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Meinung: Die Geschichte von Astralis auf dem Weg zu einer Ära05.09.2018, 20:30

Die Könige des Nordens - und der Welt

Nur wenige Teams in der Geschichte von Counter-Strike konnten eine Ära prägen. Lediglich Trophäen, Beständigkeit und Innovation rechtfertigen einen so außerordentlichen Status. Astralis ist auf dem besten Weg, sich in die Riege der legendärsten Teams einzureihen.



Dänemark gehört seit Beginn der CS:GO-Szene zu den besten Nationen. Trotz eines talentierten Ozeans an Spielern galt das Lineup um den Kern aus Nicolai 'dev1ce' Reedtz, Peter 'dupreeh' Rothmann und Andreas 'Xyp9x' Højsleth praktisch immer als das beste Team des Landes. Vorallem seit der Gründung von Astralis 2016 erreichte das Trio ungeahnte Höhen auf dem CS:GO-Himalaya.

Der lange Weg zur Siegermentalität

Dieser Erfolg kam den Dänen aber nicht zugeflogen. Zuerst wurde der Veteran René 'cajunb' Borg nach zwei aufeinanderfolgenden Gruppen-Exits bei großen Events von Team Dignitas' Supertalent Markus 'Kjaerbye' Kjærbye ersetzt. Da der gewünschte Erfolg auch in den kommenden Monaten ausblieb, gingen das Team und Dänemarks bester Ingame-Leader Finn 'Karrigan' Andersen getrennte Wege.

Es war riskant, Lukas 'gla1ve' Rossander als Nachfolger zu verpflichten, denn dieser hatte zum damaligen Zeitpunkt auf dem höchsten Level nahezu keine Spielpraxis. Doch der Ingame-Leader mit dem schwindenden Haar errichtete sich binnen drei Monaten ein Denkmal bei Astralis.


Nach drei gespielten Tier-1-Events mit drei Halbfinalteilnahmen und dem ersten Turniersieg nach 483 Tagen stand Anfang 2017 das Major in Atlanta vor der Tür. Als Mitfavorit auf den Titel musste Astralis dann aber sein berühmtes Stigma besiegen, das seit Jahren an dem Team haftete: Das Team durfte nicht unter dem Druck zusammenbrechen.

Während karrigan zum Ende seiner Zeit bei Astralis nicht mehr die gewünschte Rückendeckung seiner Spieler hatte, folgten diese ihrem neuen Ingame-Leader auf dem Major wie loyale Soldaten. Stellvertretend dafür steht sein mutiger A-Rush-Call auf der finalen Map Train beim knappen Rundenstand von 14:14, der zum Sieg führte.



Nur wenige Minuten zuvor lag das Team noch mit 0:7 und später mit 7:13 im Rückstand, nachdem es das Finale auf der zweiten Map mit 16:14 ausgeglichen hatte. Unter der Führung von gla1ve entwickelte Astralis eine Siegermentalität und wurde in Atlanta endlich der erste dänische Major-Sieger.

gla1ve: "First of all I think you need to have the respect of your teammates, in order for them to listen to you. Zonic and I have been working on this, whereby we need me to be a leader and take control - mostly in-game, but a little bit outside of the game as well. We do this to ensure that people listen to you and you can be commanding with your teammates"

Nicht nur für das skandinavische Land war das ein unvergesslicher Abend, sondern auch für Kjaerbye. Das damals 18-jährige Supertalent ist bei seinem ersten Major mit einem Top-Team auf Anhieb der MVP geworden. Dem Lineup schien nach diesem historischen Erfolg eine erfolgreiche Zukunft bevorzustehen.

Rückschlag wird zur Bewährungsprobe

Der Trophäenschrank von Astralis füllte sich nach dem Freudentaumel in Atlanta jedoch nicht wie erhofft. Kurz nach dem Gruppenaus beim Major in Boston, fast ein Jahr nach dem letzten Titel, entschied sich Kjaerbye Anfang 2018 überraschend, das Team zu verlassen - ausgerechnet für den Rivalen North. Nicht nur die Community war auf diese News unvorbereitet, auch seine Team-Kollegen waren geschockt.

gla1ve: "It came to a big surprise to all of us, I must admit, that kjaerbye decided to go to North. It was nothing that we would ever expect, to be honest."

