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Szene: Das richtungsweisende CS:GO-Jahr 202028.01.2020, 17:51

ESL gegen FACEIT: Kampf um Exklusivität

Das Jahr 2020 hat noch gar nicht richtig Fahrt aufgenommen und dennoch zeichnet sich schon jetzt ein großer Kampf ab. Turnierveranstalter und Organisationen wollen Counter-Strike neu definieren.



Counter-Strike ist nicht profitabel. Weder für Organisationen, die ein CS:GO-Team besitzen, noch für Turnierveranstalter wie die ESL, FACEIT oder RFRSH. Diese These ist nicht neu und doch wird sie in diesen Tagen wieder einmal heiß diskutiert. Grund dafür ist das derzeitige Wettrüsten sowie das Buhlen um Exklusivität.

Verluste in Millionenhöhe

In einem Interview mit Jarek 'DeKay' Lewis gab Dan Fiden, Präsident der Cloud9 Esports Incorporated, interessante Einblicke in die finanzielle Zwickmühle, in der sich viele Organisationen mit eigenen CS:GO-Teams befinden:

Um das mal klarzustellen: Cloud9 verliert mit dem CS:GO-Geschäft jedes Jahr etwa eine bis zwei Millionen US-Dollar. Und ich würde jedes Top-20-Team in CS herausfordern, mir zu beweisen, dass sie nicht einen ähnlichen Betrag verlieren.

Fiden hat als ehemaliges Vorstandsmitglied von Cloud9 sowie ehemaliger Chief Strategy Officer des chinesischen Spieleentwicklers FunPlus maßgeblichen Anteil daran, dass Cloud9 heute zu den finanzstärksten Esport-Organisationen weltweit gehört. FunPlus war im Jahr 2017 einer der Investoren einer "Series A"-Finanzierungsrunde in Höhe von 25 Millionen US-Dollar. Während dieses Zeitraums erwarb Cloud9 für 20 Millionen US-Dollar einen Startplatz in der Overwatch League. Ein CS:GO-Team hingegen lohne sich laut Fiden finanziell überhaupt nicht.

2019 soll Cloud9 gerade einmal 70.000 US-Dollar für die Teilnahme an der ESL Pro League eingenommen haben. Also in etwa so viel, wie die Organisation aus Los Angeles monatlich für ihr CS:GO-Team ausgibt. Das meiste Geld kommt von Investoren und Sponsoren, doch die könnten in den kommenden Jahren einen noch größeren Bogen um Counter-Strike machen, als sie es ohnehin schon tun.

Im Bereich der Sponsorentätigkeit hatten und haben wir immer wieder Anfragen unserer Partner, dass wir CS außen vor lassen, weil der Inhalt provokant ist. Das sagt wohl alles darüber, dass die wirtschaftlichen Aspekte für CS-Teams nicht gut sind.

Doch nicht nur die Organisationen beklagen das Minusgeschäft Counter-Strike. Auch die ESL hat mit Umsatzverlusten zu kämpfen - und das schon seit Jahren. Einem Bericht der Games Wirtschaft vom September 2019 zufolge schreiben die Kölner bereits seit 2009 tiefrote Zahlen - mit Ausnahme von 2013. Demnach erwirtschaftete die ESL im Jahr 2016 einen Umsatzfehlbetrag von 7,5 Millionen Euro, im Jahr darauf waren es sogar 17,7 Millionen Euro. Diese Einbußen konnten nur durch den schwedischen Mutterkonzern MTG (Modern Times Group) aufgefangen werden.

Angesichts dieser Verluste auf allen Seiten ist es schon verwunderlich, dass sich CS:GO in den vergangenen Jahren als einer der beliebtesten Esport-Titel etablieren konnte und auch die Investitionen immer größer wurden. Auf Dauer wird das aber nicht mehr möglich sein, dessen sind sich viele bewusst.


Zwischen Lösungsansätzen und Profit

Ob sich das Spielkonzept mitsamt seines Terroristen-Images per se ändern muss, steht auf einem anderen Blatt. Damit CS:GO in Zukunft rentabler wird, braucht es vielmehr neue finanzielle Möglichkeiten. Und die sollen nun vermehrt mit Revenue Sharing kommen, welches die Turnierveranstalter in verschiedensten Versionen anbieten (müssen).


