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Szene: Wie die deutsche CS-Szene von Esport-Vereinen profitiert23.12.2018, 16:03

Esport-Vereine: Ein Segen für Deutschlands CS-Szene?

Der deutschen Esport-Szene mangelt es an Nachwuchstalenten. Lokale Esport-Vereine könnten nun eine Lösung darstellen. Wir haben mit zwei Experten über dieses Thema gesprochen.



In Deutschland will der hessische Innenminister Peter Beuth den Begriff Esport "ausradieren", während in Dänemark der Ministerpräsident ein Counter-Strike-Turnier eröffnet. Wenn es um kompetitives Gaming geht, lebt die Bundesrepublik in dieser Hinsicht im Vergleich mit manchen Nachbarländern noch in der Steinzeit. Die wichtigste Auswirkung dabei: Es fehlt der deutschen Szene an Nachwuchs.

BIG, das eigentlich auf ein ausschließlich deutsches Lineup schwor, importierte mit Owen 'smooya' Butterfield eine AWP aus England. "Wir wollten ein hervorragendes Talent für unsere super wichtige AWP-Rolle und haben nach der besten Lösung für das Team gesucht. Aktuell haben wir solch ein spezielles Talent aber nicht in Deutschland finden können", erläuterte Christian Lenz, CGO bei BIG, die Entscheidung bei der Verpflichtung von Smooya. Auch ALTERNATE aTTaX setzte mit dem ehemaligen Lineup auf zwei Dänen.

Das versprechen lokale Esport-Vereine

Feste Strukturen, ähnlich wie in Dänemark, könnten die Lösung für das Nachwuchsproblem darstellen. In Deutschland gibt es unter dem Niveau der 99Damage Liga und der ESL Meisterschaft kaum professionelle Förderungsmöglichkeiten für Spieler.

Um gegen dieses Problem anzugehen, hat Martin Müller einen lokalen Esport-Verein in Magdeburg gegründet. "Für mich war das ein logischer Schritt. Ich kannte zu wenig Leute in meiner Umgebung, mit denen man hätte zocken können und wollte das ändern. Wir wollten allerdings etwas mit Struktur und haben uns deswegen für einen Verein entschieden", erzählte er uns über die Gründung.


Das Prinzip ist fast dasselbe wie im klassischen Sport: Mitglieder bekommen hier die Möglichkeit, sich wöchentlich im Vereinsheim zu treffen und gemeinsam zu trainieren. Nur geht es hier um Esport und nicht um Fußball, Basketball oder andere Sportarten. Das Ganze wird von einem ausgebildeten Coach begleitet.

Verstärktes "Wir-Gefühl"

Lokale Esport-Vereine mit unterschiedlichsten Angeboten existieren mittlerweile in ganz Deutschland. Solch eine Chance, gemeinsam in einem Raum zu sitzen, ein Spiel zu spielen und von einem Coach unterstützt zu werden, gibt es für deutsche Amateure bisher bei keinen anderen Projekten.

"Dabei glaube ich aber, dass Präsenztrainings viel effektiver sind. Spieler lernen so nämlich von Anfang an, im Team zu spielen", führt Martin Müller weiter aus.

Auch Maximilian Breier sieht große Vorteile in dem Konzept der lokalen Esport-Vereine: "Der große Unterschied ist, dass unsere lokalen Teams einen Trainingsraum vor Ort haben und somit das 'Wir-Gefühl' ausgeprägter ist, da man sich häufiger sieht. Der Teamspirit ist einfach ein ganz anderer."

Der 26-Jährige ist Head of CS:GO für eSport Rhein-Neckar, der Esport-Abteilung des TSV Oftersheim. Er stieg vor wenigen Wochen mit seinem Team in die erste Division der 99Damage Liga auf.


Aufklärungsarbeit für CS, PUBG und Co.

Martin Müller und Maximilian Breier geht es aber nicht nur um die Jugendförderung. Beide klären zusätzlich über Esport auf: "Bei uns kommen regelmäßig Eltern vorbei und wollen sich informieren", erklärt Martin Müller. "Einmal kam eine Mutter mit psychologischem Hintergrund vorbei, sie beschäftigt sich beruflich mit dem Thema Suchtverhalten. Ihr Kind wollte Fortnite spielen, die Mutter wollte sich das aber zuvor erst einmal angucken. Sie war am Ende sogar begeistert von unserem Vereinsheim. Sie fand es toll, dass es so etwas gibt und Kinder hier gemeinsam ihrem Hobby nachgehen können."

Vor allem Shootern wie Counter-Strike, PUBG und Co. kommt diese Aufklärungsarbeit zugute, da sie teilweise noch immer bei Eltern und Politikern verpönt sind. Vielleicht trägt diese Arbeit irgendwann sogar dazu bei, dass man den Esport in Deutschland nicht mehr "ausradieren" will.


Geschrieben von kristinvonb

Quelle: Bildquelle: ESL - Patrick Strack

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Kommentare


#1
_JPM_ schrieb am 23.12.2018, 17:13 CET:
Guter Artikel 😁
#2
wizzem schrieb am 23.12.2018, 18:34 CET:
Wurd da der Aufstieg von ERN gefeiert? XD
#3
FlemLion schrieb am 23.12.2018, 18:51 CET:
Sehr schön dass es leute gibt die de Esport weiter als Sport vor ran bringen wollen aber leider ist es für die noch nicht Erwachsenen (also den Talenten) nicht möglich 'weit' zu reisen. Deshalb hoffe ich dass es bald mehr und Vereine gibt welche auch in Verschiedenen Standorten anzutreffen sind.
#4
Bone1992 schrieb am 23.12.2018, 21:11 CET:
wizzem schrieb:
Wurd da der Aufstieg von ERN gefeiert? XD


Si Senior
#5
Matzebase schrieb am 24.12.2018, 09:17 CET:
Hört auf zu sagen dass es den Deutschen an Nachwuchs fehlt.. Das Problem liegt einfach in der Förderung und Team Moral.

