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Szene: Geschäft mit den CS:GO-Skins03.05.2020, 17:15

Skandale und Betrug: Glücksspiel und Gambling in Counter-Strike

Counter-Strike und Glücksspiel gehen Hand in Hand. Mit Skins im Wert von mehreren tausend Euro ist die Verlockung groß. Welche Risiken gehen von Glücksspielseiten aus?



Kisten, Schlüssel und große Verlockungen: Das System in Counter-Strike: Global Offensive verspricht wertvolle Skins und Items. Doch alles ist nur mit unverschämtem Glück zu bekommen. Diesen Umstand machen sich windige Gestalten zunutze und versprechen, dass man das Glück auch zwingen kann. Dass dem nicht so ist, beweist der Aufsehen erregende Glücksspiel-Skandal um die beiden YouTube-Creator Trevor 'TmarTn' Martin und Thomas 'ProSyndicate' Cassell im Jahr 2016.

Dass der Skandal aufgedeckt wurde, hat jedoch nichts gebracht. Vier Jahre später sind die Betrügereien scheinbar vergessen und Glücksspielseiten als Sponsoren und Partner erneut auf dem Vormarsch. Grund dafür ist, dass Counter-Strike-Spieler nicht weit weg von der Versuchung sind, selbst ihr Glück zu probieren. Dafür sorgen die Kisten und Schlüssel, in denen wertvolle Skins und Items stecken können.

Das Valve-System hatte in einigen Ländern zur Folge, dass es als Glücksspiel verboten wurde. Doch neben den Valve-Kisten gibt es noch zahlreiche Gambling-Webseiten, die inzwischen mit Kisten locken, aus denen angeblich für wenige Euro eine AWP Dragon Lore gewonnen werden kann.



Die Kisten von Valve können dementsprechend als "Einstiegsdroge" angesehen werden. Wer regelmäßig Kisten öffnet, fällt in die Zielgruppe der Glücksspielseiten. Dass die Chancen, ein Messer zu gewinnen, in Counter-Strike mit 0,026 Prozent äußerst gering sind, steigert entsprechend die Frustration der Spieler, die viele Valve-Kisten umsonst öffnen. Ein Umstieg auf Drittanbieterseiten mit vermeintlich besseren Gewinnchancen wirkt also verlockend.

Lug und Betrug: YouTuber nutzen Fans aus

Im Jahr 2016 nutzten die TmarTn und ProSyndicate genau diese Verlockungen sowie das Vertrauen ihrer Fans aus. Die beiden YouTube-Stars zeigten in vielen Videos und Livestreams auf Twitch, wie sie große Gewinne abstaubten und mit kleinen Einsätzen große Summen erspielten. Die Krux an der Sache war allerdings, dass die beiden auf ihrer eigenen Website spielten und diese Information ihren Fans vorenthielten. Beide veröffentlichten zahlreiche Entschuldigungen, neben der Rufschädigung gab es allerdings keine Konsequenzen für die beiden.



Ähnliches geschah auch im Stream von James 'PhantomL0rd' Varga, der ebenfalls große Gewinne machte. Nach einer Recherche des E-Sport-Journalisten Richard Lewis wurde bekannt, dass PhantomL0rd nicht nur der Eigentümer der Seite war, sondern auch sich die genauen Chancen auslesen konnte, um seinen Fans möglichst viele Gewinne zu zeigen. Als James Varga daraufhin von Twitch gebannt wurde, hat er den Livestreaming-Dienst auf eine Summe in Höhe von 35 Millionen US-Dollar verklagt. Erfolg hatte er vor Gericht allerdings nicht. Auch PhantomL0rd kam straffrei davon.



Während die Fälle von PhantomL0rd, TmarTn und ProSyndicate zu den schwerwiegendsten gehörten, kamen noch zahlreiche andere Persönlichkeiten aus dem E-Sport in Verruf. Den FaZe Clan-Gründern Nordan 'Rain' Shat und Richard 'Banks' Bengtson wurde eine Teilhabe an der Glücksspielseite CSGO Wild vorgeworfen. Beide gaben diese Geschäftsbeziehung vor der Anschuldigung nicht öffentlich bekannt. Beide beworben selbst die Seite und schlossen Partnerschaften mit einigen FaZe-Streamern, um die Seite bekannt zu machen.

Wem gehören Gambling-Seiten?

In der Vergangenheit sind YouTuber und Streamer als Eigentümer bekannt geworden, doch die Websites von TmarTn und Co. gibt es schon lange nicht mehr. Doch wem gehören bekannte Glückspielseiten wirklich? Wer verdient an der Glücksspielsucht von Counter-Strike-Spielern?

Eigentümer von Gambling-Seiten sind nicht, beziehungsweise nur sehr selten in einem Impressum hinterlegt. Als Kontakt wird meist nur eine E-Mail-Adresse hinterlegt, in seltenen Fällen auch ein Firmensitz.