Ein Indiz dafür, dass auch die Organisationen großes Potenzial darin sehen, sind die zahlreichen neuen CS:GO-Teams, die in den vergangenen Monaten aufgestellt wurden: die Evil Geniuses, die 100 Thieves, die MAD Lions, OG, Gen.G, Dignitas, c0ntact. Es sind Namen, die man aus anderen Esport-Titeln bereits bestens kennt und die nun auch den Counter-Strike-Markt erobern oder zumindest mitgestalten wollen. Denn sie alle haben die finanziellen Mittel dafür, um beispielsweise die zwei Millionen US-Dollar für den Einstieg in die "B Site"-Liga zahlen zu können.

Dan Fiden, der mit Cloud9 an der Entwicklung von "B Site" arbeitet, zog eine Zusammenarbeit mit der ESL übrigens nicht in Betracht, denn das Kölner Unternehmen beharrt auf seine eigenen Ligen und Turniere, sein eigenes Ranking-System und auf seine eigene ESEA-Plattform. Gleichzeitig sollen Teams die Exklusivrechte für all das mindestens vier Jahre lang an die ESL abtreten. Für Fiden ist das nicht akzeptabel, also investiert er seine Millionen lieber in ein eigenes Projekt. Ein Kampf gegen die Monopol-Entwicklung der ESL.

Die Vertragsbedingungen mit der ESL würden es Cloud9 nicht erlauben, schwarze Zahlen zu schreiben, bis die ESL selbst jährlich etwa 20 Millionen US-Dollar Gewinn macht. Das entspricht einer Gewinnmarge von mehr als 50%. Meiner Ansicht nach ist eine Partnerschaft, bei der ein Partner jedes Jahr mehr als 50% Gewinn macht und wir nicht einmal die Gewinnschwelle erreichen, keine Partnerschaft.

Diese Monopol-Stellung möchte auch CS:GO-Entwickler Valve nicht zulassen. Das zuletzt vielzitierte Statement namens "Keeping Things Competitive" stellt das eindeutig klar: Valve will nicht, dass (Exklusiv-)Lizenzen für Veranstaltungen vergeben werden, die die Teams an der Teilnahme an anderen Veranstaltungen einschränken würden. Klingt fast so, als solle doch bitte alles beim Alten bleiben.

Denn die Valve Corporation mit Sitz im US-Bundestaat Washington verdient als Publisher von CS:GO an jedem Event mit. Sie ging also in den vergangenen Jahren als einziger Gewinner hervor. Doch im Gegensatz zu Blizzard oder Riot Games, die ihre Spiele größtenteils selbst vermarkten, lässt Valve den Turnierveranstaltern freie Hand. Und die Umsatzzahlen der vergangenen Jahre scheinen laut statista.com auch ohne Exklusivität zu stimmen: 2018 spülte CS:GO über 400 Millionen US-Dollar in die Valve-Kasse.

FACEIT möchte die Problemstellung der Exklusivität mithilfe des Franchising-Systems gekonnt umschiffen. Man will das CS:GO-Geschäft wieder lukrativer machen, verspricht Umsatzbeteiligungen für Spieler und Teams in Millionenhöhe. Und man setzt auf den Show-Faktor mit bekannten Gesichtern im Talent-Lineup.

Offenbar ein ernstzunehmender Konkurrent für die ESL und ihre Monopol-Pläne. Zwar besitzt sie mit der ESL One Cologne und den IEM Katowice die prestigeträchtigsten Einzel-Events, doch das Rätselraten um das ominöse LANXESS Agreement und die neue ESL Pro League Season ist noch längst nicht beendet. Geschweige denn die vertraglichen Bedingungen, die damit einhergehen.

Am Ende versuchen alle, ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Schließlich sind ESL, FACEIT und die Organisationen selbst gewinnorientierte Unternehmen und wollen Profite erwirtschaften. Profite, die die Turnierveranstalter sogar bereit sind, mit ihren (exklusiven) Partnern zu teilen.


Wohin geht die Reise?

