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Szene: Französisches Counter-Strike nimmt wieder Fahrt auf05.12.2018, 19:02

Re-Shuffle oder Neuanfang? G2, LDLC und Vitality

Es tut sich wieder etwas in der französischen CS:GO-Szene. Doch was jüngst von G2 Esports als Re-Shuffle bezeichnet wurde, trifft es nicht ganz. Denn es findet ein Umdenken statt - hoffentlich.



"Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht", heißt es in einem Sprichwort. Bezogen auf französisches CS:GO kommt diese Erkenntnis reichlich spät. Doch es scheint sich etwas zu tun in unserem Nachbarland, welches einst zu den großen Nationen der Szene gehörte und zwei Majors gewann.

G2 erfindet sich neu

Nach etlichen Shuffles, bei denen man immer das Gefühl hatte, dass sich lediglich die Trikots der Spieler änderten, nicht jedoch die Spieler selbst, scheint man nun einen anderen Weg zu gehen. Dass dafür erneut G2 Esports das Wechselkarussell in Fahrt brachte, ist bezeichnend. Doch sie sind längst nicht mehr die, an denen man sich messen lassen muss.


Das "Experiment Ex6TenZ" hielt sich ganze sechs Monate. Er und sein Compagnon Edouard 'SmithZz' Dubourdeaux wollten es erneut wissen und mussten schnell feststellen, dass diese Konstellation einfach nicht (mehr) funktioniert. Also alles wieder auf Anfang - shox übernimmt das Zepter.

Ex6TenZ: „To be completely transparent, I was given the choice to stay instead of bodyy while giving up the leadership to shox who felt like he could take it over. The final decision didn't come from him, I precise.“

Zugegeben: Audric 'JaCkz' Jug und Lucas 'Lucky' Chastang sind nicht unbedingt die Talente, die man sich auf Seiten der Fans erhofft hatte, aber sie bringen frischen Wind in das französische Flaggschiff, das sich im nationalen Ranking-Vergleich nur noch an dritter Stelle befindet - weit entfernt von einer Top-10-Platzierung.

Werksteam oben auf

Momentan hält LDLC.com die Tricolore hoch. Im Mai holte man sich die zwei begehrten Franzosen François 'AmaNEk' Delaunay und David 'devoduvek' Dobrosavljevic ins Boot, nachdem diese mit den Misfits beim ELEAGUE Major: Boston 2018 für Furore sorgten. Seit der Hinzunahme dieser beiden kletterte LDLC im Ranking kontinuierlich nach oben und kratzt mittlerweile an Platz 10.



Lediglich ein aussagekräftiger Offline-Titel blieb den Füchsen bisher verwehrt. Doch die Leistungen bei der IEM Chicago 2018 krönten die bis dato starke Leistung der zweiten Jahreshälfte. Darüber hinaus qualifizierten sie sich souverän für den Minor Closed Qualifier.

NBK: „I am really happy for them and what they have built together with their whole group. They have always worked in their corner and they are now exploding and showing their full potential.“

Neue Hoffnungsträger

Etwas, das auch Team Vitality gelang - der neuen Hoffnung auf der französischen CS:GO-Landkarte. Endlich kann man das volle Ausmaß dessen erleben, wozu dieses "French Wonderchild" namens Mathieu 'ZywOo' Herbaut imstande ist.

Doch natürlich braucht es mehr als nur einen Hard-Carry, auch wenn der 18-Jährige bei seinem LAN-Debüt in Atlanta mal eben ein Rating von 1.49 auf den Tisch packte und zum MVP gekrönt wurde. Bei Vitality weiß man, was man an ihm hat. Gerüchten zufolge wäre der Youngster sogar fast bei G2 gelandet, doch zu diesem Zeitpunkt sei die Tinte unter dem Vitality-Vertrag bereits trocken gewesen.



Man kommunizierte zuletzt sehr offen, dass Rollenverteilung und Kommunikation noch ausbaufähig seien. Doch das gesamte Team greife seinem Leader Nathan 'NBK' Schmitt immer wieder unter die Arme. Schließlich wolle man langfristig etwas Neues aufbauen und um Titel spielen.

NBK: „I generally have a plan, and when things are not going well I get some outside ideas from apEX and Happy, and we shift our game and adapt our style.“

Dafür haben sie bei Vitality nun zwei Jahre Zeit, denn so lange laufen die Verträge. Das Zeug für die neue Nummer eins der Grande Nation haben sie ebenso. Die Frage ist nur: Kommt das Team auf Dauer ohne Roster-Changes aus oder gibt Vitality zukünftig den Shuffle-Ton an, wenn es mal klemmt?



