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Szene: Rechtsstreit wegen VAC-Bann14.11.2020, 14:29

Gericht kippt Jamppi-Klage gegen Valve

Ein Gericht in Finnland weist die Klage von Elias 'Jamppi' Olkkonen ab - der VAC-Bann bleibt damit weiter bestehen.



Die Klage des finnischen Counter-Strike-Profis Elias "Jamppi" Olkkonen gegen den US-amerikanischen Spiele-Entwickler Valve wurde am vergangenen Mittwoch erneut vor dem Bezirksgericht Ost-Uusimaa verhandelt. Wie die finnische Zeitung Ilta-Sanomat berichtete, hat das Gericht die Klage abgewiesen und der VAC-Bann des ENCE-Spielers bleibt weiterhin bestehen.

Zuständigkeit nicht bei Gericht in Finnland

Das Gericht in Ost-Uusimaa erklärte, es sei nicht dafür zuständig, die Streitigkeiten zwischen Elias Olkkonen und Valve beizulegen. Daher sei die Klage unzulässig. Die Anwälte des 19-jährigen wollen gegen die Entscheidung in Berufung gehen. Bereits im August hatte das Gericht eine Aufhebung der Sperre abgelehnt.


Jamppi hatte im Februar dieses Jahres die Klage gegen die deutsche Schwesterfirma Valve GmbH anstelle des amerikanischen Spiele-Entwicklers Valve Corporation eingereicht. Die wiederum teilte mit, nicht der richtige Adressat für die Klage zu sein. Der CS:GO-Profi hatte zudem eine Schadensersatz-Forderung von 250.000 Euro wegen Verdienstausfällen an Valve gestellt, weil der VAC-Bann einen Wechsel zu OG verhindert haben soll.

Verheerend für weitere Karriere

Im April 2020 unterzeichnete Jamppi einen Zweijahres-Vertrag bei der heimischen Organisation ENCE. Allerdings darf der 19-Jährige kein Spiel bestreiten, in dem Valve involviert ist. Dazu zählen auch die bedeutenden Major-Turniere. Für die weitere Karriere als CS-Profi ist dieser Umstand verheerend, denn Organisationen wollen natürlich ihre besten Spieler bei den größten Turnieren einsetzen. ENCE wechselt derzeit das Lineup, wenn Jamppis Sperre dessen Teilnahme verhindert.

Worum geht es in dem Streit? Nach Angaben von Jamppi hatte er sich im Herbst 2015 im Alter von 14 Jahren einen zweiten Steam-Account zugelegt und dafür CS:GO gekauft, damit ein Freund auf einer LAN-Party mit ihm zusammenspielen konnte. Laut Jamppi habe er noch am selben Abend den Account an den Freund verkauft.

Im November 2015 wurde das zweite Steam-Konto dann mit einem VAC-Bann belegt, der automatisch auch Jamppis Konto in Mitleidenschaft gezogen hatte. Dass Jamppi sein zweites Profil zuvor verkauft haben soll, spielte in der nachträglichen Bewertung des VAC-Banns von Valve keine Rolle mehr.

Klage gegen Vertragsbedingungen

In dem seit Februar andauernden Rechtsstreit beantragte Elias Olkkonen die Aufhebung des Verbots wegen unfairer Vertragsbedingungen. Dem Antrag zufolge sehen etwa die beim Kauf des Spiels geschlossenen Verträge beispielsweise nicht vor, dass ein VAC-Bann den Spielern das Recht verweigern kann, an großen Turnieren teilzunehmen.

Das Bezirksgericht von Ost-Uusimaa entschied, dass es nach EU-Recht nicht für die Behandlung der Angelegenheit zuständig sei. Laut Gesetz habe Olkkonen bei der Erstellung des Spielkontos im Jahr 2015 eine Vereinbarung mit der US Valve Corporation geschlossen, indem er deren Nutzungsbedingungen akzeptiert hatte.

Jamppi hatte Valve von seinem Wohnsitz in Finnland aus verklagt und war dafür vor das zuständige Gericht in Ost-Uusimaa gezogen. Folgt man der Entscheidung des Gerichts, müsste ein US-amerikanisches Gericht für die Klage des finnischen CS:GO-Profis zuständig sein.