Welches der verschiedenen Ligenkonzepte sich im Jahr 2020 durchsetzen wird, wird mit Spannung erwartet. Wirft man einen Blick in die Historie des traditionellen US-Sports, der ja oftmals als Musterbeispiel für den Esport herhalten muss, dann hatte dieser mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen. Bevor die großen Ligen ihre Vormachtstellung beanspruchen konnten, hatten sie nämlich Konkurrenten: NBA und ABA, NFL und AFL oder auch NHL und WHA. Die vermeintlich besten Teams konnte man somit nie gegeneinander spielen sehen, da sie in verschiedenen Exklusivligen unterwegs waren.

Das ist eine Prognose, die man sich für den CS:GO-Esport sicher nicht wünschen kann. Aber nach 20 Jahren Counter-Strike und der rasanten Mainstream-Entwicklung der vergangenen Jahre kommen wir um Veränderungen nicht mehr herum. Und so dürfte das Jahr 2020 ein sowohl hart umkämpftes als auch ein richtungsweisendes werden.

Und die Zuschauer des ganzen Spektakels sind ebenfalls gefragt: Wollen wir weiterhin auf kostenlosen Content bestehen und gleichzeitig immer bessere Qualität erwarten können? Oder sind wir irgendwann bereit, für CS:GO auch Pay-TV, Pay-per-View oder sogar League Passes in Betracht zu ziehen?

Bildquelle: ESL

Anmerkung: Aufgrund eines Übersetzungsfehlers war in der ursprünglichen Version dieses Artikels von einem Investitions-Deal zwischen Cloud9 und FunPlus in Höhe von einer Milliarde US-Dollar die Rede. Dies wurde inzwischen korrigiert.


Geschrieben von vdr

Quellen: dbltap.com, forbes.com, gameswirtschaft.de, blog.counter-strike.net, statista.com, espn.com

Kommentare


#1
87in3 schrieb am 28.01.2020, 18:23 CET:
"Um das mal klarzustellen: Cloud9 verliert mit dem CS:GO-Geschäft jedes Jahr etwa eine bis zwei Millionen US-Dollar. Und ich würde jedes Top-20-Team in CS herausfordern, mir zu beweisen, dass sie nicht einen ähnlichen Betrag verlieren."

Klaaar, die geben halt alle nur Geld zum Spaß sowie zur Liebe am Game und der Community aus!
#2
54CHEF schrieb am 28.01.2020, 18:32 CET:
Dann kann ich eben keine 70k pro Monat für ein Team ausgeben, wenn es nicht die entsprechenden Summen wieder einspielt.. muss man verstärkt auf Leistungsbasierte Verträge gehen. Aber so tief im Thema bin ich da jetzt auch nicht.

Ebenso finde ich nicht, dass es in CS wenige Sponsoren gibt.. vor allem auf großen Events sind auch sehr viele große und namenhafte Sponsoren zu sehen. Naja.. bin mal gespannt was die nächsten Jahre so passiert.. wenn angeblich JEDER nur Minus macht, müsste ja bald Ende sein.
#3
cumback schrieb am 28.01.2020, 20:32 CET:
54CHEF schrieb:
Dann kann ich eben keine 70k pro Monat für ein Team ausgeben, wenn es nicht die entsprechenden Summen wieder einspielt.. muss man verstärkt auf Leistungsbasierte Verträge gehen. Aber so tief im Thema bin ich da jetzt auch nicht.

Ebenso finde ich nicht, dass es in CS wenige Sponsoren gibt.. vor allem auf großen Events sind auch sehr viele große und namenhafte Sponsoren zu sehen. Naja.. bin mal gespannt was die nächsten Jahre so passiert.. wenn angeblich JEDER nur Minus macht, müsste ja bald Ende sein.


cs hat ein sponsoren Problem weil es ein shooter ist und weil die boomer generation es als bösen amoklauf shooter abstempelt, moba games finden um einiges leichter gute sponsoren
#4
Matzebase schrieb am 28.01.2020, 21:41 CET:
Es wird langsam Zeit das die ESL aufwacht bzw ernste Konkurrenz bekommt.. ESL hat alles herunter gewirtschaftet.... angefangen von der Seite bis zum aufgekauften ESEA...
#5
eismann333 schrieb am 29.01.2020, 00:01 CET:
Also mit den bisher bestätigten Teams wird B-Site kein konkurrent zur pro league sondern easy money für t2 teams
#6
xLemxn schrieb am 29.01.2020, 07:00 CET:
cumback schrieb:
54CHEF schrieb:
Dann kann ich eben keine 70k pro Monat für ein Team ausgeben, wenn es nicht die entsprechenden Summen wieder einspielt.. muss man verstärkt auf Leistungsbasierte Verträge gehen. Aber so tief im Thema bin ich da jetzt auch nicht.

