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Meinung: Die internationale Revolution ist nicht zu stoppen31.05.2018, 19:30

Durchgekautzt: Wer braucht eigentlich noch ein rein deutsches Team?

Deutsche Fans haben es nicht leicht: SK Gaming und mousesports haben keine deutschen Spieler mehr, BIG hat einen Briten verpflichtet und Sprout sowie ALTERNATE aTTaX sind mittlerweile gefühlt fast Dänisch. Feuert man diese Teams jetzt noch an?



Wir haben uns dafür entschieden zwei neue deutsche Spieler zu holen und nicht international zu gehen. Wir wollten einfach deutsch bleiben. Erstens wegen der Kommunikation: Wir hatten damals schon ein paar Probleme, auf Englisch ist es nicht das Gleiche. [...] Wir wollen der Community auch zeigen, dass wir nicht umsonst als deutsches Team gelten, sondern auch wirklich daran glauben.

Das sind die Worte von Fatih 'gob b' Dayik nach der Verpflichtung von Tizian 'tiziaN' Feldbusch und Niels 'luckeRRR' Jasiek Anfang dieses Jahres. Das Kapitel luckeRRR ist mittlerweile abgeschlossen. Seinen Platz im Lineup hat der Brite Owen 'smooya' Butterfield eingenommen.

Team-Manager Christian Lenz legte in einem Statement nach der Verpflichtung die Gründe dar. BIG habe keine guten Optionen auf dem deutschen Markt gesehen und sei deshalb von dem Konzept des rein deutschen Teams vorerst abgerückt. Verständlich. Trotzdem wirft es die Frage auf: Was bringt ein nationales Lineup im Jahr 2018 noch?

Internationale Lineups

"Nichts!", schallt es aus Richtung FaZe Clan und mousesports. Die beiden Teams sind die Vorzeigemannschaften, wenn es um einen erfolgreichen Mix aus internationalen Spielern geht. FaZe schießt seit Anfang 2017 mit überlegener Firepower fast alle Gegner ins Nirvana, während mouz nach jahrelangem Mittelmaß endlich Erfolge vorweisen kann. Erfolge, die sich erst eingestellt haben, nachdem das Team den deutschen Kern aufgegeben hat.
Was in Counter-Strike noch außergewöhnlich erscheint, ist bei den Nachbarn schon lange gang und gäbe. Bei Dota 2, League of Legends und Overwatch sind internationale Lineups die Norm. Warum auch nicht? Wer würde sich denn freiwillig auf den Talentpool eines einzelnen Landes beschränken, wenn man auf den der ganzen Welt zugreifen kann?

Rede mit mir!

Das Standard-Argument gegen internationale Lineups ist die Kommunikation im Spiel selbst. Die ist in CS, verglichen mit den anderen Spielen, noch intensiver und zeitkritischer. Und jeder, der in Europa schon mal Matchmaking gespielt hat, weiß um die Irrungen und Wirrungen, die die verschiedenen Sprachräume mit sich bringen.

Da ist zum einen das Problem der Call-outs: Jeder Millimeter einer CS-Map ist benannt - und das in jeder Sprache anders. Was dem Deutschen als "Hausmeister" bekannt ist, nennt der Brite "Boiler" und der Franzose "Cagibi". Genaue Positionsangaben werden so äußerst schwierig.
Im Matchmaking ein dauerhaftes Problem, aber bei den Pros kann diese Ausrede nicht gelten. Ein großer Teil von ihnen spielt regelmäßig PUGs und sollte die englischen Call-outs zur Genüge kennen. Selbst wenn das nicht der Fall ist, sollte das Lernen der Positionsangaben für professionelle Spieler das geringste Problem sein.

Deutlich problematischer scheinen spontane Wortfindung und genaue Umschreibungen. Wer nicht in seiner Muttersprache spricht, dem fällt es deutlich schwerer, im richtigen Moment schnell genug genau das richtige Wort zu finden. Soll dies dann auch noch möglichst schnell und in der Hitze des Gefechts geschehen, ist die Kommunikation meist alles andere als unmittelbar und präzise, wie Jake 'Stewie2k' Yip mittlerweile zu berichten weiß:

Yeah, it's kind of hard at the beginning because FalleN and fer speak English the most fluently, and they speak the most to me in-game, but cold has to think in Portuguese and then speak in English when he's in-game. I know he has a lot of good ideas, and I expect him to direct me a lot more, especially in mid-round situations, but since his communication's not as good in English yet I think he's a bit scared to tell me what to do because he can't say exactly what's on his mind perfectly.