In der aktuellen Gerichtsentscheidung wurde Elias Olkkonen dazu verurteilt, die Kosten des Verfahrens der Valve GmbH in Höhe von 44.650 Euro zu tragen. Olkkonens Anwaltskosten sollen bisher 33.800 Euro betragen. Der Gerichtsstreit zwischen Jamppi und Valve stellt einen Präzedenzfall dar, denn bisher ist kein Spieler gegen seinen VAC-Bann vor Gericht gezogen. Nachdem die Anwälte Revision angekündigt haben, steht im Rechtsstreit zwischen Jamppi und Valve die nächste Runde bevor.

Foto: Stephanie Lindgren/DreamHack


Geschrieben von swayzay

Kommentare


#1
DoppelEben schrieb am 14.11.2020, 14:55 CET:
Der Moment, wenn dir dein VAC-Bann noch nicht genug ist sondern du dir ihn noch gerichtlich bestätigen lassen musst <3
#2
justice1983 schrieb am 14.11.2020, 15:35 CET:
ich würde das ganze so angehen das er damals nicht vertragsfähig war als er das spiel gekauft hat... er hätte es garnicht kaufen dürfen.
#3
markN schrieb am 14.11.2020, 16:04 CET:
Ich hoffe, dass sein Geldbeutel die Kosten springen lassen kann oder man in Finnlad ebenfalls eine Rechtsschutzversicherung beantragen kann. Denn wenn ich auf Gerichtskosten in Höhe von 44.650€ sitzen bleiben würde, würde ich mich erhängen wollen.
#4
Assimilator schrieb am 14.11.2020, 16:11 CET:
Das ist nicht lustig, aber funny! (*holt sich ne Tüte Chips*)
#5
Elliot123 schrieb am 14.11.2020, 16:47 CET:
Die Klage wird auch niemals erfolg haben und ist völlig lächerlich. Zur Not kann Valve einfach das Hausrecht durchsetzen und fertig. In den AGBs sichern sich die Firmen die Entscheidungsgewalt über eigene, digitale Konten immer durch Besitz-/Hausrecht. Aber gut, wenn er noch nicht genug Gerichtskosten bezahlt hat, kann er gerne weiter klagen :D
#6
IsmyH schrieb am 14.11.2020, 17:07 CET:
Elliot123 schrieb:
Die Klage wird auch niemals erfolg haben und ist völlig lächerlich. Zur Not kann Valve einfach das Hausrecht durchsetzen und fertig. In den AGBs sichern sich die Firmen die Entscheidungsgewalt über eigene, digitale Konten immer durch Besitz-/Hausrecht. Aber gut, wenn er noch nicht genug Gerichtskosten bezahlt hat, kann er gerne weiter klagen :D


Auch im deutschen Recht ist das mit den AGB's so eine Sache. Sie sind nicht nur durch Unterzeichnung gleichweg gültig. vgl. BGB 305 ff. Insbesondere bei einer gerichtlichen Beurteilung unter Berücksichtigung von 307 BGB wäre ich mir an der Stelle von Valve nicht mehr Siegesgewiss.
Ferner bilden sämtliche Vorschriften des 305 ff. ausreichend Angriffsfläche für eine solche Klage.
Wie das Recht in den USA und vorallem Finnland aussieht, weiß ich allerdings nicht.
#7
DoppelEben schrieb am 14.11.2020, 17:53 CET:
justice1983 schrieb:
ich würde das ganze so angehen das er damals nicht vertragsfähig war als er das spiel gekauft hat... er hätte es garnicht kaufen dürfen.


Also ist es für mich "legal", gegen Vertragsbedingungen (du darfst nicht cheaten salopp gesagt), sofern meine Eltern die Aufsichtspflicht verletzt haben. Stimmt. Da kann Valve extrem viel für.
Altersüberprüfung ist ne andere Geschichte...
#8
decorstar schrieb am 14.11.2020, 18:29 CET:
vielleicht sollte er vorher zum friseur gehen wäre angebrachter
#9
DrKonsole schrieb am 15.11.2020, 02:00 CET:
DoppelEben schrieb:
Der Moment, wenn dir dein VAC-Bann noch nicht genug ist sondern du dir ihn noch gerichtlich bestätigen lassen musst &lt;3


und man noch 40k zahlen darf :D
#10
Elliot123 schrieb am 15.11.2020, 09:29 CET:
IsmyH schrieb:

Auch im deutschen Recht ist das mit den AGB's so eine Sache. Sie sind nicht nur durch Unterzeichnung gleichweg gültig. vgl. BGB 305 ff. Insbesondere bei einer gerichtlichen Beurteilung unter Berücksichtigung von 307 BGB wäre ich mir an der Stelle von Valve nicht mehr Siegesgewiss.
Ferner bilden sämtliche Vorschriften des 305 ff. ausreichend Angriffsfläche für eine solche Klage.
Wie das Recht in den USA und vorallem Finnland aussieht, weiß ich allerdings nicht.


