sei es Transferfenster, weltweite Saisonfenster oder ähnliches.
Finde es schade, dass oft viel zu früh die Handtücher geworfen werden und somit andauernde Wechsel stattfinden, ist aber ein Problem der heutigen Zeit generell (Bsp Ehe: Früher war es der Bund des Lebens, heutzutage wird einfach geschieden wenns nicht passt oder man keinen Bock mehr hat, anstatt Probleme in einer Beziehung anzusprechen und Kompromisse eingehen zu müssen).

Fände aber den Legendenspot für die 8 Playofffinalisten okay, für die 8 aus der letzten "Gruppenphase" sollten zumindest nen fixen Spot im regionalen Qualifier bekommen und jene aus der ersten Major Gruppenphase sich komplett neu qualifizieren müssen.

Zudem finde ich die Spots für die Regionen auch super und freue mich da Teams fast aus jeder Region vertreten zu sehen. Manko finde ich nur die Renegades, welche in den USA leben und auch in der NA Scene spielen beim Asia Qualifier antreten zu lassen, egal ob sie Aussis sind oder nicht.
Man hat bei der Starladder ja gesehen, das MVP (korea) und Tyloo (china) zwar noch nicht ganz mithalten können, aber sich nicht verstecken müssen, da wird dann früher oder später auch ein Knopf aufgehen und die werden dann zu überraschen wissen.

Somit habe ich auch meine Meinung kundgetan und freue mich auf eine spannende Playoffphase
 
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