Wo kommst du denn her?

Aber es wird ja nicht nur auf dem Server kommuniziert. Die Spieler eines Teams verbringen oft mehr Zeit miteinander als mit ihren jeweiligen Familien, und das oft auf engstem Raum. Ob Flugzeug, Hotelzimmer oder Teamhaus: Wer sich mit seinen Mates nicht versteht, wird als Pro mit entsprechendem Reisepensum keine besonders angenehme Zeit haben.

Kulturelle Differenzen erschweren das angeblich noch weiter. Die verschiedenen Prägungen sollen dafür sorgen, dass die Teammates die Angewohnheiten ihres Gegenübers nicht verstehen oder einen völlig unterschiedlichen Umgangston miteinander pflegen. Aber FaZe, mouz und tausende Mannschaften aus dem traditionellen Sport zeigen, dass die Spieler diese Hürde problemlos meistern und gemeinsam erfolgreich sein können.
Mia san mia

Es ist sicherlich einfacher, ein Team mit Spielern aus derselben Nation zu besetzen und somit mögliche Kommunikationsprobleme zu umschiffen. Das heißt aber noch lange nicht, dass die Erfolgschancen dadurch höher sind, wie man am Beispiel BIG sehen kann. Wenn es nur um den Erfolg ginge, würde jede Orga mit entsprechendem Geld versuchen, sich ein FaZe zu bauen.

Aber es geht eben nicht nur um den Erfolg, sondern auch um die Fans. Fatih 'gob b' Dayik spricht es im Eingangszitat selbst an:

Wir wollen der Community auch zeigen, dass wir nicht umsonst als deutsches Team gelten sondern auch wirklich daran glauben.

Aber warum ist den Fans und damit auch den Orgas das deutsche Team so wichtig? Diese Frage wird in den nächsten Wochen mal wieder beantwortet. Alle Jahre wieder feiern wir, ob bei WM, EM oder Olympia, dass irgendwelche Athleten auf dem gleichen Stück Erde geboren wurden, wie wir. Da ist es das Naheliegendste, auch im Esport das eigene Land anzufeuern. Die Sprache und das Land haben wir als deutsche Community ja schließlich alle gemeinsam.

Esport ist global

Aber eigentlich passt das Denken in Lokalitäten nicht zum Esport. Esport findet schließlich nicht auf einem Bolzplatz um die Ecke statt, auf dem sich die lokalen Fußballer treffen und schon immer getroffen haben, bis einer von ihnen es vielleicht irgendwann in ein Profiteam schafft. Esport findet online statt und ist somit als erste Sportart wirklich global. Die einzige örtliche Beschränkung ist die Latenz auf dem Server.

Das zeigt sich auch in den Rivalitäten. Was im Fußball Deutschland gegen Holland ist, wird im Esport zu EU gegen NA. Plötzlich geht es nicht mehr um Länder, sondern um Kontinente - der Maßstab vergrößert sich, sofern es die Latenz erlaubt.



Das tut er langsam aber sicher auch bei vielen Top-Teams: Alexander 's1mple' Kostylevzu Liquid war noch die Ausnahme. Mittlerweile treiben Stewie bei SK Gaming, Oscar 'mixwell' Cañellas bei G2 und Epitacio 'TACO' de Melo bei Liquid einen Trend weiter, der unaufhaltsam scheint. Mehr und mehr geht es darum, das bestmögliche Team zu kreieren, völlig frei von Ländergrenzen. So könnten national besetzte Teams möglicherweise bald der Vergangenheit angehören.

Aber vielleicht ist das ja gar nicht so schlimm. Wenn der Esport in seiner Struktur global ist, warum sollten es dann nicht auch die Teams sein? Denn eigentlich haben wir als deutsche Community nicht nur das Land und die Sprache gemeinsam, sondern auch die Begeisterung für Counter-Strike. Solange gutes CS gespielt wird, gibt diese Begeisterung uns allen genug Raum um Fan zu sein - auch von Briten oder Dänen.