Die Organisation schien nicht antizipiert zu haben, dass ihr einstiger Goldjunge so plötzlich wechseln würde. Der Neuzugang wurde erst einige Tage, nachdem Kjaerbye das Team verlassen hatte, bekanntgegeben. Emil 'Magisk' Reif wurde der neue Fünfte.

Während er Mitte bis Ende 2016 noch zu den vielversprechendsten dänischen Talenten zählte, konnte der Rifler 2017 seine bestechende Form bei North nicht aufrechterhalten. Er verschwand dann im wirren und erfolglosen OpTic Gaming-Sumpf.


Durch Kjaerbyes Entscheidung, zu wechseln, hatte Astralis nicht die besten Voraussetzungen, um wieder Titel zu gewinnen. Stattdessen sahen Experten sogar erstmals den Konkurrenten North im direkten Duell auf Augenhöhe, sollte sich Daniel 'mertz' Mertz als individuell starker und guter AWP-Spieler für diesen herausstellen.

Spielerwechsel bergen immer ein gewisses Risiko. Teams können sich nur etwas von einem Neuen erhoffen, wissen aber nicht, wie sich das Ganze am Ende abspielen wird. Es wäre keine Überraschung gewesen, wenn der ein oder andere Spieler sich gefragt hätte: "War es das schon mit den Trophäen?"

Auf dem Weg in die Hall of Fame

Nach dem Abgang von Kjaerbye war gla1ve jedoch "motivierter denn je", mit Astralis in die Siegerspur zurückzufinden. Sieben Monate später können sich die Dänen vor Edelmetall nicht mehr retten. Mit Magisk konnten wir in den vergangenen Monaten das beste Astralis in der Geschichte der Organisation beobachten.

Seitdem der Neuzugang ein Teil des Teams ist, geht der Blick der Spieler immer weiter nach oben: zu den Ninjas in Pyjamas, Fnatic und SK Gaming, die zuvor Meilensteine in der Geschichte von CS:GO setzten.


Der legendäre Streak der Ninjas in Pyjamas von 87 gewonnenen Maps in Folge, Fnatics fünf Tier-1-Event-Siege am Stück oder SK Gamings Rekordmarke von 2017, achtmal die Trophäe am Ende eines Events in die Höhe stemmen zu können: Diese Erfolge sind in den Geschichtsbüchern von CS:GO für immer verankert.

Und Astralis wandelt auf dem Pfad der ganz Großen in der Hoffnung, sich in den Geschichtsbüchern verewigen zu dürfen, damit Experten auch noch in den kommenden Jahren von einer Ära der Dänen sprechen werden.


Astralis gewann in diesem Jahr mit Magisk nicht nur vier Tier-1-Events, sondern dominierte diese förmlich: 30 Maps spielte das Team in diesen Turnieren, davon verloren device und seine Mitspieler absurderweise lediglich eine einzige.

Magisk: "Im lucky to have this team and be able to call them my friends and Family aswell. We have done amazing this Year with 6 Finals and 4 of them won. We will keep fighting for the upcoming Major"

Als dominantestes Team des Jahres ist Astralis auch der Favorit auf den Titel beim FACEIT Major London 2018. Sollten die Dänen gewinnen, hätten sie dem Jahr 2018 ihren Stempel aufgedrückt - und ihre Namen endgültig verewigt.


Geschrieben von Zorkaa

Quellen: hltv.org, rivalry.gg, Daniel Ránki, DreamHack Flickr

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Kommentare


#1
Sargannooblike schrieb am 05.09.2018, 23:10 CEST:
Schöner Artikel, sympathisches Team!

Danke dafür!
#2
Pinselaeffchen schrieb am 06.09.2018, 18:48 CEST:
Auf gehts Astralis!
#3
TripleM96 schrieb am 08.09.2018, 18:00 CEST:
Toller Artikel!
Werde das Major in Atlanta nicht vergessen, dort in der Crowd zu sitzen und im VIP Bereich mit den Spielern zu quatschen!
 

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