Ebenso finde ich nicht, dass es in CS wenige Sponsoren gibt.. vor allem auf großen Events sind auch sehr viele große und namenhafte Sponsoren zu sehen. Naja.. bin mal gespannt was die nächsten Jahre so passiert.. wenn angeblich JEDER nur Minus macht, müsste ja bald Ende sein.


cs hat ein sponsoren Problem weil es ein shooter ist und weil die boomer generation es als bösen amoklauf shooter abstempelt, moba games finden um einiges leichter gute sponsoren


Ich denke nicht, dass es daran liegt! Für Sponsoren ist nur interessant, welches Publikum zuschaut!
Ansonsten sind da eindeutig die falschen Leute im Marketing! Vl ist es ja nur ein Argument um die Konditionen zu drücken! Aber wenn ich Cs:Go nicht verfolge, ist es mir auch egal wer Sponso ist.
#7
Master_FM schrieb am 29.01.2020, 07:58 CET:
87in3 schrieb:
"Um das mal klarzustellen: Cloud9 verliert mit dem CS:GO-Geschäft jedes Jahr etwa eine bis zwei Millionen US-Dollar. Und ich würde jedes Top-20-Team in CS herausfordern, mir zu beweisen, dass sie nicht einen ähnlichen Betrag verlieren."

Klaaar, die geben halt alle nur Geld zum Spaß sowie zur Liebe am Game und der Community aus!


Dachte ich mir auch... Selten so ein Blödsinn gelesen
#8
El_Cattivo72 schrieb am 29.01.2020, 08:04 CET:
...

cs hat ein sponsoren Problem weil es ein shooter ist und weil die boomer generation es als bösen amoklauf shooter abstempelt, moba games finden um einiges leichter gute sponsoren[/quote]

Welche Jahrgänge zählen denn für Dich zur Babyboomergeneration?
#9
Hippopotamus47 schrieb am 29.01.2020, 08:35 CET:
El_Cattivo72 schrieb:
...

cs hat ein sponsoren Problem weil es ein shooter ist und weil die boomer generation es als bösen amoklauf shooter abstempelt, moba games finden um einiges leichter gute sponsoren

Welche Jahrgänge zählen denn für Dich zur Babyboomergeneration?


Kenne in DE nicht den Zeitraum, denke jedoch in einem ähnlichen Zeitraum, in AUT sind es die 60er Jahre wenn ich mich richtig an meine Schulzeit erinnere, somit die derzeitig 50-60 Jährigen.
#10
HySTeRi schrieb am 29.01.2020, 09:33 CET:
Investoren geben ihr Geld und Orgs zahlen drauf weil sie die Vision haben, dass die Szene noch extrem wachsen wird und später das Geld ein bringt. wenn dass nicht irgendwann passiert, dann stirbt das ganze wieder langsam ab.

Kann man aus mehreren Quellen und Interviews lesen. Wer denkt er weiß es besser als die Veranstalter und Orgs selber soll sich halt fühlen.
#11
blechh schrieb am 29.01.2020, 10:01 CET:
Master_FM schrieb:
87in3 schrieb:
"Um das mal klarzustellen: Cloud9 verliert mit dem CS:GO-Geschäft jedes Jahr etwa eine bis zwei Millionen US-Dollar. Und ich würde jedes Top-20-Team in CS herausfordern, mir zu beweisen, dass sie nicht einen ähnlichen Betrag verlieren."

Klaaar, die geben halt alle nur Geld zum Spaß sowie zur Liebe am Game und der Community aus!


Dachte ich mir auch... Selten so ein Blödsinn gelesen


Das ist kein Schwachsinn. Alle Organisationen und die ganze Branche hat darauf gesetzt, dass Counterstrike langfristig so ein Wachstum hat wie zwischen 2010-2016 und haben aus diesem Grund kurzfristige Verluste in Kauf genommen, um es in der Zukunft wieder rauszuholen. Aber die CS Szene scheint zu stagnieren oder sogar rückläufig zu sein...