Geschrieben von kautzy

Kommentare


#1
me-Shoe schrieb am 31.05.2018, 20:02 CEST:
"National" zu denken ist mehr als altbacken. CS ist schon lange international und für mich spielt die Nation in die jemand hineingeboren wurde keine Rolle. Entweder ein Team und oder Spieler sind mir aufgrund Ihrer Spielweise und Ihr Auftreten sympathisch, oder eben nicht.
Und ob die 'Orga' nun in Frankreich sitzt oder in der Ukraine... Völlig Wurscht!
#2
KillerKreePer schrieb am 31.05.2018, 20:26 CEST:
Ich bin doch kein Mouz Fan vor ca. 17 Jahren geworden, weil es ein deutsches Team war. Ich bin Fan geworden weil mir das Team ansicht gefallen hat. Es wäre genau so wenn ich ein anderes Team gefeiert hätte, egal woher die Spieler kommen.
#3
madtobebad schrieb am 31.05.2018, 21:29 CEST:
Also wenn die deutschen Orgas nach Erfolg gehen werden sie vermutlich nach und nach alle deutschen Spieler wieder rausschmeißen und internationale holen. Und iwann werden sie dann ganz International. So wie mouz halt... Find ich sehr schade. Ich stehe hinter vielen deutschen Spielern und wünsche ihnen nur das Beste. Schade natürlich das kein rein-deutsches Team mehr große Turniere gewinnt aber ich freue mich über jeden Spieler mit dem man sich auf so einem Turnier auch mal auf deutsch unterhalten kann. Ich bin riesiger BIG Fans, deshalb habe ich bei ihren Spielen immer die Größten "Zuschauererlebnisse". Habe aber natürlich auch andere Teams die ich liebe/geliebt habe. Einfach nur mal als Beispiel das alte fnatic Lineup :D jaja ich weiß, aber ich fand es mega genial. Der freche JW mit seinem Shotgun-Playstyle und seinem Randommoves. Der Flusha der gut und gerne mal durch Wände schaut und versucht Köpfe zu treffen nur um den twitch-chat und die ganzen cheat-theoretiker zum toben zu bringen. Dann der gute Krimz der seine schöne Glatze und seine Kaugummies der Kammera präsentiert. Und dann diese geniale witzige Rivalität zwischen Dennis und Olof, die einfach dauerhaft versucht haben sich gegenseitig zu toppen. Wenn der dennis nen 3k deag macht konnte man schon vermuten was olof in der nächsten Runde versuchte :D.
Naja jedenfalls worauf ich hinaus wollte, mir ist egal ob die Spieler deutsch sind oder nicht. aber iwie hat es schon etwas besonderes jemanden mit deutscher Flagge anzufeuern und diesen auf einem Event zu treffen. Wenn die Teams international gehen wollen dann bitte. Ich habe nur Angst um die deutschen Talente die dann unter Druck Leistung bringen müssen weil sie sonst gegen einen internationalen Spieler aussortiert werden...
#4
beno64 schrieb am 31.05.2018, 21:42 CEST:
Für mich ist es eigentlich wie im Fußball, ich mag die Orga und bin deshalb Fan von z.b. mouz oder Astralis.
Aber ich kann auch jeden verstehen, der es schade finde wenn z.b. mouz keine deutschen spieler mehr hat.
#5
KINGd1zzY schrieb am 31.05.2018, 21:42 CEST:
Ich habe CS schon länger den Rücken gekehrt und bin ziemlich aktiv in Rainbow Six Siege. Daher kann ich nur mal als Beispiel aus dieser Szene berichten. Dort haben wir in Europa in der ESL Pro League ein EU-Lineup (PENTA), 4 Französische Lineups, ein finnisches, ein schwedisches und ein rein deutsches Lineup (ehemals 1UP rundum KS).