Selbst wenn man es schaffen würde die AGB's ungültig erklären zu lassen (und das ist ein großes WENN), könnte das Gericht Valve nur im Inland zu etwas "zwingen", sprich den Ban aufheben und ihn finische Lans spielen lassen. International würde das Urteil keine Bedeutung haben. Deshalb hat der sport auch einen internationalen Gerichtshof mit Namen CAS für solche Fälle. Der esport ist davon noch sehr weit entfernt. So oder so, seine esport Karriere unter Valve kann sich der Junge abschminken und ich bezweifle sogar, dass die Berufung überhaupt die erste Hürde mit den AGBs bezwingt.
#11
tw1st schrieb am 15.11.2020, 21:08 CET:
Ich verstehe echt nicht weshalb so eine Welle um diesen Spieler gemacht wird...für mich ist die Sachlage hier klar und ein VAC-Ban und den Ausschluss vom Major völlig gerechtfertigt.
#12
Misuke schrieb am 16.11.2020, 12:10 CET:
Naja nehmts mal anders herum ( immer in der Annahme er hat den anderen Account nicht gespielt ) Du verkaufst dein Auto, damit wird ein Banküberfall gemacht und du sollst dafür in den Knast ????
#13
DoppelEben schrieb am 17.11.2020, 13:40 CET:
Misuke schrieb:
Naja nehmts mal anders herum ( immer in der Annahme er hat den anderen Account nicht gespielt ) Du verkaufst dein Auto, damit wird ein Banküberfall gemacht und du sollst dafür in den Knast ????


Wenn du das Auto in erster Linie nicht hättest verkaufen dürfen, dann würde sicherlich auch da irgendwas auf dich zukommen
#14
Goanna schrieb am 18.11.2020, 08:22 CET:
DoppelEben schrieb:
Misuke schrieb:
Naja nehmts mal anders herum ( immer in der Annahme er hat den anderen Account nicht gespielt ) Du verkaufst dein Auto, damit wird ein Banküberfall gemacht und du sollst dafür in den Knast ????


Wenn du das Auto in erster Linie nicht hättest verkaufen dürfen, dann würde sicherlich auch da irgendwas auf dich zukommen


Schlechter Vergleich.
Nehmen wir dein Bank Konto. Du verkaufst es privat, es läuft weiter auf deinen Namen und damit werden illegale Geld Geschäfte vollzogen. Du bist verantwortlich für das Bank Konto und bist mindestens Mittäter, weil Unwissenheit nicht nachweisbar ist in dem Fall.
Die Strafe ist eventuell milder, aber dennoch vorhanden.
Das heißt die Zeit des VAC Bans kann reduziert werden, allerdings kommt man um eine Strafe nicht herum, weil niemals 100% bewiesen werden kann, dass er an dem Verbrechen nicht beteiligt war.
Ein Gericht würde jetzt im Zweifel für den Angeklagten sein, Valve ist aber kein Gericht, sondern ein Unternehmen und hat das Recht ihren Regeln nach zu handeln, die durchaus nachvollziehbar sind.
Es geht hier nicht um eine Gefängnis Strafe, sondern einen völlig über bezahlten Job. In dieser Zeit haben so viele Menschen ihre Existenz verloren und der kleine arme Progamer hat schlicht und ergreifend keine Lust auf einen richtigen Job.
Irgendwo verständlich, aber nicht unser Problem.

Wer seinen Lebensunterhalt für eine Lan Party verleiht an Freunde die so dumm sind (was ehrlich gesagt auch sehr wahrscheinlich gelogen ist), der hat es einfach nicht anders verdient.
#15
TORMENTOR schrieb am 20.11.2020, 10:20 CET:
Es war zu dem Zeitpunkt nicht absehbar dass es sein Lebensunterhalt wird, er war noch ein Kind und weit vom Profi entfernt.
 

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