GPL Div2 1600 Mitglieder / Dänisch Pro League hat auf dem vergleichbaren lvl 500 Spieler.

Wenn man aus der GPL einfach mal was gescheites machen würde , sich Orgas dahinter setzten und sich mit den Veranstaltern vereinen .. Stattdessen beschwert sich hier nur jeder.
#6
Nordic89 schrieb am 24.12.2018, 10:08 CET:
Matzebase schrieb:
Hört auf zu sagen dass es den Deutschen an Nachwuchs fehlt.. Das Problem liegt einfach in der Förderung und Team Moral.

GPL Div2 1600 Mitglieder / Dänisch Pro League hat auf dem vergleichbaren lvl 500 Spieler.

Wenn man aus der GPL einfach mal was gescheites machen würde , sich Orgas dahinter setzten und sich mit den Veranstaltern vereinen .. Stattdessen beschwert sich hier nur jeder.


Sehe das ähnlich - habe vor Kurzem versucht ein Team auf die Beine zu stellen, gab ein komplettes Konzept, Spieler wurden von mir handverlesen ausgewählt (gleiches Skilllevel, Alter, etc.). Von ca. 25 haben sich 7 gemeldet (Rücklaufquote 28%) und die habe ich gebeten zu einem bestimmten Datum im Discord zu sein, um ihnen das Konzept inklusive Trainingsplan usw. vorzustellen - es kam genau einer.

Die Anzahl ist also nicht das Problem, sondern die Einstellung. Es mangelt weder an Talenten noch eSports-Orgas - gibt von beidem genug, aber wenn die "Talente" das nicht wollen, kann man eben nichts machen ...
#7
Bone1992 schrieb am 24.12.2018, 13:38 CET:
Nordic89 schrieb:
Matzebase schrieb:
Hört auf zu sagen dass es den Deutschen an Nachwuchs fehlt.. Das Problem liegt einfach in der Förderung und Team Moral.

GPL Div2 1600 Mitglieder / Dänisch Pro League hat auf dem vergleichbaren lvl 500 Spieler.

Wenn man aus der GPL einfach mal was gescheites machen würde , sich Orgas dahinter setzten und sich mit den Veranstaltern vereinen .. Stattdessen beschwert sich hier nur jeder.


Sehe das ähnlich - habe vor Kurzem versucht ein Team auf die Beine zu stellen, gab ein komplettes Konzept, Spieler wurden von mir handverlesen ausgewählt (gleiches Skilllevel, Alter, etc.). Von ca. 25 haben sich 7 gemeldet (Rücklaufquote 28%) und die habe ich gebeten zu einem bestimmten Datum im Discord zu sein, um ihnen das Konzept inklusive Trainingsplan usw. vorzustellen - es kam genau einer.

Die Anzahl ist also nicht das Problem, sondern die Einstellung. Es mangelt weder an Talenten noch eSports-Orgas - gibt von beidem genug, aber wenn die "Talente" das nicht wollen, kann man eben nichts machen ...


Ja das ist tatsächlich eines der großen Probleme. Du kannst tolle Projekte entwickeln und Support geben, den man sonst nur selten bekommt aber trotzdem kommen die Leute nicht pünktlich, sagen nicht ab etc. Eine gute Sache hat es trotzdem: Die die kommen haben wirklich Bock und der Rest sortiert sich mit dieser Einstellung eben selbst aus und muss sich dann auch nicht wundern später nicht mehr gepickt zu werden.
#8
Bulletbear schrieb am 24.12.2018, 15:24 CET:
Talente gibt es sehr viele. Aber Talent reicht eben nicht aus. Fehlende Disziplin besonders Selbstdisziplin, fehlender Selbstrespekt aber auch der Grundrespekt gegenüber jedermann. Echtes SELBSTBEWUSSTSEIN,
Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Lernwilligkeit wie selbstständiges Trainieren von Utility, Maps, Strats, etc.

Das Bedienen einer Tastatur&Maus bei vielen zu einer solchen Selbstüberschätzung führt und jene sich fuer 00Eierkopf halten, ist finde ich der humorvolle Teil von CSGO.

Viele dieser Probleme haben ihre Wurzel in der Ursache der Form des e-Sports - ähnlich dem, der sozialen Medien. Aus der vermeintlichen Anonymität heraus, verhalten sich derart viele unangemessen enthemmt, das ein Übermaß an Demotivation entstanden ist. Grade daher ist die lokale Nachwuchsarbeit wie in Magdeburg und Oftersheim und bei vielen mehr ein wichtiges, nachhaltiges Nachwuchsprojekt. Ihr leistet Pionierarbeit und die fehlende Unterstützung vielerseits macht es unnötig schwerer, als es sein sollte.

Klar ist es ärgerlich, das hier vor Ort auch immer mal wieder jemand über die Stränge schlägt und irgendwas Postet oder Aufzeichnungen von Unterlagen zusammenhangslos an irgendwelche Leute hier schickt. Aber das sind junge Menschen, die fehlendes kompensieren wollen, mehr nicht. Redet mit denen auf sachliche, ruhige weise und im Ergebnis werdet ihr damit auch immer weiterkommen. Und wie Bone1992 richtig schreibt, die die pktl. kommen haben wirklich Bock, die andern sortieren sich selbst aus.
 

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