Aus "Fan" Sicht muss ich ehrlich gestehen, sagen mir internationale Lineups nicht wirklich zu. Ich feier KS und seine Mates dafür, dass man trotz verpasster EPL Finals an dem deutschen Team fest hält. Es ist einfach, so finde ich, noch viel Schöner ein Team anzufeuern, dessen Spieler das eigene Heimatland repräsentieren. Vor allem, da es in der Gruppenphase der EPL ja auch nur interne EU Duelle sind. Sollten die Timings es irgendwann zulassen, dass alle auf der Welt online gegeneinander spielen können, könnte man dies vielleicht überdenken. Aber so lange die großen Ligen noch in EU - NA - LATAM und APAC unterteilt sind, feier ich nationale Lineups mehr denn internationale Konstellationen.
#6
_KaruZo_ schrieb am 31.05.2018, 22:23 CEST:
Mich stört es nicht ob internationale Spieler in Deutschen Lineups oder deutsche Spieler in internationale spielen. Mich stört es nur, als deutscher Fan, dass dan immer die internationalen Spieler das Team tragen und zum Sieg führen. Mich ärgert es mehr, dass die deutschen Spieler so "schwach" und International gesehen "unrelevant" sind.
#7
s3c schrieb am 31.05.2018, 22:39 CEST:
Juckt doch niemanden, wo die Spieler herkommen. Geht ja nur um Performance + Erfolg und das wird sonst nur eingeschränkt. Sprachbarrieren sind bei der Geschichte aber natürlich auch nicht unwesentlich.

Hätte trotzdem aber gerne wieder sowas wie TWC (natürlich ordentlich organisiert). Fehlt mMn gerade sehr.
#8
Knarre schrieb am 31.05.2018, 22:41 CEST:
me-Shoe schrieb:
"National" zu denken ist mehr als altbacken. CS ist schon lange international und für mich spielt die Nation in die jemand hineingeboren wurde keine Rolle. Entweder ein Team und oder Spieler sind mir aufgrund Ihrer Spielweise und Ihr Auftreten sympathisch, oder eben nicht.
Und ob die 'Orga' nun in Frankreich sitzt oder in der Ukraine... Völlig Wurscht!


Find ich ultragut sehe es genauso dieser ganze nationalistische Schei.. bringt doch keinem was, find es im Fußball auch nicht wichtig... Ich meine diese nationalen Vergleiche sind doch nur die sportliche Fortführung von haha mein Land ist besser als deins du Opfer usw. Ich bin eher Fan der Spieler als der Orgas d.h wenn ich einen Spieler gut finde ist es doch fast egal wo er spielt...
#9
Melonentaenzer schrieb am 31.05.2018, 22:54 CEST:
Es ist das Eingangszitat und nicht das Eingangszeitat <3
#10
the_glove schrieb am 31.05.2018, 23:53 CEST:
im gegensatz zum vereinssport hat man bei orgas halt keinen regionalen bezug durch ortsansässigkeit, spielstätten, tradition usw. ich habe die größte verbundenheit zur deutschsprachigen szene und spielern, daher suporte ich sie auch.
mouz juckt mich zb null, seit dort kein einziger spieler aus der deutschsprachigen szene mehr spielt (evtl chrisj als ausnahme), das hat mit dem nationalgedanken für mich nichts zu tun. ich kann einfach mit dem rest viel weniger anfangen und habe da fast gar keine verbundenheit.
scheint bei vielen anders zu sein, ich bin irgendwie kein fan von dieser entwicklung.
#11
leftspin schrieb am 01.06.2018, 00:38 CEST:
KillerKreePer schrieb:
Ich bin doch kein Mouz Fan vor ca. 17 Jahren geworden, weil es ein deutsches Team war. Ich bin Fan geworden weil mir das Team ansicht gefallen hat. Es wäre genau so wenn ich ein anderes Team gefeiert hätte, egal woher die Spieler kommen.


ehrliche Neugier: was ist denn von dem Team vor 17 Jahren jetzt noch übrig? wie kann ich mir das vorstellen? wenn zu irgendeinem Zeitpunkt alle fünf Mouz-Spieler gleichzeitig gewechselt hätten, wärst du dann Fan der neuen Orga gewesen? Orga mit Team gleichsetzen kann ich persönlich nämlich nicht verstehen.
#12
pleasuregod schrieb am 01.06.2018, 02:25 CEST:
die Antwort ist meiner Meinung nach ... Nein !
Gibt es irgendeine Manschaftssportart in der die Manschaften, in den höchsten Ligen, aus einer Nationalität bestehen ?
#13
methodman110 schrieb am 01.06.2018, 05:09 CEST:
KillerKreePer schrieb:
Ich bin doch kein Mouz Fan vor ca. 17 Jahren geworden, weil es ein deutsches Team war. Ich bin Fan geworden weil mir das Team ansicht gefallen hat. Es wäre genau so wenn ich ein anderes Team gefeiert hätte, egal woher die Spieler kommen.