Für Dan 'apEX' Madesclaire liegt die Ursache für die Startschwierigkeiten eher darin, dass er nicht mehr regelmäßig zu Turnieren eingeladen wird. Er gehörte jahrelang einem Top-10-Team an und musste sich nicht mit lästigen Qualifiern herumplagen. Eine Erfahrung, die er und seine Mitspieler nun aber durchlaufen müssen und die ihnen viel abverlangt.

Vielleicht ist es aber auch genau das, was der Szene gefehlt hat: Ein richtiger Neuanfang, ohne voreilige Wechselspielchen. Schließlich ließen sich die "Waterboys" viel Zeit, ehe man sich einer Organisation anschloss. Genau die Zeit, in der G2 sich im Kreis drehte oder, anders gesagt, nie wirklich in Fahrt kam.

Was könnte noch passieren?

Natürlich ist noch längst nicht alles in Butter, nur weil sich mal wieder konkurrenzfähige französische Teams abzeichnen. Aber es existieren noch zahlreiche Möglichkeiten, um neuen Schwung in die Szene zu bringen. Zwar geisterten immer wieder die Namen Adil 'ScreaM' Benrlitom und Fabien 'kioShiMa' Fiey durch die Gerüchteküche, aber wenn man ehrlich ist, ist das nicht unbedingt der Schwung, den man sich dabei vorstellt.

Der "ZywOo-Faktor" könnte künftig ebenfalls eine tragende Rolle spielen, um talentierten Nachwuchsspielern zu zeigen, dass sie es schaffen können. Ein Beispiel ist Nicolas 'Keoz' Dgus, der den Sprung in den semi-professionellen Bereich durchaus gehen könnte und bereits in der FPL auf sich aufmerksam machte. Der Lohn dafür: ein Vertrag bei Epsilon France.



Und was wird eigentlich aus Engin 'MAJ3R' Küpeli? Er kennt die französische Szene bestens und ist als IGL sowohl erfahren als auch gefragt. Auch die zuletzt durch den Doppelwechsel dezimierten Jungs von 3DMAX! muss man auf dem Zettel haben. Eine neue Option für den ewigen Try-Hard Ex6TenZ? Schließlich führte er schon das damalige LDLC-Lineup bis in die Pro League und hatte dabei keine allzu großen Namen um sich.

Freundschaft vs. Erfolg

Andere Teams wie BIG haben gezeigt, wie der Knoten platzen kann. Trotz nationaler Mehrheit im Lineup, stellten die Berliner ihre Kommunikation auf Englisch um und holten sich "Input von außen". In einem französischen Team ist das schwer vorstellbar, könnte aber durchaus für neue Impulse sorgen.

Auch das Miteinander spielte bei den Franzosen schon immer eine tragende Rolle. Sobald es in der Vergangenheit zwischenmenschliche Differenzen gab, bröckelte das System und es entstanden scheinbar unüberwindbare Hürden, die zu erneuten Roster-Changes führten oder zumindest sehr viel Unruhe ins Team-Gefüge brachten.


Doch ist der Esport mittlerweile auf einem so professionellen und kaltherzigen Level, dass Freundschaften nebensächlich werden, wenn man Erfolg haben möchte? Time will tell. Das Jahr 2019 wird definitiv ein richtungsweisendes für das französische Counter-Strike.

Wie würde euer französisches Wunsch-Team aussehen?


Geschrieben von vdr

Quellen: twitlonger.com, hltv.org (1), hltv.org (2), flickr.com (1), flickr.com (2)

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Kommentare


#1
Tearjerker schrieb am 05.12.2018, 20:08 CET:
Vitality soll bitte zusammen bleiben
#2
Dr3st schrieb am 06.12.2018, 04:41 CET:
Das ist ja schlimmer als in deutschland. Nur auf nem anderen Niveau
#3
aaLon. schrieb am 06.12.2018, 08:11 CET:
Dr3st schrieb:
Das ist ja schlimmer als in deutschland. Nur auf nem anderen Niveau


+1
#4
s3c schrieb am 06.12.2018, 11:37 CET:
G2 wäre glaub ich besser dran wenn sie ex6 als IGL behalten hätten statt bodyy.
Aber so bin ich nur gespannt, was 3DMax jetzt macht, wo sie sich für die EPL qualifiziert haben, und Lucky und Jackz weg sind. Vielleicht Scream & Ex6 (aber das klingt so unrealistisch)?
#5
HySTeRi schrieb am 06.12.2018, 12:01 CET:
franz scene is broke af
 

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