In Deutschland wird beispielsweise die Seite daddyskins von einigen prominenten YouTubern und Streamern fleißig beworben. Doch wer der Eigentümer ist, dazu gibt es keinerlei Informationen. Die Recherche von 99Damage ergab, dass die Firma hinter "daddyskins" den Namen „Fast Front Entertainment LP“ (FFE) trägt und nur einen Briefkasten in Schottland hat und von zwei ukrainischen Staatsbürgern vertreten wird. FFE besteht aus einerPartnerschaft zweier auf den Seychellen registirierter Unternehmen.

Doch die beiden Unternehmeen sind keine Unschuldslämmer. Beide Firmen sind als GmbHs eingetragen und sind Teil von über 800 Unternehmen wie der FFE hinter daddyskins. Die „Damitra Group LTD“ ist unter anderem als Partnerunternehmen der Zirconium Betrüger, eine Gruppe, die mittels Werbungen Malware und Tech Scams verbreitete und dadurch mehrere Millionen US-Dollar verdiente. Die andere Firma läuft unter dem Namen „Lamens Group LTD“. Der offizielle Vertreter der Firma war auch an der Kryptowährung BTC-e beteiligt, über die im Jahr 2014 geklaute Bitcoins im Wert von über 5 Milliarden Euro gewaschen wurden. Das US Justizministerium schloss die BTC-e-Plattform im Jahr 2017.

Die Glückspielseite „daddyskins“ ist natürlich nicht die einzige Seite mit fragwürdigen Geschäftsbeziehungen und unbekanntem Eigentümer. Viele Seiten geben nur eine auf Zypern oder den Seychellen registrierte Firma an sowie eine Glücksspiellizenz an, andere wiederum keinerlei Informationen.

Ohne Informationen kann allerdings in einem Betrugsfall auch auch kein Schadensersatz eingefordert werden. Eine Glücksspiellizenz von den Seychellen ist zwar besser als keine, hier müsste im Betrugsfall eine Behörde vor Ort tätig werden.



Worauf sollte man achten?

Da es oft unklar ist, wer hinter einer Glücksspielseite steht oder davon profitiert, ist es wichtig alle Informationen einzuholen vor der ersten Einzahlung. Gibt eine Website Angaben zur Firma, Glücksspiellizenz oder sogar einen namentlichen Besitzer, ist die Wahrscheinlichkeit eines Betrugs gering. Es bleibt Glücksspiel, aber im gesetzlich erlaubten Rahmen. Gibt es hingegen keinerlei Informationen, besteht ein höheres Risiko zu einem Betrugsopfer zu werden.



Sind Wetten Glücksspiel? Das große Geschäft mit den Skin-Wetten

Neben dem offensichtlichen Glücksspiel gibt es inzwischen unzählige Webseiten, auf denen Nutzer ihr CS-Inventar einsetzen können, um auf E-Sport-Matches zu tippen. In Deutschland zählen eben solche Sportwetten auch zum Glücksspiel.

Anders als bei den Skandalen rund um die YouTuber gab es allerdings in der Vergangenheit nur einen großen Betrugsfall. Im Jahr 2014 entschieden sich die Spieler des damaligen iBUYPOWER-Rosters dazu, gegen sich selbst zu wetten und das Spiel absichtlich zu verlieren. Als Folge des Skandals wurden vier Spieler von iBUYPOWER sowie zwei Spieler des Gegnerteams Netcode Guides gebannt.

Durch den Matchfixing-Skandal bei iBUYPOWER gerieten die Spieler in Verruf. Allerdings haben die unseriösen Lotto- und Roulette-Seiten durch die oben genannten Skandale ebenfalls einen Rufschaden erliiten. Daher sind diese Anbieter als Sponsoren von Teams und Turnieren verschwunden.

Screenshot: Valve/CS:GO


Geschrieben von TheHotz

Quelle: BzgA

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Kommentare


#1
ravnGOD schrieb am 03.05.2020, 17:56 CEST:
Richtige Clowns
#2
N_R_W schrieb am 03.05.2020, 18:05 CEST:
Dass die Chancen, ein Messer zu gewinnen, in Counter-Strike mit 0,026 Prozent äußerst gering sind, steigert entsprechend die Frustration der Spieler, die viele Valve-Kisten umsonst öffnen..

Das sagt A L L E S ...
#3
87in3 schrieb am 03.05.2020, 18:38 CEST:
aber spätestens wenn genau diese Verbrecher aus dieser ekelhaften Branche die dicken Scheine als Sponsorengelder reinblasen, verblasst bei fast allen die Integrität...
#4
maximilian schrieb am 03.05.2020, 22:40 CEST:
Der eigentliche Skandal um iBUYPOWER ist doch der, dass die Millionen geprellter user die gewettet hatten (ich auch mit umgerechnet € 160.- / Skinwert) nicht einen cent als Entschädigung zurück bekamen. Also überführte Betrüger die einen ban kassieren und der ganze Betrug sozusagen rechtskräftig wäre haben keinerlei Auswirkungen auf die wahren Geschädigten. On top wird später auch ein steel gerne wieder als comod auf ein Major geladen. Beschwerde mail an entsprechende Wettseiten blieben einfach ohne Resonanz. Im übrigen war das damals auch meine letzte Wette. Sollte steel oder einer seiner kriminellen Kollegen mir einmal über den Weg laufen, lade ich ihn gerne noch auf ein nettes Abendessen ein, hat er sich verdient!
 

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