+1
#14
spraxxyy schrieb am 01.06.2018, 08:19 CEST:
Nationale Teams können funktionieren, nur in unserem Land nicht! So weh es einem auch tut.

Dänemark bietet so viele T1-T3 Teams, die rein dänisch sind!(Astralis, North, Fragsters, Optic, Tricked etc.)
Schweden genau so: NIP, FNATIC, GODSENT, Singularity etc......
Polen: VP, AGO, Kinguin, xkom, Seal

Fakt ist, dass der Ehrgeiz, Einsatzbereitschaft fehlen und die größten Probleme: Arroganz jedes Spielers, egal wie gut/schlecht er ist und keine Talentförderung der großen Teams..
#15
fenris1337 schrieb am 01.06.2018, 09:21 CEST:
spraxxyy schrieb:
Nationale Teams können funktionieren, nur in unserem Land nicht! So weh es einem auch tut.

Dänemark bietet so viele T1-T3 Teams, die rein dänisch sind!(Astralis, North, Fragsters, Optic, Tricked etc.)
Schweden genau so: NIP, FNATIC, GODSENT, Singularity etc......
Polen: VP, AGO, Kinguin, xkom, Seal

Fakt ist, dass der Ehrgeiz, Einsatzbereitschaft fehlen und die größten Probleme: Arroganz jedes Spielers, egal wie gut/schlecht er ist und keine Talentförderung der großen Teams..


Deutschland ist für große Teams oder Organisationen auch uninteressant. Hierzulande ist CS immernoch als "Killer-Spiel" gebrandmarkt und bei jedem Amoklauf flammt die Debatte neu auf. Man hat es ja z.B. bei ProSieben gesehen. CS lief im Fernsehen, dann ein Amoklauf und sofort gestrichen. Bei Orgas würde das Gleiche passieren, wenn man keine Rufschädigung möchte.
Außerdem ist es aus Spielersicht sehr problematisch, sich voll auf CS einzulassen. Um auf höchster Ebene mithalten zu können, müsste man CS Vollzeit spielen. Es gäbe bestimmt Lösungen, dass man das im Lebenslauf gut verkaufen könnte, aber finde mal jemanden, der dir Vollzeitverträge gibt. Das kostet auch viel zu viel, wir sprechen schließlich von 8,84€ Mindestlohn und selbst davon kann man in den meisten Regionen nicht leben und selbst das muss ja erstmal erwirtschaftet werden durch Werbung oder Preisgelder.
Dazu kommt natürlich die Mentalität in der deutschen Szene. Es gibt meiner Einschätzung nach einfach viel zu wenige, die wirklich geistig imstande sind, langfristig in einem erfolgreichen Team zu spielen. Entweder werden die Leute schnell toxic, geben zu schnell auf oder wissen eh alles über CS und eigentlich ist es eine Unverschämtheit, dass FaZe nicht schon lange angeklopft hat.