Am Ende wird sich der Markt selbst regulieren. Beginnen wird es mit weniger Turnieren, geringeren Preisgeldern und Organisationen die abspringen (oder weniger Gehälter zahlen).
#12
Chedde schrieb am 29.01.2020, 10:01 CET:
Premium teurer pls
#13
Tuergriff4 schrieb am 29.01.2020, 11:16 CET:
xLemxn schrieb:
cumback schrieb:
54CHEF schrieb:
Dann kann ich eben keine 70k pro Monat für ein Team ausgeben, wenn es nicht die entsprechenden Summen wieder einspielt.. muss man verstärkt auf Leistungsbasierte Verträge gehen. Aber so tief im Thema bin ich da jetzt auch nicht.

Ebenso finde ich nicht, dass es in CS wenige Sponsoren gibt.. vor allem auf großen Events sind auch sehr viele große und namenhafte Sponsoren zu sehen. Naja.. bin mal gespannt was die nächsten Jahre so passiert.. wenn angeblich JEDER nur Minus macht, müsste ja bald Ende sein.


cs hat ein sponsoren Problem weil es ein shooter ist und weil die boomer generation es als bösen amoklauf shooter abstempelt, moba games finden um einiges leichter gute sponsoren


Ich denke nicht, dass es daran liegt! Für Sponsoren ist nur interessant, welches Publikum zuschaut!
Ansonsten sind da eindeutig die falschen Leute im Marketing!


Leider nicht der Fall!
Teilweise sind die richtigen Leute im Marketing (die die den markt verstehen) aber die Entscheider kennen sich zu wenig mit der Materie aus.
Abgesehen davon, existiert in den "traditionellen" Konzernen (in Deutschland) (Bitburger, Mercedes, BMW etc.) noch ein zu undifferenziertes Bild von esport, sodass dann gesagt wird "naja, dann machen wir halt DOTA oder LOL" anstatt einen möglichen Imageverlust durch Shooter einzugehen. Die Zielgruppe ist ähnlich, die Reichweite ebenso.

Generell ist nicht nur relevant welches Publikum man erreicht, sondern in welchem Licht auch die Marke präsentiert wird. Wenn jetzt bei Mercedes (ESL DOTA sponsor) in einem Artwork eine G-Klasse neben einem Terrorist mit ner AK posiert, wird das beim großteil der Rezipienten (nicht nur e-sportaffine menschen) sicherlich etwas skeptischer betrachtet, wohingegen ein Mercedes neben einer Crystal Maiden o.ä. halt eher verspielt, kreativ und unbedrohlich (und somit "massentauglicher") wirkt.
#14
destiiiiii schrieb am 29.01.2020, 11:42 CET:
87in3 schrieb:
"Um das mal klarzustellen: Cloud9 verliert mit dem CS:GO-Geschäft jedes Jahr etwa eine bis zwei Millionen US-Dollar. Und ich würde jedes Top-20-Team in CS herausfordern, mir zu beweisen, dass sie nicht einen ähnlichen Betrag verlieren."

Klaaar, die geben halt alle nur Geld zum Spaß sowie zur Liebe am Game und der Community aus!


Schwierig. Ich kann mir schon vorstellen, dass ein CS Team nicht profitabel ist und es vom Gesamtclan getragen wird. So auch bei Cloud9? Du unterhälst halt ein Team bei dem du dir immer wünschst, dass das Game nach vorne kommt, aber für Sponsoren ist es eben uninteressant - die investieren lieber in andere Games.
#15
Master_FM schrieb am 29.01.2020, 12:28 CET:
destiiiiii schrieb:
87in3 schrieb:
"Um das mal klarzustellen: Cloud9 verliert mit dem CS:GO-Geschäft jedes Jahr etwa eine bis zwei Millionen US-Dollar. Und ich würde jedes Top-20-Team in CS herausfordern, mir zu beweisen, dass sie nicht einen ähnlichen Betrag verlieren."

Klaaar, die geben halt alle nur Geld zum Spaß sowie zur Liebe am Game und der Community aus!


Schwierig. Ich kann mir schon vorstellen, dass ein CS Team nicht profitabel ist und es vom Gesamtclan getragen wird. So auch bei Cloud9? Du unterhälst halt ein Team bei dem du dir immer wünschst, dass das Game nach vorne kommt, aber für Sponsoren ist es eben uninteressant - die investieren lieber in andere Games.