Aus dem Grund habe ich mein CS Pensum auch deutlich runtergeschraubt. Für mich ist es Zeitverschwendung. Ohne Team ist das Spiel einfach nur Frustration (war auch neulich in einem Artikel hier erklärt) und Teams zu finden oder aufzubauen, die langfristig Bestand haben, ist quasi die Nadel im Heuhaufen finden. Ich war seit 2013 an über 20 Neugründungen beteiligt. Mal wird man gekickt, weil man angeblich zu schlecht ist, mal haben die Mates besseres zu tun, dann ändert sich was an Uni- oder Arbeitszeiten, dann haben alte Mates nach Team gefragt, dann kamen Angebote von Div 1 oder Div 2 Teams, dann macht die Freundin Stress etc.. Kenne glaube ich alle Ausreden, die man so drauf haben kann. Da gibt es angenehmere Sachen, als sich mit sowas auseinanderzusetzen.
#16
Boecke schrieb am 01.06.2018, 09:41 CEST:
Fußball und Esport kann man schlecht miteinander vergleichen, im Fußball bin ich Fan eines Vereins, die Vereine im Fußball sind aber viel mehr mit der Stadt und den Fans verbandelt und man unterstützt sich gegenseitig, das kann man mit Clans überhaupt nicht vergleichen. Bei CS hingegen bin ich eher Fan von Spielern und am emotionalsten bin ich dabei, wenn es um deutsche Spieler / Clans geht. Klar mag man auch diverse internationale Spieler / Clans, aber ich finde es um ehrlich zu sein sehr schade, dass Organisationen wie SK und Mouz keinen wert darauf legen deutsches CS nach vorne zu bringen. Man könnte ein deutsches Academy Team formieren, was sich auf die ESL Meisterschaft und die 99 Damage League fokussiert. Das würde wahrscheinlich auch keine Unsummen verschlingen und wenn dann ein talentierter Spieler dabei ist, dann kann man ihn hochziehen, wenn Bedarf ist. Zu einem deutschen Spieler kann ich schneller eine emotionale Bindung aufbauen, aber am Ende muss jeder für sich selbst entscheiden wen man unterstützen will.
#17
tuN1 schrieb am 01.06.2018, 11:07 CEST:
sehr schön geschriebener artikel. props an den autor!
#18
McBudaTea schrieb am 01.06.2018, 12:02 CEST:
Ambitionierte deutsche Spieler sollten sich überlegen, ob es für sie Sinn machen könnte, sich einen internationalen Team anzuschließen.
#19
1112Leon schrieb am 01.06.2018, 12:30 CEST:
Naja ist nun mal so, dass man Leute mit gleicher Sprache und gleicher Nationalität schneller sympathisch finden kann. Das bedeutet, dass man dadurch auch schneller Fan wird.
Und wenn VP mit den polnischen Fahnen in der Major ankommt, dann hat das was zu bedeuten.
#20
PCLg schrieb am 01.06.2018, 15:16 CEST:
1112Leon schrieb:
Naja ist nun mal so, dass man Leute mit gleicher Sprache und gleicher Nationalität schneller sympathisch finden kann. Das bedeutet, dass man dadurch auch schneller Fan wird.
Und wenn VP mit den polnischen Fahnen in der Major ankommt, dann hat das was zu bedeuten.


VP? Major? Es ist 2018.
Und ich finde es echt gut und sehr bereichernd das die Szene immer internationaler wird. Finde z.b. Mouz
oder die Renegades seitdem auch viel sympathischer. Nationalistische Gefühle werden in Kürze bei der WM schon genug ausgelebt
#21
MACtastic schrieb am 05.06.2018, 16:31 CEST:
PCLg schrieb:
1112Leon schrieb:
Naja ist nun mal so, dass man Leute mit gleicher Sprache und gleicher Nationalität schneller sympathisch finden kann. Das bedeutet, dass man dadurch auch schneller Fan wird.
Und wenn VP mit den polnischen Fahnen in der Major ankommt, dann hat das was zu bedeuten.


VP? Major? Es ist 2018.
Und ich finde es echt gut und sehr bereichernd das die Szene immer internationaler wird. Finde z.b. Mouz
oder die Renegades seitdem auch viel sympathischer. Nationalistische Gefühle werden in Kürze bei der WM schon genug ausgelebt


War ja klar das sich unter diesem Beitrag wieder irgendwelche selbsternannten "Anti-Nationalisten" sammeln. Die Repräsentanten seines Landes bei einer WM oder der E-Sports-Szene zu unterstützen hat nichts mit Nationalismus, höchstens mit Patriotismus zu tun, den Unterschied sollte man kennen.

Es ist eben leichter, eine Identifikation mit Leuten aus derselben Region aufzubauen, deswegen wünschen sich einige halt deutsche Teams, die muss dann ja nicht jeder unterstützen ...
 

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