Weil sie nicht genug dran verdienen, sondern lediglich ihre Kosten tragen? Unter Ihren Kosten fällt auch ihr eigener Lohn + Prämien usw. Sponsoren sind halt mal ein leicht verdientes Geld und es gibt Sponsoren, aber leider nicht genug.

Absolut übertrieben was Cloud9 da von sich gibt... Es ist eine Zukunftsinvestition weil sie genau wissen das CSGO ein richtig großes Publikum hat, wo sie gezielt Werbung erzielen können und das die Jahre weiter ansteigen wird.

Meistens kassieren halt die Veranstalter das meiste durch Werbung usw und genau das stört anscheinend einige Teams, weil sie auch was vom Kuchen haben wollen.

Die Chefetagen von morgen haben sicherlich in ihrer Jugend schon Kontakt mit CS gehabt und haben da ganz andere Sichtweisen. Mit dieser Aktion versucht man jetzt die kommenden Veranstaltungen und die Entwicklung der Events zu beeinflussen und versucht die paar großen Plattformen von ihrer Exklusivität abzuhalten.

Das ist alles reine Politik, sonst nichts.
#16
NekromantTV schrieb am 29.01.2020, 12:44 CET:
Matzebase schrieb:
Es wird langsam Zeit das die ESL aufwacht bzw ernste Konkurrenz bekommt.. ESL hat alles herunter gewirtschaftet.... angefangen von der Seite bis zum aufgekauften ESEA...


Das wurde auch schon vor 10 Jahren geschrieben...im Rückblick muss man sagen, es stimmte.
#17
McBudaTea schrieb am 29.01.2020, 13:10 CET:
Master_FM schrieb:
87in3 schrieb:
"Um das mal klarzustellen: Cloud9 verliert mit dem CS:GO-Geschäft jedes Jahr etwa eine bis zwei Millionen US-Dollar. Und ich würde jedes Top-20-Team in CS herausfordern, mir zu beweisen, dass sie nicht einen ähnlichen Betrag verlieren."

Klaaar, die geben halt alle nur Geld zum Spaß sowie zur Liebe am Game und der Community aus!


Dachte ich mir auch... Selten so ein Blödsinn gelesen


Ok, welche Top20 Teams machen Gewinne mit CS?
#18
cumback schrieb am 29.01.2020, 13:13 CET:
Tuergriff4 schrieb:

Leider nicht der Fall!
Teilweise sind die richtigen Leute im Marketing (die die den markt verstehen) aber die Entscheider kennen sich zu wenig mit der Materie aus.
Abgesehen davon, existiert in den "traditionellen" Konzernen (in Deutschland) (Bitburger, Mercedes, BMW etc.) noch ein zu undifferenziertes Bild von esport, sodass dann gesagt wird "naja, dann machen wir halt DOTA oder LOL" anstatt einen möglichen Imageverlust durch Shooter einzugehen. Die Zielgruppe ist ähnlich, die Reichweite ebenso.

Generell ist nicht nur relevant welches Publikum man erreicht, sondern in welchem Licht auch die Marke präsentiert wird. Wenn jetzt bei Mercedes (ESL DOTA sponsor) in einem Artwork eine G-Klasse neben einem Terrorist mit ner AK posiert, wird das beim großteil der Rezipienten (nicht nur e-sportaffine menschen) sicherlich etwas skeptischer betrachtet, wohingegen ein Mercedes neben einer Crystal Maiden o.ä. halt eher verspielt, kreativ und unbedrohlich (und somit "massentauglicher") wirkt.


genau meine Meinung
#19
Master_FM schrieb am 29.01.2020, 13:30 CET:
McBudaTea schrieb:
Master_FM schrieb:
87in3 schrieb:
"Um das mal klarzustellen: Cloud9 verliert mit dem CS:GO-Geschäft jedes Jahr etwa eine bis zwei Millionen US-Dollar. Und ich würde jedes Top-20-Team in CS herausfordern, mir zu beweisen, dass sie nicht einen ähnlichen Betrag verlieren."

Klaaar, die geben halt alle nur Geld zum Spaß sowie zur Liebe am Game und der Community aus!


Dachte ich mir auch... Selten so ein Blödsinn gelesen


Ok, welche Top20 Teams machen Gewinne mit CS?


Ok, welche Firma die es schon mehrere Jahre gibt, betreibt eine Sektion wo angeblich soviel Verlust macht?

Bitte stelle mir nicht solche Fragen, weil die zwecklos sind. Ich weiß wie eine Kalkulation aussieht und was rote Zahlen bedeuten.

Kurze Antwort... Soll Cloud9 einfach CSGO dicht machen wenn sie angeblich soviel Verlust machen
#20
EntoNN schrieb am 29.01.2020, 14:50 CET:
Von mir aus kann der csgo Bereich auch gerne wieder kleiner werden. Der Esport war mir vor seiner "Professionalisierung" deutlich sympathischer. Ist doch klar, dass die Heuschrecken von allen Seiten kommen, wenn plötzlich neue (mögliche) Geldquellen erschlossen werden. Es ist doch hoffentlich keiner hier so naiv und glaubt, dass es dabei irgendwie um das Spiel ansich geht, wenn irgendwas groß wird und weiter wächst. Da geht es nur um Kapital.

Das Gerede halte ich mitunter für ziemlich unglaubwürdig. Teams mit fünfstelligen Gehältern + teilweise sechs bis siebenstellige Gewinne pro Jahr, aber alle Top 20 Organisationen fahren Millionen Verluste?

"Angesichts dieser Verluste auf allen Seiten ist es schon verwunderlich, dass sich CS:GO in den vergangenen Jahren als einer der beliebtesten Esport-Titel etablieren konnte und auch die Investitionen immer größer wurden. Auf Dauer wird das aber nicht mehr möglich sein, dessen sind sich viele bewusst."

Was interessiert uns das als normale Spieler?
#21
Master_FM schrieb am 29.01.2020, 14:57 CET:
Ich denke die wollen die Spieler auf ihre Seite bekommen, damit sie einfach bei ESL und anderen großen Veranstaltern stand halten können. Viele Zuschauerzahlen bedeuert auch viel Druckmöglichkeit.

Ansonsten stimme ich dir zu... Es geht immer nur um Geld, Daten von Spielern und Werbung
#22
McBudaTea schrieb am 29.01.2020, 15:01 CET:
Master_FM schrieb:
McBudaTea schrieb:


Ok, welche Top20 Teams machen Gewinne mit CS?


Ok, welche Firma die es schon mehrere Jahre gibt, betreibt eine Sektion wo angeblich soviel Verlust macht?

Bitte stelle mir nicht solche Fragen, weil die zwecklos sind. Ich weiß wie eine Kalkulation aussieht und was rote Zahlen bedeuten.

Kurze Antwort... Soll Cloud9 einfach CSGO dicht machen wenn sie angeblich soviel Verlust machen


Tesla macht z.B. über Jahre nur Verluste, ist aber immer noch da ( https://en.wikipedia.org/wiki/Tesla%2C_Inc.#/media/File:Tesla_Financial_Performance.svg ).

Ganz allgemein gesagt, gibt es in verschiedene Bereiche immer Blasen, wo die Bewertung von etwas völlig entkoppelt von wirtschaftlichen Faktoren sein kann. Ebenfalls gibt es öfters mal Situationen, wo Unternehmen versuchen, mittels Dumping-Preise und andere Mitteln Konkurrenz aus den Markt zu drängen, bzw. sich an die Spitze zu stellen, um dann kräftig verdiehnen zu können.

Es ist sehr gut möglich, dass sich Esport in eine Blase befindet. 20 Millionen für ein Overwatch-Spot ist schwer zu rechtfertigen. Öffentlich werden Bewertungen von Orgs gegeben, die sich kaum nachvollziehen lassen. So wurde z.B. für Cloud9 in Forbes 2018 ein Wert von 310 Million Dollar angegeben, für ein Unternehmen das 22 Millionen Dollar Umsatz machen soll ( https://www.forbes.com/sites/mikeozanian/2018/10/23/the-worlds-most-valuable-esports-companies-1/ ). Vieles läuft nach den Motto, dass man den nächsten großen Ding nicht verpassen will. Was macht es eine Rolle, heute ein paar Millionen zu verlieren, wenn man in ein paar Jahren die nächste NBA hat?

Der Punkt ist ja auch, dass dies nicht nur einzelne Teams betrifft. Cloud9 war nur offen über die Zahlen. Von Astralis weiß man auch, dass sie Verluste machen, da sie öffentlich gehandelt werden ( https://www.datocms-assets.com/17359/1579006503-astralisgroup-prospectus-finalq2wvbi.pdf ). Turnierorganisatoren sind ebenfalls betroffen. ESL konnte vor kurzen einen 30 Millionen Dollar Deal nicht abschließen ( https://www.dexerto.com/esports/esl-parent-company-mtgs-shares-plummet-in-value-after-huya-joint-venture-collapses-1316263 ), baut Stellen ab ( https://esportsobserver.com/esl-staff-layoffs/ ) und schrumpft ihre Liga massiv zusammen und verliert viel Geld, seit 2009 fast immer negative Zahlen. 2017 hatte ESL einen Verlust von 17,7 Millionen € eingefahren, im ersten Halbjahr 2019 hat die Esport Abteilung von MTG, den Mutterkonzern von ESL und Dreamhack, 16 Millionen Euro Verlust angehäuft ( https://www.gameswirtschaft.de/wirtschaft/esport-mtg-esl-finanzen-2019/ )).

Es geht also nicht bloß um Cloud9. Wenn keine dauerhaft tragfähige Lösung entwickelt wird, besteht das Risiko, dass eine große Zahl an Teams und Turnierorganisatoren aus CS verschwinden werden.
#23
NekromantTV schrieb am 29.01.2020, 16:36 CET:
Die Investitionen sind aufgrund der Wachstumsraten vollkommen gerechtfertigt. Wir reden hier von 20 bis 30% pro Jahr. (https://www.datocms-assets.com/17359/1579006503-astralisgroup-prospectus-finalq2wvbi.pdf Seite 42)

Wenn der E-Sportfan nur einen Bruchteil von dem ausgibt, was der traditionelle Fan ins Stadion zu seinem Verein schafft, dann Holla die Waldfee. Die Trikotpreise ja zmd schon aufm selben Niveau *hust*
#24
Oldzera schrieb am 29.01.2020, 17:31 CET:
Im Prinzip wäre ein Sky Prinzip ja ok ... also Sprich man würde Bezahlen wie für die Buli oder so ... Aber was ist mit dem eigenen Stream über gotv ... deshalb wird sowas kaum eine Chance am Markt haben solange Valve es jedem ermöglicht über Steam bzw. CS:Go selbst zu gucken von daher wird es schwierig sein da etwas zu generieren kohlemäßig
#25
7ieben schrieb am 29.01.2020, 18:52 CET:
xLemxn schrieb:
cumback schrieb:
54CHEF schrieb:
Dann kann ich eben keine 70k pro Monat für ein Team ausgeben, wenn es nicht die entsprechenden Summen wieder einspielt.. muss man verstärkt auf Leistungsbasierte Verträge gehen. Aber so tief im Thema bin ich da jetzt auch nicht.

Ebenso finde ich nicht, dass es in CS wenige Sponsoren gibt.. vor allem auf großen Events sind auch sehr viele große und namenhafte Sponsoren zu sehen. Naja.. bin mal gespannt was die nächsten Jahre so passiert.. wenn angeblich JEDER nur Minus macht, müsste ja bald Ende sein.


cs hat ein sponsoren Problem weil es ein shooter ist und weil die boomer generation es als bösen amoklauf shooter abstempelt, moba games finden um einiges leichter gute sponsoren


Ich denke nicht, dass es daran liegt! Für Sponsoren ist nur interessant, welches Publikum zuschaut!
Ansonsten sind da eindeutig die falschen Leute im Marketing! Vl ist es ja nur ein Argument um die Konditionen zu drücken! Aber wenn ich Cs:Go nicht verfolge, ist es mir auch egal wer Sponso ist.


Nein, eben nicht.
Das Produkt, das gesponsert wird, färbt in Wechselwirkung ab. Darüber hinaus schränkt die Reíchweite des Produkts eben auch die Zuschauerschaft ein. Ein CS ist, rein was die Zuschauerreichweite angeht, eben deutlich kleiner als beispielsweise LOL. Darüber hinaus hat CS einen kritischeren Ruf, was für den Geldgeber ein höheres Risiko bedeutet.

Es geht nicht nur um darum, wer zuschaut, sondern auch was er sieht und wie er es interpretiert. e: Tuergriff4 war schneller.
 

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